Monatsgruß Oktober 2003
 Monatsspruch
 Kunstauktion
 Zum Übergang von Frau Böhnke von einem Amt zum andern
 Blick ins Land
 Unser Praktikant Gregor Nause blick zurück
 Professor Viktor Romanko Russischer Knopfakkordeon-Virtuose
 Ein schönes Wochenende in Emmen
 "Begräbnismotetten der Familie Bach"
 Umwelttips
 Fürbitte
 Termine

Monatsspruch
HABEN WIR GUTES EMPFANGEN VON GOTT UND SOLLTEN DAS BÖSE NICHT AUCH ANNEHMEN?
HIOB 2,10

Nein, das kann und das will ich nicht glauben - da muß ich Hiob energisch widersprechen. Ich will Böses nicht akzeptieren, annehmen. Es hört sich so an, als würde beides, Gutes und Böses gleichermaßen aus Gottes Hand kommen, als würde er uns einmal Gutes und ein andermal Böses tun, ganz nach Belieben, ganz nach Lust und Laune. Nein, das kann und will ich nicht glauben, daß Gott sich besonders schwierige, scheußliche, schlimme, ja grausame Situationen für uns ausdenkt und sie uns "zufallen" läßt, nur um uns zu testen, ob wir glaubensmäßig bei der Stange bleiben: Krankheit, Leiden, Zerbrechen von Familie und Partnerschaft, Ehebruch, Hass, Streit, Zank, Neid, ja sogar Mord und Unfall, fahrlässige Tötung und Gleichgültigkeit, Mißverstehen und Rufmord, Feuersbrunst und Hungersnot. All das sollte Gottes Willen entspringen, wo er das alles doch ausdrücklich in den Zehn Geboten selbst ein für alle mal verboten hat. Ja, ist denn Gott unberechenbar, launisch, gar schizophren, ist er denn in sich nicht ausgewogen und konstant. Was wäre das für ein Gott, der mal das eine und mal das andere für mich will, ein guter Gott bestimmt nicht, sondern ein Janusköpfiger. Gott ist die Liebe, Gottes Wesen ist Güte und Barmherzigkeit. Daran glaube ich ganz fest. Gott will Leben, sinnvolles, heiles, geliebtes Leben, Leben in Fülle. Wenn ich das Böse aus Gottes Hand annehmen soll, dann bräuchte ich nicht dagegen anzugehen, dann wäre jeder Besuch beim Arzt, jeder Urteilsspruch über einen Mörder, jeder Versuch, Streit zu schlichten und Wege des Friedens und der Versöhnung zu gehen, jeder Versuch einer gerechteren Verteilung der Güter dieser Welt, all das wäre Gotteslästerung, weil es ja gegen das verstöße, was angeblich aus Gottes Hand gekommen sein soll. Wie absurd. Nun gibt es das doch aber, all das Böse, das Schlechte. Ja, jeder weiß, es gibt eine lebensabträgliche Seite der Schöpfung. Wir sind Geschöpfe, also nicht volkommen, sind - anders als Gott selbst - Raum und Zeit unterworfen, sind leiblich und geistig, und daher in beiderlei Hinsicht von Krankheiten gefährdet, wir sind eben unausweichlich der Vergänglichkeit unterworfen. Darum: Abschied am Grabe, Trauer um einen lieben Menschen, darum Krankheiten und Gebrechlichkeiten, Unfall und Gefahr durch Naturgewalten und Katastrophen. Und wir sind frei uns gegen all das zu entscheiden, was Gott eigentlich von uns und für uns will - nämlich das Gute, wir sind frei, das Böse zu wählen: neidisch zu sein, statt sich des Glücks des anderen zu erfreuen, Gutes schlecht anzusehen, nur weil es uns nicht zuteil wird. Wir haben die Möglichkeit uns gegen das Leben zu entscheiden, anderen Menschen oder uns selbst Lebensmöglichkeiten einzuengen oder gar zu rauben, anderen das Leben zur Hölle zu machen. Wir haben die Möglichkeit, anders zu sein, als Gott uns haben will, weil wir eben nicht wie Marionetten an seinen Fäden hängen, sondern eher Schauspielern gleichen, die bitteschön ihr Drehbuch (Zehn Gebote) ordentlich lernen und spielen sollen. Aber wir neigen dazu, selber besser zu wissen, wie das Stück besser werden könnte, besser für uns - ohne Gottes Gebote, die den einen viel zu antiquiert, und den anderen viel zu schwer zu erfüllen sind. Kein Wunder, daß den Mitspielern schnell das Leben zur Hölle wird. Ja, vieles Böse in der Welt ist von Menschen selbst gemachtes Leid, selbstgemachtes Böses - was wir Menschen gern, allzu gern, Gott in die Schuhe schieben, indem wir verbreiten, es käme von ihm. Und die passende Bibelstelle haben wir auch zu Hand: "Es fällt kein Spatz vom Himmel, ohne daß Gott es will." Dann dürfte auch kein Mensch getötet werden, ohne daß Gott es will. Doch er sagt: "Du sollst nicht töten." Ich finde es tröstlich: Da steht nämlich: "Es fällt kein Spatz vom Himmel ohne Gott." Ohne, daß Gott es weiß. Er ist dabei, er leidet selbst darunter. Ich weiß, wenn mir etwas Schlimmes widerfährt, dann läßt mich Gott nicht allein, er ist da, ich kann zu ihm schreien, kann beten und klagen, kann Vorschläge machen und gegen den Schlamassel angehen. Es geht mir nicht schlecht, ohne daß Gott es weiß und bei mir ist. Das ist der tröstliche Kern jenes oft zitierten und immer mißverstandenen Bibelverses von den Spatzen. Also genau das Gegenteil. Hiob hat das gewußt, hat gewußt, daß er Gott anrufen kann, daß er beten und klagen kann. Er hat sich gerade nicht von Gott abgewendet, wie ihm seine Freunde rieten. Er hat sein Gottvertrauen durchgehalten und sein Gottvertrauen hat ihn durchgehalten. Und er hat gegen das Böse gekämpft und es zugleich in Geduld ertragen. Wer aber weiß, daß Gott auf der Seite des Guten, des Lebens, auf der Seite der Liebe steht, wird aufstehen gegen alles Böse, das Gott verneint. In diesem Sinne, einen guten Oktober,
Ihr Reinhard Kees


Kunstauktion


Wie in jedem Jahr findet auch in diesem Herbst, am 19.10. ab 14.00 Uhr, eine Kunstversteigerung zu Gunsten der Ausländerarbeit unserer Landeskirche statt. Gehen Sie hin, tun Sie sich und anderen etwas Gutes. Auch Künstler unserer Gemeinde sind mit dabei.


Zum Übergang von Frau Böhnke von einem Amt zum andern
30.September/1.Oktober 2003
gereimt von R. Kees
Melodie: In Dir ist Freude

Nach 33 Jahren woll'n wir heut' sagen:
"Liebe Frau Böhnke, wir danken sehr."
In all' den dreißig, war'n Sie so fleißig,
das war sicher auch manchmal schwer.
Wir woll'n Ihn' danken,
im Nam' der Kranken
und der Gesunden
für all' die Stunden,
die Sie so gut und so schön gemacht,
auch für Ihr Lachen
und Saubermachen
für Pfeifen, Singen in allen Dingen,
bei Ihrer Arbeit, bei Tag und bei Nacht.

Seit wir sie haben,
konnt' uns nicht schaden
Mangel an Zeit oder Mangel an Geld.
Sie fegten Krumen und holten Blumen
vom Balkon oder gar vom Feld.
Was Sie so kochen
aus Kraut und Knochen
und schön garnieren
und dann servieren,
das schmeckt uns allen wirklich sehr.
Drum wir sie ehren,
sie könn's nicht wehren,
mit hellem Schalle
singen wir alle:
"Liebe Frau Böhnke, wir danken sehr."
Ihr Dienst ist zu Ende,
was für 'ne Wende,
sie gehn fort und bleiben doch.
Im Amte der Ehren
wolln Sie sich bewehren,
so hab'n wir Sie dann immer noch.
Sie woll'n noch fegen,
- was für ein Segen -
sich für uns bücken,
die Kirche schmücken,
Andachten lesen und, und, und, und.
Mit Gottvertrauen
könn' Sie drauf bauen,
dass er sie leitet und stets begleitet.
"Liebe Frau Böhnke,
bleib'n Sie gesund."

Mit diesem Lied haben wir am 30.9.beim Fest der Ehrenamtlichen und am 1.10. beim Frauenkreis Frau Böhnke in den Ruhestand verabschiedet - ach nein, sie wollte ja nicht verabschiedet werden, also haben wir sie im Ehrenamte begrüßt, aber auch das war eigentlich nicht ganz richtig, wie wir gleich sehen werden. Ich erinnere mich noch an mein Vikariat hier in Baumschulenweg im Jahr 1983. Wie viele Hauptamtliche sind da versammelt gewesen - wir hatten damals 8,2 VBE, wie es damals hieß - Vollbeschäftigteneinheiten. Und Frau Böhnke hat mich damals schon mit Liebe und Achtung - fast könnte ich sagen - in die Reihe ihrer Kinder aufgenommen. Das tat mir gut und hat sich bis heute durchgehalten. Obwohl wir die ganzen Jahre beim "Sie" geblieben sind. Viele Stellen sind seitdem weggefallen, ganz einfach deshalb, weil wir sie nicht mehr bezahlen konnten. Den schärfsten Schnitt gab es zum Jahreswechsel 97/98, Frau Bergelt und Frau Schmidt wurden entlassen, und Frau Kober und Frau Böhnke haben nach einem vom KK ausgearbeiteten Modell freiwillig ihren Dienstumfang reduziert - die zweite Pfarrstelle war ja sowieso nicht mehr besetzt, seit dem Weggang von Pfr. Schwer. Aber die Arbeit, die Arbeit war ja überhaupt nicht reduziert. Wir haben es irgendwie geschafft, weil viele aus der Gemeinde ehrenamtlich Arbeiten übernommen haben und weil wir, die übrig gebliebenen Hauptamtlichen, nicht Dienst nach Vorschrift gemacht haben, sondern weit mehr geleistet haben, als bezahlt wird, ehrenamtlich sozusagen. Uns lag und liegt nun mal das Gemeindeleben, das gemeinschaftliche Christsein sehr am Herzen. Unsere Arbeit ist eben kein Job, sondern wirklich Berufung und darum bei uns allen Haupt- und Ehrenamt zugleich. Für Frau Böhnke traf das in noch weit höherem Maße zu, als für uns, die wir jetzt zurückbleiben. Nun wieder ein Einschnitt: Frau Böhnke geht in den Ruhestand. Aber, Gott sei Dank, Sie bleibt uns als aktives Gemeindeglied erhalten. So hat Frau Böhnke nun also doch kein neues Amt, ein Ehrenamt, übernommen, denn sie hat in den zurückliegenden Jahren ja schon immer ehrenamtlich das gemacht, was sie nun auch weiter leisten will - im Putzdienst helfen, die Kirche mit Blumen schmücken und hin und wieder Andachten und Gottesdienste lesen und mitgestalten. Das ist aber schon mehr als genug. Wir alle müssen darauf achten, dass sie nun im Ruhestand auch wirklich nicht mehr macht als ein aktives Gemeindeglied. Das geht nur, wenn wir alles andere nochmals neu verteilen. Das Vorbereiten und Durchführen von Geburtstagsfeiern, Frauenkreisen, Rentnerrüsten, das Besuchemachen, die Sorge für saubere Tischwäsche und, und, und. Manches haben bereits ehrenamtliche Helferinnen zu übernehmen zugesagt - so die Vorbereitung der Geburtstagsfeiern. Es wäre schön, wenn wir eine geeignete resolute und zuverlässige Person fänden, die sich ganz selbständig um die Tischwäsche kümmern würde, oder wenn es noch ein paar mehr Gemeindeglieder gäbe, die regelmäßig freitags Vormittag beim Putzen von Kirche oder Gemeindesaal helfen. Wenn Sie sich nicht selbst melden wollen oder können, dann nennen Sie uns doch wenigstens geeignete Personen, die wir dann gezielt ansprechen können. Aber manches lässt sich auch nicht so einfach delegieren, wie z.B. Frau Böhnkes umsichtige, geduldige, aber manchmal auch resolute Art, trotz oder wegen der zu Chaos neigenden anderen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Haus für Ordnung und Atmosphäre zu sorgen. Wenn das jemand übernehmen könnte, dann wäre ich eine große Sorge los. Und was Frau Böhnke im Stillen, im Verborgenen sonst noch so geleistet hat, das wird uns wahrscheinlich erst jetzt auffallen, wenn es nicht mehr läuft wie geschmiert, Ihre Ideen für Feste und Feiern, Gottesdienste und Andachten, ja überhaupt ihr Gespür für Liturgie und Gottesdienst, ihr fröhliches Singen oder Pfeifen auf dem Flur bei der Arbeit, das hat mich oft angesteckt und froh und dankbar gemacht. Nun, Frau Böhnke ist - wie jeder Mensch - nicht zu ersetzen, gerade in ihrer Vielseitigkeit, die ich zu beschreiben versucht habe. Darum gilt es diesem einmaligen Menschen zu danken. Zu danken ist auch Ihrem Ehemann und den Kindern, die ihren Dienst mitgetragen und sicher manchmal auch nur schwer ertragen haben. Letztlich aber ist, nicht nur, weil Helga Böhnke sowieso nicht so viel "Lobhudelei" erträgt, letzlich ist Gott zu danken, dass er uns für unsere Gemeinde so einen Schatz geschenkt hat. 33 Jahre hat er ihr immer wieder die Kraft gegeben, all die Widrigkeiten des Gemeinde-Alltags zu tragen: Missverständnisse und Überbelastungen, Furcht und Angst vor Neuem, schwierige Stimmungen und atmosphärische Störungen, wofür ja Frau Böhnke besonders sensibel ist. Deshalb können wir alle mit ihr singen oder - wer kann - blasen "Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen."
Pfarrer R.Kees


Blick ins Land
Auf der letzten Tagung unserer Landessynode hat Uwe Meinhold, der Vorsitzende des Ausschusses Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, eine unter die Haut gehende Rede, zu einem für uns längst vergessenen Thema gehalten:

Zur Abbaggerung des Dorfes Horno
Frau Präses, Herr Präses, meine Herren Bischöfe, Liebe Schwestern und Brüder! Vor 10 Jahren, im April 1993, beschäftigte sich die vereinte Synode unserer Kirche erstmalig mit den Problemen des Braunkohleabbaus in der Lausitz. Einem Antrag der Kreissynode Guben folgend, beschloss die Synode, sich hinter die Erklärung der Kreissynode zur Erhaltung des Dorfes Horno, dass im Rahmen der Tagebaupläne der LAUBAG abgebaggert werden sollte, zu stellen. Horno wurde in den folgenden Jahren und über zwei Legislaturperioden unserer Landessynoden hinweg zu einem Symbol für eine versäumte Struktur- und eine verfehlte Energiepolitik unseres wieder vereinten Landes und für den Umgang mit den Menschen in den betroffenen Regionen, seien es nun die Bergleute und Energiewerker, die von der Arbeitslosigkeit bedroht waren oder die Bewohner von Orten, die der Gewinnung von Braunkohle geopfert wurden und werden. Immer ging es in der Auseinandersetzung darum, dass die Anzahl der durch den Bergbau und die Gewinnung von Energie zu erhaltenden Arbeitsplätzen gegen die berechtigten Interessen der Hornoer Bevölkerung zum Erhalt ihres Dorfes gegeneinander aufgerechnet wurden. Ökonomische Interessen haben sich dann letztendlich gegen begründete ökologische Interessen durchgesetzt. Unsere Kirche hat sich in einer Reihe von Synodenbeschlüssen und Stellungnahmen zu dem Problem geäußert und die Verantwortlichen in der Wirtschaft und Politik aufgefordert, nach Möglichkeiten zu suchen, die eine Abbaggerung von Horno unnötig machen. Im letzten Beschluss unserer Landessynode vom November 1998 heißt es: "Die Landessynode mahnt erneut einen dringend erforderlichen arbeitsmarktpolitischen Strukturwandel in der Lausitz an, der mittelfristig zum Ziel hat, Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen, die nicht allein von der Gewinnung und Verstromung der Braunkohle abhängen." Zwischenzeitlich haben sich Verwaltungsgerichte, Verfassungsgerichte und europäische Gerichte mit der Problematik auseinandergesetzt und letztendlich befunden, dass sowohl die Bergbau-betreibenden wie auch die politische Ebene des Landes Brandenburg im Rahmen der gesetzlichen Regelungen ihre Entscheidungen getroffen und umgesetzt haben. Den Hornoer Bürgern, die bereits in den siebziger Jahren für den Erhalt ihres über 750 Jahre alten Dorfes kämpften, hat dies nicht viel gebracht. Ihre Häuser, ihre Gärten und ihre Kirche werden zerstört werden und ihr Ort wird in den nächsten Monaten den Baggern der LAUBAG zum Opfer fallen, damit dass Kraftwerk Jänschwalde weiterhin mit preiswerter Kohle beliefert werden kann. Noch in diesem Herbst werden die meisten Bewohner nach Neu-Horno umgesiedelt und morgen, am 21. September 2003, wird in der alten Dorfkirche ein letztes Mal Gottesdienst gefeiert. Dennoch, die Hornoer haben nicht nur verloren - nein, sie haben auch etwas hinzugewonnen. Sie sind in den vielen Jahren des Kampfes um ihren Ort zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen und die Kirchengemeinde in Horno, der immerhin fast 50 % der Hornoer Bewohner angehören, hat sich hieran an vorderster Stelle sehr aktiv beteiligt. Anlässlich einer Mahnandacht am 1. April 2001 in der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg hat der Superintendent des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf Harald Sommer in seiner Predigt über den Text des Liedes "Gott gab uns Atem, damit wir leben" den Hornoern das Folgende zugesprochen: "Standhaftigkeit, die Hände nicht in den Schoß legen und auf ein unausweichliches Schicksal zu warten, das ist es, was wir von Euch lernen können, liebe Hornoer". Und weiter sagte er: "Auch wenn die Mächte der alten Erde, der alten Welt, den Sieg davon tragen sollten, einen Phyrrus-Sieg freilich, die Erde wird verwandelt werden. Ihr selbst habt Euch verwandelt in den langen Jahren Eures Widerstandes und damit viele, die Euch dabei unterstützt haben". Zum Schluss sprach er, gerichtet an die Hornoer die Hoffnung aus, dass sie viel von der Kraft ihres Widerstandes zurückbekommen mögen, wenn sie diese brauchen. Er sagte es mit den Worten: "Aber eins ist sicher, der Herrgott hat ein Auge auf Euch, denn es gilt seine Zusage: Das geknickte Rohr werde ich nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen." -- Die Hornoer werden jetzt genau diese Kraft brauchen, um den schweren Weg in die neue Heimat zu gehen, so schön diese auch immer geworden sein mag. Mögen sie dort wieder zu einem friedlicheren Leben zusammenfinden und mit ihren neuen Nachbarn gemeinsam die Zukunft gestalten. Und wir alle, die wir in den letzten 10 Jahren diesen Kampf der Hornoer begleitet haben, sind aufgerufen, mit unseren bescheidenen Möglichkeiten ihnen hierbei zur Seite zu stehen. Ich möchte deshalb an alle hier und in den Kirchenkreisen und Gemeinden die Bitte richten, in den Fürbitten der nächsten Sonntage der Hornoer zu gedenken und sie in diese einzuschließen. Gilt es doch jetzt den Menschen zu helfen, die sich als Verlierer empfinden müssen und die mit Trauer den Ort ihres bisherigen Lebensmittelpunktes verlassen werden. Gilt es doch für uns als Christen an der Seite derer zu stehen, die letztendlich die Schwächeren in diesem Kampf gewesen sind und nunmehr weichen müssen.


Unser Praktikant Gregor Nause blick zurück:
Ein Monat im Glück

Bereits der Praktikumsanfang war ein Erlebnis. Los ging es am 31.8.03 mit dem Gemeindeausflug nach Zehdenick, wo ich die Gelegenheit bekam mich mit den Gemeindegliedern vertraut zu machen. Außerdem lernte ich wie der Rest unserer Gesellschaft ein sehr innovatives Obdachlosenprojekt kennen, was uns alle sehr beeindruckte. Was mich in meinem Praktikum beeindruckte, war die Tatsache, dass es so viele Aktivitäten außerhalb des "normalen Programms" gibt, die ich aus meiner Gemeinde noch nicht kannte. Dass es für jede Generation mehrere Rüstfahrten und Ausflüge gibt, war für mich unvorstellbar bzw. kannte ich bisher nicht. Das vorrangige Ziel dieses Praktikum war es, in die Gemeindearbeit einen Einblick zu gewinnen. Mein persönliches Ziel bestand darin, Gemeindearbeit so zu erleben, wie ich es bisher nicht getan hatte.
Dank meines Mentors Pfarrer Kees, und auch Pfarrer Hecker, Tordis Kober, Frau Böhnke und Ihnen, konnte ich meine Ziele erreichen und viele Eindrücke gewinnen. Baumschulenweg hat mir meinen Berufswunsch noch näher gebracht und mich in meinem Ziel Gemeindepädagoge zu werden bestärkt. Dafür noch mal ein Dankeschön und bis bald.


Professor Viktor Romanko Russischer Knopfakkordeon-Virtuose in unserem Gemeinderaum am 25.Oktober, 17.00 Uhr Eintritt frei, Kollekte erbeten

Professor Viktor Romanko ist 1. Preisträger des Internationalen Wettbewerbs in Klingenthal und 1. Preisträger für Improvisationskunst in Rußland. Außerdem ist er Preisträger zahlreicher Wettbewerbe in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Als Anerkennung für besondere Leistungen wurde Viktor Romanko 1994 als "Verdienter Künstler Rußlands" ausgezeichnet. Viktor Romanko wurde 1953 in Gukowo/Gebiet Rostow am Don geboren. Nach seiner pädagogischen und künstlerischen Ausbildung arbeitet Viktor Romanko heute als Professor am Ural-Konservatorium in Jekaterinburg in Rußland. Der bekannte Künstler spielte zahlreiche Konzerte in den GUS-Staaten, Polen, Tschechien, Italien, Belgien, Deutschland, Schweden, Norwegen, Österreich, Frankreich, in der Schweiz und in der Türkei. Viktor Romanko bespielte bisher zwei Schallplatten, drei Musik-Cassetten und 4 CDs.

Folgende CDs sind erhältlich:
"Viktor Romanko - Bajan" (1996)
"Von Vivaldi bis Gershwin" (1997)
"Improvisationen" (2000)
"Faszination Bajan" (2002)

Das musikalische Spektrum spannt einen Bogen von Klassik, Originalmusik, volkstümlicher Musik bis hin zur Rock- und Popmusik. Viktor Romanko ist der einzige Künstler der Welt, der die Komposition "Die vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi in eigener Bearbeitung als Gesamtwerk auf dem Bajan (Knopfgriffakkordeon) vorstellt. Ein ganz besonderer Leckerbissen wartet auf die Konzertbesucher, denn Viktor Romanko ist "Der Improvisationskünstler" auf dem Knopfgriffakkordeon. Mit bekannten Melodien, die er spontan auf der Bühne in verschiedenen Stilrichtungen zu neuen Kompositionen verwandelt, begeistert er immer wieder das Publikum. Nicht nur Musikpädagogen, Studenten und Kenner der Akkordeonszene bewundern den außergewöhnlichen Künstler, sondern auch die zahlreichen Konzertbesucher, die das Instrument Akkordeon in dieser Perfektion noch nie hören konnten. Freuen Sie sich auf ein Konzert mit Viktor Romanko!


Ein schönes Wochenende in Emmen
Wieder einmal ist eine Gruppe von 13 Gemeindemitgliedern zu einem wunderschönen Wochenende bei unseren Freunden in der Partnerschaftsgemeinde Emmen/Niederlande unterwegs gewesen. Das Wochenende stand im Zeichen der Friedenswoche in Emmen, die gerade begonnen hatte. Wir näherten uns diesem großen Thema, von dem Fritz Stegeman zur Einleitung konstatierte, dass man den Frieden nur durch aktives Handeln erreichen und bewahren kann, zunächst spielerisch. Am Sonnabend haben wir unseren Gedanken dazu in Wort, Gesang, Gemälde und Kollagen Ausdruck gegeben. Die Ergebnisse sind dann in den sonntäglichen Gottesdienst eingeflossen. Bei herrlichem Wetter besuchten wir noch das Torfmuseum bei Emmen, wo Leben und Arbeiten der Torfstecher bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhundert in einem großen Freiluftmuseum gezeigt wird. Uns wurde vor Augen geführt, dass unser Wohlstand nur auf eine sehr kurze Zeitspanne zurück geht; die Torfstecher lebten noch weit in das 20. Jahrhundert unter primitivsten Verhältnissen in bitterer Armut. Das hat uns doch zum Nachdenken gebracht. Nach Gottesdienst, gemeinsamem Mittagessen und Kaffeetrinken ging es mit vielen guten Eindrücken und Anregungen wieder zurück nach Berlin. Nochmals vielen Dank für die herzliche Gastfreundschaft. Wir haben vereinbart, dass im Frühjahr - der Termin wird rechtzeitig auch im Monatsgruß bekannt gegeben - die Emmener nach Berlin kommen. Im Herbst wollen wir das 20-jährige Bestehen unserer Partnerschaft groß feiern, vielleicht an der Ostsee oder in der Lüneburger Heide.
Rolf Letzig


"Begräbnismotetten der Familie Bach"
Werke von Johann Bach
(1604-1673),
Johann Christoph Bach
(1642-1703)
Johann Michael Bach
(1648-1694)
Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Johann Christoph Friedrich Bach
(1732-1795)

Ewigkeitssonntag,
den 23. November 2003
um 17.00 Uhr in unserer Kirche

Es musizieren das Orchester Concertino Berlin und der Berliner Vokalkreis unter Leitung von Johannes Raudszus Eintrittskarten zu 10 Euro und ermäßigt 8 Euro ab Anfang November im Gemeindebüro.

Die Motette - Prüfstein kompositorischer Meisterschaft im 14. und 15. Jahrhundert, vergleichbar der Gattung Streichquartett im 19. Jahrhundert. Was bedeutete die ehrwürdige Satzart Johann Sebastian Bach, seinen Vätern und Nachkommen? Zur Umzugsmusik für die Kurrende, zur Begräbnismusik für kleine mitteldeutsche Kantoreien scheint die Motette zu ihrer Zeit herabgesunken zu sein. Der alte Schütz sandte ihr in seiner "Geistlichen Chormusik" von 1648 und in seinem "Schwanengesang" einen Nachruf als dem "Kern" und "Fundament" der Kompositionskunst zu. Als ob die thüringischen Bachs das Vermächtnis aufgreifen wollten, pflegten sie die Motette weiter. Und so gab allgemein die protestantische Kirchenmusik den Raum für das Fortleben der Gattung im 17./18. Jahrhundert. Wie sich über 150 Jahre die Gestalt mehrstimmiger Kompositionen zum Begräbnis wandelte, wird im Programm des Berliner Vokalkreises "ohrenfällig". Auch wenn die Großwerke des Leipziger Thomaskantors J. S. Bach einsame Gipfel der neuzeitlichen Motettenkunst darstellen - Kompositionen aus dem "Altbachischen Archiv" von Johann Christoph oder Johann Michael Bach sind von ebensolcher anrührender Kraft. Als ältester und jüngster Bach sind der Erfurter Organist Johann Bach und der sogenannte "Bückeburger" Bach, Johann Christoph Friedrich Bach, vertreten. Werke des Thomaskantors Bach werden das Programm einrahmen. Daß die meisten Kompositionen in großer Eile für Feiern am Grab entstanden, mag man sich kaum noch vorstellen. Die Motette hatte einen geschützten Raum gefunden. Ihre ermutigenden Botschaften in dunklen Stunden möchte der Berliner Vokalkreis weitertragen.
Dr. Ekkehard Krüger


Umwelttipps
QUELLE: Dr. Monika Altmeyer-Belz, Ullstein Buchverlage GmbH

Der ökologische Putzschrank

Deutschland ist weltweit Spitzenreiter beim Pro-Kopf-Verbrauch von Wasch- und Reinigungsmitteln. Viele dieser Reiniger sind zwar auf Druck der Verbraucher entschärft worden, sie enthalten aber trotzdem noch Problemstoffe, die unsere Gesundheit gefährden können und der Umwelt zu schaffen machen. Wie Sie diesen Gefahren am effektivsten aus dem Weg gehen sollen, sollen folgende Tips aufzeigen:

Tip 1: Die beste Lösung ist eine Minimallösung. Das heißt, Sie sollten weitestgehend auf ein breites Spektrum an Reinigungsmitteln verzichten und Allzweckreiniger mit Umweltzeichen einsetzen.

Tip 2: Als ökologische Allzweckreiniger eignen sich am besten natürlich abbaubare Produkte wie Schmierseife oder Essigessenz. Allerdings sollte mit diesen nicht zu verschwenderisch umgegangen werden, denn dann können auch sie zu einem Problem für die Umwelt werden.

Tip 3: Versuchen Sie zunächst, auf die "Chemiekeule" zu verzichten, und greifen Sie auf althergebrachte mechanische Reinigungsmethoden zurück. Ein verstopfter Abfluß kann zum Beispiel mit einer Gummi-Saugglocke freigemacht werden.

Tip 4: Mischen Sie niemals verschiedene Reinigungsmittel, um einen "Universalreiniger" herzustellen. Dabei können hochgiftige Gase entstehen, die Ihrer Gesundheit schaden.

Tip 5: Für hartnäckigen Schmutz empfehlen sich Scheuermittel. Diese sollten lediglich Soda, Seife, Citrat und Steinmehl oder Kreide enthalten. Scheuermittel können Sie übrigens auch selbst herstellen. Dazu benötigen Sie 150 g Schlämmkreide, 80 g Soda, 50 g Seifenflocken und 5 Tropfen Zitronenöl. Das so gewonnene Scheuermittel ist acht Monate lang haltbar.

Tip 6: Achten Sie beim Einkauf von Reinigungsmitteln auch auf eine umweltfreundliche Verpackung.

Energiesparende Töpfe und Pfannen

Im Bereich der Küchenutensilien gibt es eine verwirrende Vielfalt von Produkten, die es dem Verbraucher schwer machen, das Richtige für den eigenen Haushalt auszusuchen. Gerade bei Töpfen und Pfannen gibt es da große Unterschiede. Oft wird aber beim Kauf nur auf das Aussehen und den Preis geachtet. Wichtig ist jedoch in erster Linie, daß sich Töpfe und Pfannen gut handhaben lassen und energiesparend sind, also das Zusammenspiel von Topf und Herd optimiert ist. Hierauf sollten Sie beim Topfkauf achten:

Tip 1: Der Topf sollte die Herdplatte um einen Zentimeter überragen. So ist eine optimale Energieausbeute möglich. Ist der Topf oder die Pfanne wesentlich kleiner, geht unnötig Wärme verloren.

Tip 2: Ein guter Topf hat einen zwei bis vier mm dicken Boden (emaillierter Stahl zwei bis drei mm dick), der beim Fortgaren noch ungefähr 12 Minuten die Wärme hält und somit ein frühzeitiges Ausschalten der Herdplatte ermöglicht.

Tip 3: Achten Sie auf die Bodenwölbung der Pfanne oder des Topfes. Der Boden sollte leicht nach oben gewölbt sein. Beim Erwärmen dehnt sich der Boden dann nach unten aus und liegt plan auf der Herdplatte. Ist der Boden beim Kauf gerade, kann das zum "Tänzeln" des Topfes führen.

Tip 4: Der Deckel sollte fest und gut sitzen, denn so ist garantiert, daß der Wärmeverlust gering gehalten wird. Kochen Sie deshalb auch immer mit geschlossenem Deckel.

Tip 5: Ziehen Sie den Kauf eines Schnellkochtopfes in Erwägung. Wenn die konventionelle Garzeit 25 Minuten überschreitet, arbeitet ein Schnellkochtopf effektiver. Dies gilt insbesondere für Getreideprodukte wie Reis oder Grünkern und auch für getrocknete Hülsenfrüchte.

Tip 6: Beim Kauf von Töpfen und Pfannen lohnt es sich immer, eine Beratung bei Fachbetrieben in Anspruch zu nehmen.


Fürbitte:
Mit kirchlichem Geleit bestattet wurde:
Gerhardt Starke im Alter von 80 Jahren