Monatsgruß Dezember 2000
 
 
 
  Monatsspruch: Lukas 1,78
  Bläsermusiken
  Heiligabend in unserer Gemeinde - Möglichkeiten zum Teilen
  GKR-Wochenende:
      Fleißig-Fleißig
      Abendmahl mit Traubensaft (und Wein) ?
  Hilfe, Hilfe - der Weihnachtsbaum!!!
  zur Person
  Spendenaufruf
  Der Messias
  Dezembergedanken von Marlene Uhlenbrock
  Alt Buchhorst und die“Sektenforscher”
  Besuch im Kloster - eine echte “Mittelalterrüste” ?
  Von der Gemeinde in den Knast
  Kirchenasyl  - oder Abschiebung in Gefahr für Leib und Leben
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Monatsspruch
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe.
Lukas 1,78


  Wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über. Zacharias ist voll Lob, er lobt Gott. Endlich kann er wieder sprechen. Die Stummheit, zu der ihn Gott wegen seines Zweifels an der Geburtsankündigung verurteilt hat, ist nach der Geburt seines Sohnes Johannes gewichen. Nun lobt er Gott, den Herrn Israels, „denn er hat besucht und erlöst sein Volk“.
Voll von einer merkwürdigen Spannung sind die ersten beiden Kapitel des Lukasevangelium. Man hat zuerst einmal den Eindruck, als ginge es um ein Evangelium, das sich um Johannes den Täufer dreht. Seine Geburt und zuvor die Ankündigung derselben bestimmen das erste Kapitel. Dahinein verwoben - fast ein Fremdkörper - ist die Ankündigung der Geburt Jesu. Erst im Kapitel 2 heißt es dann: „Es begab sich aber zu der Zeit...“, erst dann wird die wunderschöne Geschichte von der Geburt Jesu erzählt.
Nun hat man diesen Spruch ja bestimmt nicht zum Dezember ausgesucht, um an die Geburt der Johannes zu erinnern, zumal wir dessen Geburt ja zu St. Johannis, am 24. Juni, feiern.
Die Tatsache, daß in unserem Vers in der Zukunft gesprochen wird, „das Licht wird uns besuchen“, gibt uns das Recht, diesen Vers auf Jesus zu beziehen.
Jesus, menschgewordene Barmherzigkeit unseres Gottes! Jesus, das aufgehende Licht aus der Höhe!
Wie sinnbildlich, daß die Christen im 3. Jahrhundert angefangen haben, Jesu Geburt ausgerechnet am 25. Dezember zu feiern, an dem man bis dato das Fest der unbesiegbaren Sonne gefeiert hatte.
Historisch ist das nicht, denn - so sagen die Forscher, die mit den Gebräuchen im Heiligen Land vertraut sind - im Dezember waren keine Hirten mit ihren Herden draußen auf den Feldern.
Und unumstritten war der Termin auch nicht, denn in Palästina und Kleinasien, feierte man schon längst das Fest der Erscheinung Gottes auf Erden - den 6. Januar, Epiphanias, als Geburtsfest.
Nein, daß wir - wie es die Gemeinde in Rom begonnen hat - die Geburt Jesu am 25. Dezember feiern, das ist ein Symbol für das  „aufgehende Licht aus der Höhe.“ Von diesem Tag an hat nämlich die zunehmende Dunkelheit endlich ein Ende, von nun an werden die Tage wieder länger und die Nächte wieder kürzer.
Wir heute merken das kaum, wir haben ja elektrisches Licht. Und achten Sie einmal darauf, wie wir mit der Elektrizität gegen die Dunkelheit ankämpfen - gerade jetzt im Dezember.
Für die Menschen damals war das ganz augenfällig. So wie vom 25. Dezember die Tage wieder länger werden und uns wieder mehr Licht bescheren, so ist Jesus Christus Licht in unserem Leben, so ist er der, der Wärme bringt, der die Dunkelheit vertreibt, der unser Leben hell macht. Gott sei Dank.
Fangen wir an, Gott zu loben, daß das Licht des Glaubens uns erfaßt hat, daß es bei aller „weltlichen“ Dunkelheit in unserem Leben „geistlich“ hell ist, daß es ihn gibt, der das Leben innerlich, ganz drinnen hell macht.
Fangen wir an, Gott zu loben, daß er uns durch Jesus Christus, das aufgehende Licht aus der Höhe, die Mensch gewordene Barmherzigkeit, den Zugang ermöglicht hat zum Licht des Glaubens, zum Licht eines Lebens mit Gott. Fangen wir an, denn wes das Herz voll ist, des soll der Mund überlaufen.

Ihr Pfarrer Kees


Bläsermusiken
In diesem Jahr werden wir außerordentlich verwöhnt mit Posaunenchören zu Advent und Weihnachten:
Nun schon zum zweiten Mal werden wir gastgebende Gemeinde für das Advents- und Weihnachtsblasen der Oberspreer Bläserchöre sein. Zuvor war diese Veranstaltung immer in Treptow. Dort wird aber dafür - wie im vorigen Jahr - das gemeinsame Chorkonzert der Chöre unserer Region stattfinden (siehe Seite 11). So hoffen wir, daß uns die Treptower nicht böse sind, wenn sie zur Bläsermusik zu uns kommen müssen. Andersherum haben ja immer viele Baumschulenweger die Bläsermusik in Treptow besucht.
Achtung: Wegen der überaus kurzen Adventszeit findet die Bläsermusik in diesem Jahr am Samstag vor dem dritten Advent statt, also am 16. Dezember um 17 Uhr. Fürs nächste Jahr liegt die Anfrage schon vor - ab dreimal ist es Tradition.
Weil die Kirche ohnehin geheizt ist, werden wir den Gottesdienst am dritten Advent in der Kirche feiern, wieder mit Bläsermusik unter der Leitung von Barbara Barsch.
Am Heiligen Abend in der 18-Uhr-Christvesper und am ersten Feiertag zum Gottesdienst werden wir dann Herrn Fredrich mit den Bläserinnen
und Bläsern aus Treptow und Baumschulenweg begrüßen können.


Heiligabend in unserer Gemeinde
     Möglichkeiten zum Teilen
Auch in diesem Jahr möchten wir am Heiligen Abend in den Christvespern wieder für besondere Projekte Kollekten sammeln. Damit Sie vorab Einblicke in diese gewinnen können, möchten wir sie Ihnen kurz vorstellen.
Die erste Christvesper um 15.00 Uhr wird traditionell von den Christenlehrekindern mit einem Krippenspiel unter der Leitung von Frau Eberhardt gestaltet.  Sammeln möchten wir zum einen für das Projekt “Abrahams Herberge”. Diese soll eine Übernachtungs- und Begegnungsstätte für insbesondere junge Christen, Muslime und Juden unter der Obhut der Evangelisch-Lutherischen Reformations-Kirche in Beit-Jala (Palästina) werden. Beit -Jala, zentral zwische Jerusalem und Bethlehem gelegen, ist ein sozialer Brennpunkt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40%. Die Reformationskirche unterhält dort, durch Spendengelder finanziert, bereits eine Sozialstation, welche vielfältige Hilfe für die Menschen aller drei Konfessionen leistet. “Abrahams Herberge” soll nun ein weiteres Projekt für eine bessere Zukunft sein, ein kleiner Baustein für einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Hier sollen die Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Religionen sich kennenlernen und verständigen können. Leider kann die Reformkirche ihr friedenstiftendes Projekt nicht selbst finanzieren und ist auf die Hilfe von Partnergemeinden im Ausland angewiesen. Da der Frieden in Nahost zur Zeit wieder auf so wackeligen Beinen steht, wie schon lange nicht mehr, möchten wir zusammen mit der Reformkirche in Beit-Jala erste kleine Schritte tun und daher für “Abrahams Herberge” unsere Kollekte geben. Zum anderen sammeln wir um 15.00 Uhr für die Kinderarbeit in unserer Kirche, also für Materialien, Kinderrüstzeiten usw.
Um 16.30 Uhr wird Sie die Junge Gemeinde mit ihrem Krippenspiel durch die Christvesper begleiten. Die Ansprache wird Pfarrer Kees halten. In der 18.00-Uhr-Vesper werden wir in diesem Jahr Herrn Fredrich mit seinen Bläsern zu Gast haben. In beiden Vespern sammeln wir wie üblich einerseits für “Brot für die Welt” und anderseits für ein Projekt in unserer Gemeinde.
“Brot für die Welt” wird 40 Jahre alt. In dieser Zeit ist “Brot für die Welt” den Menschen in den Entwicklungsländern ein zuverlässiger Partner gewesen. Ca. 800 Projekte in über 80 Ländern können dank Ihrer Spenden Jahr für Jahr gefördert werden. Eines dieser Projekte ist bspw. “Bitterer Orangensaft”, ein “Eine-Welt-Projekt” in Brasilien, wo täglich über 150.000 Menschen, auch Kinder (!), auf den Orangenplantagen arbeiten. Ein Arbeitstag dauert bis zu 12 Stunden, die vollen Erntesäcke wiegen 20 Kilogramm - eine Last, die vor allem die Wirbelsäulen von Kindern nicht unbeschadet ertragen können. In Deutschland fördert der “Arbeitskreis Kinderarbeit und Orangensaft” in enger Absprache mit den brasilianischen Partnern den fairen Handel mit Orangen. Dieses ist eines der unzähligen Projekte, das “Brot für die Welt” unterstützt. Bitte helfen auch sie den Menschen in der Dritten Welt mit einer Kollektengabe am Heiligen Abend.
Die anderen Kollekten in den 16.30 und 18.00-Uhr-Vespern, sollen als Finanzspritze für unseren geplanten Toiletteneinbau dienen. Wie Sie sicher wissen, befindet sich unsere Gemeinde diesbezüglich in einer unschönen Lage. Eine Toilette in der Kirche und eine machmal auch zwei Toiletten im Gemeindehaus führen bei Gottesdiensten und Großveranstaltungen, wie wir sie ja nicht selten haben, zu katasrophalen Situationen mit langen Warteschlangen. Um diesem Desaster ein Ende zu bereiten, planen wir einen Umbau. Hierfür bedarf es trotz Zuschüssen auch einer finanziellen Eigenleistung und wir sind daher auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Ein musiklisches Geleit in die Heilige Nacht wird uns dann um 22.30 Uhr wieder der Chor der orthodoxen Gemeinde aus Bialistok bereiten.Der aus 10 jungen Männern bestehende Chor der Heilig-Geist-Gemeinde  hat großen Anteil an den kulturellen Aktivitäten seiner Heimatstadt. 1997 gewann er den ersten Preis in der Kategorie der städtischen Gemeindechöre auf dem Internationalen Festival der orthodoxen Kirchenmusik in Hajnóvka. Der Eintritt ist wie immer frei. Um die Kosten für Fahrt und Unterbringung des Chores sowie die Heizkosten unserer Kirche decken zu können, wird eine Kollekte erbeten.
B.Winkler
Weitere Informationen auf der  Homepage

Fleißig - fleißig
Wie in jedem Jahr war der GKR im November ein Wochenende gemeinsam in Klausur, diesmal in Reitwein an der Oder. Wir haben fleißig gegessen, fleißig getrunken, fleißig gespielt, sind fleißig spazieren gegangen, vor allem aber haben wir fleißig gearbeitet. Es ging um die neue Lebensordnung unserer Kirche. Da sich keine anderen Gemeindeglieder angemeldet hatten, haben wir das Programm ein wenig verändern können. Im Mittelpunkt stand nun nicht die Lebensordnung, sondern ein Bericht über die gesamte Gemeindearbeit, ohne dabei die Lebensordnung zu vergessen. Alle Themen des Gemeindelebens wurden besprochen, wobei wir immer auch einen Blick in die Lebensordnung warfen, um zu sehen, ob unsere Praxis dieser entspricht.
Herausgekommen ist ein ziemlich ausführlicher Bericht, den Sie ab Anfang Dezember im Gemeindebüro erhalten können. Wir wollen damit der gesamten Gemeinde Rechenschaft über die Arbeit der vergangenen Jahre geben. Am 25. Februar 2001 wollen wir dazu eine Gemeindeversammlung durchführen. Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Kritiken zum Bericht haben, bitten wir Sie, diese am besten schriftlich bis Ende Januar einzureichen, damit wir bei der Gemeindeversammlung schon darauf reagieren können.
R.Kees


Abendmahl mit Traubensaft
( und Wein ) ?
In der neuen Ordnung des kirchlichen Lebens wird im Abschnitt “Abendmahl” erwähnt, daß “aus seelsorgerlicher Verantwortung heraus im Ausnahmefall Traubensaft” gereicht werden kann und daß “gelegentliche alkoholfreie Abendmahlsfeiern” stattfinden können.
Daneben gibt es Äußerungen aus der Gemeinde, daß der Wunsch nach Abendmahlsfeiern besteht, bei denen neben Traubensaft auch Wein gereicht wird.Abendmahl
Diesen Wünschen und Forderungen steht unsere lang gepflegte Praxis, wie sie nach Diskussionen in der Gemeinde durch den GKR im Jahre 1984 beschlossen wurde, gegenüber, zum Abendmahl lediglich Traubensaft zu reichen.
Der GKR ist bemüht, bis zur Gemeindeversammlung am 25. Februar 2001 eine Beschlußvorlage hierzu zu erarbeiten und sie auf dieser vorzustellen. Um ein breites Meinungsspektrum in diesen Beschluß einfließen lassen zu können, benötigt er Ihre Hilfe. Bitte schreiben sie uns zu diesen neu zu bedenkenden Gesichtspunkten. Wollen sie an der bisherigen Praxis festhalten oder stellen sie sich die Abendmahlsfeiern in Zukunft anders vor? Bitte teilen Sie dem GKR Ihre Meinung und konkreten Vorschläge bis Ende Januar 2001 mit.
Schreiben sie uns oder hinterlegen Sie ihre Briefe im Gemeindebüro, wir werden ihre Briefe an den GKR weiterleiten. Wir hoffen auf viele Zuschriften. Vielen Dank im Voraus.
U.Gogalla


Hilfe, Hilfe - der Weihnachtsbaum!!!
Bereits am Freitag, dem 8.12., soll am Nachmittag der Weihnachtsbaum für unsere Kirche geholt und aufgestellt werden. Diesmal hat ihn Frau Christine Schulz von ihrem Grundstück in der Kleingartenanlage Waldesgrund zur Verfügung gestellt.
Es ist wahnsinnig schwer, einen ca. 7 Meter hohen Baum zu fällen, aufzuladen, und dann vor allem über die Bänke in den Altarraum zu tragen und ihn dort als Weihnachtsbaum aufzustellen. Das erfordert auch in diesem Jahr viele kräftige Leute. Je mehr Männer dabei sind, desto eher ist dieses schwere Werk zu schaffen. Bitte melden Sie sich im Gemeindebüro, wenn sie in der Lage sind zu helfen, damit wir nicht, wie im vergangenen Jahr, noch am selben Tag nach Helfern telefonieren müssen.
Wenn der Baum am 8. 12. aufgestellt sein wird, soll die Kirche für die Konzerte und das Weihnachtsfest “herausgeputzt” werden.
Ob Bänke “rücken” oder Staub wischen - es ist nach dieser Baumaktion erfahrungsgemäß viel zu tun.
Wer kann uns am Montag, dem 11. Dezember in der Zeit von 9.00-12.00 Uhr helfen?
Ihre R.Kees und H. Böhnke

Zur Person
Der Gastprediger am zweiten Advent, Hanfried Zimmermann, ist zur Zeit Stadtjugendpfarrer von Berlin. Er arbeitet im Amt für evangelische Kinder- und Jugendarbeit. Zuvor war er bis 1991 in der evangelischen Kirchengemeinde am Fennfuhl (KK Lichtenberg) für Kinder und Jugendarbeit zuständig. In dieser Zeit hat er sich zum Gemeindepädagogen qualifiziert und ist seit dem ordinierter Pfarrer unserer Landeskirche. Er ist einer der drei Kandidaten, aus denen die Kreissynode am 27.11. für unseren fusionierten Kirchenkreis einen neuen Superintendenten bzw. eine Superintendentin wählen müssen. So wird am zweiten Advent schon feststehen, ob sich uns in ihm der neue Superintendent vorstellt. Wir danken ihm, daß er sich bereiterklärt hat, Pfarrer Kees zu vertreten, der am zweiten Advent im Auftrag unserer Gemeinde zur Einführung von Pfarrer Reinmuth nach Wassenberg an den Niederrhein fährt.


Spendenaufruf
Sparmaßnahmen bei der Krankenkasse?
         - wie gut geht es uns doch !!!

Stellen Sie sich einmal vor: Sie würden, wenn Sie ins Krankenhaus müssen, nur behandelt, wenn Sie Bettwäsche, Handtücher und Selbstverpflegung mitbringen.
In Weißrussland ist das so. Darum wollen wir dringend für einen Transport nach Weißrussland Bettwäsche und Handtücher sammeln.
Informationen bekommen Sie im Gemeindebüro.

Ihre Helga Böhnke


“Der Messias”
     von Georg Friedrich Hädel am 17. 12. um 17.00 Uhr

Der Messias
 

Es singt die Berlin-Brandenburgische Chorvereinigung begleitet von dem lin-Brandenburgischen Kammerorchester unter der Leitung von Erwin Gabrysch.
Solisten sind: Cornelia Gutscher – Sopran, Bärbel Schön – Alt, René Heß – Tenor und Martin Schubach – Baß.
Wir haben uns mit dem Kulturamt auf die doch sehr günstigen Preise von 15,- und 10,- DM geeinigt.
Die ermäßigten Karten gibt es, wie üblich, für Schulkinder, Studenten sowie für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner,
die von der Zuzahlung für Medikamente befreit sind.
Karten gibt es beim Kulturamt oder im Gemeindebüro.
Händel                                      Tordis Kober


Dezembergedanken
von Marlene Uhlenbrock
Ich danke Gott und meinen Eltern für mein Leben.
Ich grüße meine Kinder, Enkel,
Geschwister, andere Verwandte und Freunde für unsere Zeit des Lebens, und ich kleide mich in Worte,
Zeichnungen und Farben;
und ich bewege mich langsam durchs Land in die Nähe des Meeres.
Dort verharre ich am Strand, blicke in die Weite von Himmel und Meer:
den stetig herankommenden Wogen aus der Ferne zu, die mir zu Füßen anhalten, den Sand befeuchten, die Steine, die Muscheln.
Und über mir aus den grauen Wolken fliegen die weißen, braunen,
schreienden, lachenden, seufzenden Möwen heran und warten schweigend neben mir auf Brotbrocken, die ich bei mir habe und ihnen zuwerfe.
Welch ein poetischer Tag – unendliches Grau von Himmel und Meer und Stand – einsam ein Mensch, umflogen, umstanden von rufenden, schweigenden Möven – Augenblicke von freiem Leben – Zeitzeichen – was ist – Geben und Nehmen, Erleben von Ewigkeit im Moment, Freiheit, Weite, Ruhe, im Wind, stehen für Leben, das nur augenblicklich ist – ohne Krieg, Mord, Folter, Krankheit war.
Solche freie, ruhige Weite November – Dezembereinsamkeit am Meeresstrand, Gott zu begegnen zwischen Wogen und Sand, Himmel und Erde, meine freie Zeit, mein Weihnachten.
Mein größtes, schönstes, eignes Weihnachtsgeschenk, das einzige, was ich mag: Weite, Ruhe, Freiheit, Luft, Wind, Meer, Sand, Himmel und Erde, Leben noch, für einen Moment.


Aktuelles aus Palästina
 Ein Brief der Betroffenheit
Ein Brief von Viola Raheb, einer christlichen Theologin und Lehrerin aus Bethlehem, erreichte uns kruz vor Redaktionsschluß. Wir geben ihn an Stelle der sonst üblichen Anzeige für das Abo des Monatsgrußes hier wieder. Es ist ein authentisches Zeugnis der gegenwärtigen Situation aus der Sicht der Palästinenser:
"Liebe Freundinnen und Freunde Palästinas,
seit nun dreißig Tagen nimmt unser Leben in Palästina ein neues Gesicht an: Tagsüber Demonstrationen und Begräbnisse von erschossenen, nachts werden wir zur Zielscheibe israelischer Kampfhubschrauber und Panzer.
Die heutige Situation zeigt die große Kluft zwischen politischem Reden und politischer Realität. Barak, noch kürzlich als Friedenstaube gefeiert und von Amerika noch immer dafür gehalten, hat die Maske fallen lassen. Obwohl zur Linken gezählt, verfolgt er eine noch extremere Politik als die Rechten.  Über dreißig Tage leben wir Palästinenser und sind gefangen in unseren eigenen Städten bzw. Zonen,  abgeriegelt von der ganzen Welt und von den anderen Orten Palästinas dazu. Und nicht nur die Bewegungsfreiheit ist zu Ende, auch die Kommunikation mit den anderen: Seid dem 28. September wird keine Post mehr zugestellt. In dreißig Tagen, mehr als 150 Tote, mehr als 5000 Verletzte, viele davon mit bleibenden Schäden. Der Einsatz von Raketen, von Panzern, von Scharfschützen und Spezialeinheiten macht aus Palästina ein geschändetes Land. Hunderte von  Menschen verlassen vor Einbruch der  Dunkelheit ihre Häuser, die an den Grenzen der Zonen liegen, so werden auch sie zu Flüchtlingen „über Nacht“, diesmal im eigenen Land.
Zuletzt verfolgt Barak nicht nur eine Politik der Erweiterung der Siedlungen, so hat er grünes Licht  gegeben, bereits geräumte Plätze neu zu besiedeln, nein er will mit der Durchsetzung einer Politik der Trennung zwischen den Gebieten Palästina endgültig in Arpartheidssystem verwandeln. Doch seine vielleicht größte politische Errungenschaft in den letzten dreißig Tagen, ist es,  Israel im gesamten Nahen  Osten völlig ins Abseits gestellt zu haben.
Obwohl die Ereignisse in Palästina den Namen Jerusalem- Intifada tragen, haben sie eine andere Dimension angenommen als 1987. Obwohl unter viel schwierigeren Bedingungen begonnen, scheinen die Palästinenser die Lehre gezogen zu haben, daß der politische Zusammenhalt aller Fraktionen und die Organisation des täglichen Lebens die große Herausforderung darstellt. So ist ein unnormaler Zustand zur Normalität geworden. Schulen und Universitäten öffnen ihre Tore, trotz Abriegelung und trotz der Gewalt, Geschäfte sind geöffnet, verkaufen, was noch über Umwege in die A-Zone gelangt. Und die Welt schaut tatenlos zu, wie täglich die Menschenrechte in Palästina verletzt werden. Es erweist sich die Lehre der ersten Intifada: Wir müssen die Zukunft in die eigenen Hände nehmen. Nur, welche Zukunft wird das sein?
Eure Viola Raheb

Alt Buchhorst und die“Sektenforscher”
Vom 27.Oktober bis 01. November dieses Jahres kam es zum mysteriösen Verschwinden der Baumschulenweger Konfirmandengruppe und Teilen der Jungen Gemeinde. Auch die Junge Gemeinde von Johannisthal schien wie vom Erdboden verschluckt.
Nach eingehender Befragung einiger Bezugspersonen der Vermißten konnte ihr Aufenthaltsort jedoch schnell lokalisiert werden: Die Gruppe hatte sich ins brandenburgische Dörfchen Alt Buchhorst zurückgezogen, um unter fachkundiger Anleitung von Herrn Pfarrer Kees und  von seinem Assistenten Philipp Mosch das Licht der Aufklärung in die finstere Welt der Sekten zu bringen. Mit großer Ernsthaftigkeit wurden Videos gezeigt, Texte über Betroffene gelesen und intensive Gespräche geführt. Arbeitsweise und Ziele von Sekten wurden den jungen Leuten Rüstzeitenheim Alt Buchhorstnähergebracht. Es wurde festgestellt, daß besonders Menschen in seelischen Krisensituationen den Tricks der Sekten erliegen und in ihre Fänge geraten. Sind sie erst Teil der “Gemeinschaft” werden sie mit den Mitteln der Gehirnwäsche gefügig gemacht, brechen jeglichen Kontakt zu Familie und Bekannten ab und lassen sich körperlich, seelisch und materiell vollkommen von der Sekte ausnutzen.
Teilnehmeraussagen zufolge war der Informationsgehalt dieser Reise mindestens genauso hoch wie der Spaßfaktor: Da gab es unter anderem ganz im Sinne von Halloween eine Nachtwanderung, einen Videoabend, lustige Spielerunden, abendliche Lagerfeuerdebatten sowie Paddeln und Tischfußball für die Sportfreaks. Besonders der “Kennenlernabend” wurde gelobt, an dem man sich bei kreativ - lustigen “Kennenlern” - Spielen näherkam. Körper und Geist der “Sektenforscher” wurden auf sehr schmackhafte Weise von “Küchenmeister” Reinhard Kees zusammengehalten. Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle sowie das Fazit der Gruppe: Es war eine sehr schöne und lehrreiche Fahrt. Und dank des Pfarrers sowie Philip Moschs sind die Teilnehmer mit Sicherheit kein leichter “Sektenfang”!
Christoph Kunert


Vom 9.-12. Februar 2001 zu Besuch im Kloster
  eine echte “Mittelalterrüste” ?
Ein Thema, das wir in unserem kirchengeschichtlich geprägten Gemeindeseminar nicht geschafft haben, das aber dennoch außerordentlich wichtig und interessant ist, ist das Thema “Mönchtum”, also die besonderen Lebensformen, die das Christentum entwickelt hat, um dem Auftrag Gottes an uns Menschen in besonderer Weise gerecht zu werden. Ora et labora – bete und arbeite. Das war die Lebensregeln vieler Mönchs- und Nonnenorden. Das klösterliche Leben in Geschichte und Gegenwart einmal kennenzulernen, ist Ziel eines Wochenendes, das wir für alle interessierten Gemeindeglieder, also nicht nur für die, die das historische Gemeindeseminar besucht haben, anbieten.
In den landwirtschaftlichen Gebäuden  des Klosterstifts St. Marienthal bei Ostritz, direkt an der Neiße gelegen, haben die Zisterzienserinnen in den letzten Jahren ein Internationales Begegnungszentrum eingerichtet. Das Kloster selbst wurde im Jahr 1234 gestiftet, die barocke Anlage wurde nach einem großen Brand 1683 erbaut und ist in den letzten zehn Jahren wieder sehr schön hergerichtet worden. Dort geht es heute ganz und gar nicht mittelalterlich oder barock zu. Neue umweltfreundliche Energieprojekte in und um dieses Gebäudeensemble sind sogar ein EXPO Projekt gewesen. Die Kosten für das verlängerte Wochenende betragen ca. zwischen 150 und 190 DM plus Fahrkosten. Ich habe vorerst 25 Plätze bestellt. Damit ich die Verträge konkret abschließen kann, bitte ich die Anmeldungen bitte bis spätestens Mitte Dezember schriftlich mit Anzahlung von 100 DM im Gemeindebüro oder bei mir abzugeben. Für die, die am Freitag oder/und Montag nicht frei haben, kann die Dauer auch von Freitagabend bis Sonntagnachmittag sein.
Pfarrer Reinhard Kees

Von der Gemeinde in den Knast
– in Treptow tut sich was
In unserer Nachbargemeinde Treptow ist einiges in Bewegung geraten. Pfarrer Ziebarth, der bis dahin eine halbe Stelle in der Gemeinde und eine halbe im Kirchenkreis für Diakonie hatte, hat seit 1.3.2000 kommissarisch die Seelsorge in der Abschiebehaft Grünauer Straße übernommen. Er ist auf Grund seiner umfangreichen Sprachkenntnisse und seiner Kenntnisse in Sachen Ausländerrecht der beste Mann, den der Kirchenkreis bieten kann. Er wurde dafür von einigen wenigen (von welchen eigentlich??) Verpflichtungen in der Diakonie entlastet. In der Abschiebehaft werden von ihm und einem katholischen Kollegen 350 Menschen in einer außerordentlich schweren Situation begleitet. Am Sonntag müssen beispielsweise mehrfach Gottesdienste gehalten werden, weil der Raum alle die, die kommen wollen, nicht mit einem Mal fassen kann.
Wie sich leicht denken läßt, war die Dreifachbelastung Gemeinde-Abschiebehaft-Diakonisches Werk nicht zu schaffen und eine Lösung mußte her.
Sie ist nun gefunden. Der Kirchenkreis hat sich, obwohl es eigentlich Sache der Landeskirche ist, die Seelsorge in den Haftanstalten zu garantieren, bereit erklärt, Pfarrer Ziebarth mit dieser Aufgabe zu 50% zu betrauen. Obwohl die Landeskirche nach wie vor den gleichen Prozentsatz der Kirchensteuern behält, sah sie sich nicht in der Lage, diesen so außerordentlich wichtigen Dienst zu organisieren, geschweige denn zu bezahlen. Ganze 5.000 DM hat sie bisher zugesagt. Den Rest finanziert der Kirchenkreis und andere Sponsoren (z.B. die 5%-INITIATIVE), darüber hinaus werden wir sicher irgendwann um Kollekten für diese Arbeit gebeten. Doch zurück zu Treptow.
Für unsere Nachbargemeinde bedeutet dies: Die Gemeinde stellt Pfarrer Ziebarth für die beiden letzten Jahre seines Dienstes ganz vom Gemeindedienst frei. Die halbe Pfarrstelle wird ausgeschrieben und neu besetzt. Das Besetzungsverfahren läuft zur Zeit. Wir hoffen, daß sich dieser Wechsel nicht negativ auf unsere Zusammenarbeit in der Region auswirkt, beispielsweise auf die gemeinsame Konfirmanden- und Jugendarbeit und unser gemeinsames Kirchenasyl.
R.Kees

Kirchenasyl  - oder Abschiebung in Gefahr für Leib und Leben
Das Kirchenasyl, das wir seit ca. zwei Jahren einem jungen von Abschiebung bedrohten und in seiner Heimat zwischen die Fronten geratenen Kurden gewähren, damit er alle Rechtsmöglichkeiten auch wirklich ausschöpfen kann, und nicht durch vorzeitige Abschiebung der Rechtsmöglichkeiten beraubt wird, die ihm vom Gesetz her zustehen, hat am November eine jähe Wendung genommen. Er wurde verhaftet und sitzt zur Zeit in der Abschiebehaft in der Grünauer Straße in Köpenick. Wir haben Einspruch erhoben, und hoffen, ihn auf diese Weise wieder aus der Abschiebehaft zu bekommen. Eine Abschiebung bedeutet für ihn äußerste Gefahr an Leib und Leben. Die türkische Polizei hat schon des öfteren in jenem kurdischen Dorf im türkisch-irakisch-iranischen Grenzgebiet, in dem er aufgewachsen ist, nach ihm gefahndet.
Beten sie mit uns, daß es uns gelingen möge, ihm eine menschenwürdige und gesicherte Zukunft zu ermöglichen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. R.Kees

Vorschau

  Januar:
          7. 1.  Gottesdienst mit Tischabendmahl zur Jahreslosung
          9. 1. Geburtstagsfeier
          20.1. Hausmusik
          21. 1. Gottesdienst für Kinder und  Erwachsene
          26. – 28. 1. Rüste der JG in Altbuchhorst

siehe auch Termine

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