Monatsgruß Dezember 2002
 Gedanken zum Advent
 Partnerschaftstreffen
 Ökumene
 Wie Sie konkret helfen können
 Benefizkonzert in unserer Kirche
 Advents- und Weihnachtsmusik
 Adventsfeiern in unserer Gemeinde
 Weihnachstonzert
 Theologisches Wochenende
 Ausstellung von Architektur- und Landschaftszeichnungen
 Reise des Arbeitskreises "Kinder von Tschernobyl"
 Gott kommt zu uns
 Termine


Gedanken zum Advent
Es begibt sich in diesen Tagen, dass es wieder weihnachtet in Deutschland. In den Kirchen und in den Häusern wird man bald wieder "Macht hoch die Tür" singen, um sich auf die festliche Zeit einzustimmen. In diesem Jahr machte sich auch auf Jean-Pierre* aus der Elfenbeinküste in Afrika. Durch den beginnenden Bürgerkrieg hatte er seine Eltern und sein Zuhause verloren. Jean-Pierre versteckte sich auf einem Schiff, das ihn in das ferne Europa nach Deutschland bringt. Hier hoffte er auf eine offene Tür, die er in den Kriegswirren in seiner Heimat nirgends fand. Im Juli kommt er in Berlin an. Er kann nicht lesen und nicht schreiben und war noch nie in einer solch großen Stadt. Hier möchte er um Asyl bitten, aber wo und wie? Jean-Pierre denkt, die Polizei wird ihm am besten weiterhelfen. Und so geht er durch die offene Tür einer Polizeiwache und bedeutet den Beamten auf französisch, dass er Asyl begehre. Die Tür sollte sich bis heute nicht wieder öffnen. Die Beamten befragten und durchsuchten ihn und setzten ihn schließlich in ein Auto. Jean-Pierre denkt nichts anderes, als dass sie ihn zum Asylamt fahren. Als sich die Türen wieder öffnen, ist er statt im Asylamt in der Abschiebehaft. Die großen Tore schließen sich, bis heute ist er dort gefangen. Mit den weiten Türen in Deutschland ist das so eine Sache, muss Jean-Pierre schmerzlich lernen. Sie öffnen sich nur für das Gefängnis. "Was habe ich denn falsch gemacht?", fragt er mich verzweifelt, als ich ihn treffe. "du hast alles richtig gemacht", erkläre ich ihm. Aber das tröstet ihn nicht. "Warum bin ich dann im Gefängnis?" Ganz offensichtlich ist Jean-Pierre an seinem Grundrecht gehindert worden, in Deutschland in Freiheit einen Asylantrag stellen zu dürfen. Später werden die Polizisten bestreiten, je das Wort "Asyl" von ihm gehört zu haben, obwohl es im französischen und im deutschen das gleiche Wort ist. Das Gericht wird eingeschaltet. Der Richter äußert Zweifel an der Darstellung der Polizisten, aber Jean-Pierre kommt trotzdem nicht frei. Denn inzwischen wurde sein Asylantrag abgelehnt. Man glaubt ihm weder seine Herkunft noch seine Geschichte und das Gericht befindet, dann könne er auch in Haft bleiben. Zu Weihnachten wird Jean-Pierre, gerade einmal 17 Jahre alt, seinen 6. Monat im Gefängnis verbringen, ohne irgendetwas Kriminelles getan zu haben und gegen alles Recht, wie in einem weiteren Verfahren noch festgestellt werden soll. Doch das dauert. Eine Tür hatte sich für ihn schon lange geöffnet, die Tür zu einem Jugendheim der Diakonie. Dort könnte er warten, bis sein Verfahren entschieden ist. Doch die schweren Tore der Abschiebehaft bleiben für ihn geschlossen. Für arme Flüchtlingskinder wie Jean-Pierre tun sich in Deutschland keine Türen auf. Für sie gibt es nach wie vor keinen Raum in der Herberge, außer in der Abschiebehaft. An ihn und viele andere sollen wir denken, wenn wir in diesen Tagen wieder mit "Macht hoch die Tür" die Adventszeit begrüßen. Kommt nicht auch der Herr der Herrlichkeit zu uns und findet er wieder wie einst keinen Raum in der Herberge?
D. Ziebarth
*Der Name wurde aus Gründen des Datenschutzes geändert.


Partnerschaftstreffen am Wochenende 8.11. bis
10.11.2002 in unserer Gemeinde

Unsere Gäste aus Emmen trafen gegen 17 Uhr im Gemeindehaus in Baumschulenweg ein. Nach der Begrüßung folgte ein kleiner Imbiss und dann gab es den ersten Höhepunkt. Um 19.30 Uhr wurde in unserer Kirche vom Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus und der Chorvereinigung Spandau das Requiem op.45 von Johannes Brahms aufgeführt. Zu Beginn hörten wir die Tragische Ouvertüre op.81. Für den Samstag war ein Treffen in Friedrichshagen geplant. Wir trafen uns dort in den Räumen der Berliner Stadtmission in der Bölschestraße. Der Pfarrer der Berliner Stadtmission hielt uns eine sehr gute Andacht im Gedenken an den 9. November und berichtete danach über Aktivitäten in unserer Stadt. Eine Besichtigung der schönen Räume und gemeinsame Gespräche bei Tee oder Kaffee rundeten das ganze ab. Ein anschließender Bummel bei etwas feuchtem Wetter durch die Bölsche-straße zeigte uns einige kleine historische Gebäude und schöne Geschäfte. Zum gemeinsamen Mittagessen versammelten wir uns im historischen Bräustübl der Berliner Bürgerbräu. Das Bier schmeckte prima und die verschiedenen Gerichte mundeten sehr gut. Der Renner war das Eisbein. Den Verdauungsspaziergang machten wir zum Museum des Wasserwerkes. Wir hatten eine gute Führung. Die historischen Zeugnisse zur Geschichte der Wasserversorgung und Stadtentwässerung Berlins haben uns sehr beeindruckt. Um 17 Uhr gab es einen weiteren Höhepunkt unseres Treffens in unserer Kirche in Baumschulenweg. In beeindruckender Weise wurden Musik und Texte zum 9. November zu Gehör gebracht. So wurde in den Textberichten auf den 9. November 1918, den 9. November 1938 und den 9. November 1989 eingegangen. Die Musik wurde vom Instrumentalkreis Treptow dargeboten. Nach einem reichhaltigen Abendbrot fand dann unser geselliger Abend statt. Dieses mal war jeder Teilnehmer Vertreter eines europäischen Landes. Er hatte zu propagieren, weshalb die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union besonders wichtig für die Union sei. Am Sonntag fand zur Eröffnung der diesjährigen Friedensdekade der Gottesdienst in unserer Nachbargemeinde Tabea statt. Das Thema, das uns auch durch die zehn Friedensgebete führen sollte, war: "Warum habt Ihr Angst?" In einem gut besuchten Gottesdienst gab es in der Predigt wertvolle Hinweise zur Bewältigung dieses Themas. Nach dem Gottesdienst machten wir mit unseren Gästen einen Spaziergang, der uns den ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer von der Sonnenallee in Neukölln zur Kiefholzstraße in Treptow noch einmal gegenwärtig werden ließ.



Den Abschluss eines sehr schönen und ereignisreichen Wochenendes bildete das gemeinsame Mittagessen in unserem Gemeinderaum in Baumschulenweg. Wir freuen uns schon auf das nächste Partnerschaftstreffen im März 2003 im Haus "PATHMOS" in Pivitzheide bei Detmold. Um 15.20 Uhr verabschiedeten wir unsere Gäste auf dem Ostbahnhof. Dankbar blicken wir zurück auf zwei sehr schöne gemeinsame Tage, die unsere partnerschaftlichen Bindungen weiter vertieft haben.
H-G. Müller


Ökumene
Im Vorbereitungsmnaterial zur diesjährigen Friedensdekade war ein bemerkenswerter Artikel, den wir hier gern wiedergeben. Der Friedensnobelpreisträger, Bischof Desmond Tutu aus Südafrika spricht über seine Sicht des Konflikts zwischen Israel und Palästina.

Weckruf für Frieden im Heiligen Land auf der Grundlage von Gerechtigkeit

In der Zeit, als wir gegen die Apartheid gekämpft haben, zählten Juden zu unseren größten Verbündeten. Sie haben sich quasi instinktiv auf die Seite der Entrechteten gestellt, auf die Seite derer, die ohne Stimme waren und die gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und das Böse ankämpften. Mein Herz war immer beim jüdischen Volk. Ich bin deswegen auch Pate eines Holocaust-Zentrums bei uns in Südafrika. Ich glaube daran, daß Israel das Recht hat, seine Grenzen zu sichern. Was ich jedoch nicht begreife und keinesfalls billige, ist die Art, wie Israel mit einem anderen Volk umspringt - um seine eigene Existenz zu sichern. Während meiner Reise ins Heilige Land sah ich Dinge, die mich tief erschüttert haben - weil sie mich nämlich genau an jene Dinge erinnerten, die uns Schwarzen damals in Südafrika angetan wurden. Ich habe gesehen, wie Palästinenser an Checkpoints und Straßensperren gedemütigt wurden. Das hat mich daran erinnert, was wir durchmachten, wenn junge weiße Polizisten uns an unserer Bewegungsfreiheit hinderten. Auf einer meiner Reisen ins Heilige Land führ ich zusammen mit dem Anglikanischen Bischof von Jerusalem zu einer Kirche. Er deutete auf die (israelischen) Siedlungen, und Tränen schwangen in seiner Stimme mit. Natürlich kam mir das Bedürfnis der (jüdischen) Israelis nach Sicherheit in den Sinn - aber was ist eigentlich mit den Palästinensern, die doch ihr Land und ihre Heimstätten verloren haben? ...Einmal machte ich beispielsweise in Jerusalem einen Spaziergang mit Kanonikus Naim Ateek. Er wies mit der Hand in eine bestimmte Richtung und sagte: "Dort drüben war meine Heimat. Man hat uns von dort vertrieben. Jetzt ist sie von Israelis besetzt." Mein Herz bricht. Warum nur haben wir ein so kurzes Gedächtnis? Haben unsere jüdischen Schwestern und Brüder denn ihre eigene Demütigung inzwischen schon vergessen? Haben sie die Geschichte ihrer eigenen "kollektiven Bestrafung", die Zerstörung ihrer eigenen Häuser vergessen? Haben sie sich abgewandt von ihren tiefgründigen und idealistischen religiösen Traditionen? Denken sie nicht mehr daran, daß Gott doch aufseiten der Entrechteten ist? Durch die Unterdrückung eines anderen Volkes wird Israel nie wirklich Sicherheit und Ruhe erlangen. Wahrer Friede gründet sich immer auf Gerechtigkeit. Wir verurteilen die Gewalt der Selbstmordattentäter, und wir verurteilen den Hass, der jungen Leuten gepredigt wird und der ihre Köpfe verwirrt. Aber ebenso vehement verurteilen wir die Gewalt militärischer Operationen in den besetzten Gebieten, und wir verurteilen die Unmenschlichkeit einer Politik, die es Ambulanzen verbietet, zu verletzten Menschen zu fahren. Ich sage mit großer Sicherheit voraus: die derzeitige Militäraktion wird den Israelis nicht den Frieden und die Sicherheit bringen, die sie sich von ihr erhoffen. Sie wird vielmehr den Haß schüren. Meiner Meinung nach hat Israel jetzt drei Optionen: es kann zurückkehren zu seiner früheren Politik des Stillstands, es kann die Palästinenser ganz vertreiben, oder es kann, und das hoffe ich sehr, sich um einen Frieden bemühen, der auf Gerechtigkeit gründet sowie auf dem Rückzug aus allen besetzten Gebieten. Zudem muss Israel einen lebensfähigen palästinensischen Staat ermöglichen: zwei Staaten Seite an Seite, zwei Staaten in sicheren Grenzen. Wir in Südafrika durften einen relativ friedlichen Übergang erleben. Aber wenn der Wahnsinn in unserem Land auf diese gute Weise beendet werden konnte, wieso sollte das dann nicht überall auf der Welt möglich sein? Wenn der Friede nach Südafrika kommen konnte, so kann er doch gewiß auch ins Heilige Land kommen, oder nicht? Mein Bruder Naim Ateek hat die gleichen Worte gebraucht, wie wir sie früher gebraucht haben: "lch bin nicht für dieses Volk oder für jenes. Aber ich bin für Gerechtigkeit, für Freiheit, und ich bin andererseits gegen Ungerechtigkeit und gegen Unterdrückung." Aber Sie wissen wahrscheinlich genausogut wie ich, daß die israelische Regierung (von den USA) auf ein Podest gehoben wurde. Wenn man diese Regierung kritisiert, wird man sogleich als antisemitisch hingestellt - geradeso, als ob die Palästinenser keine Semiten wären! Ich bin noch nicht einmal anti-weiß - und mit diesem anderen Wahnsinn habe ich erst recht nichts im Sinn. Ich sage Ihnen: Ungerechtigkeit und Unterdrückung werden niemals siegen. Diejenigen mit Macht werden sich am göttlichen "Lackmus-Test" messen lassen müssen, der da untersucht: Wie geht ihr mit den Armen um? Wie mit den Hungernden? Mit denen, die keine Stimme haben? Auf der Basis dieser Fragen wird Gott sein Urteil (über die Mächtigen) sprechen. Wir müssen folglich einen Weckruf an die Regierung von Israel sowie an das palästinensische Volk starten und ihnen sagen: Glaubt uns, der Frieden ist machbar - ein wirklicher Frieden auf der Grundlage von Gerechtigkeit ist machbar. Und wir, wir wer- den alles tun, um euch bei diesem Frieden behilflich zu sein - das ist ja Gottes Traum - und ihr werdet freundschaftlich als Brüder und Schwestern zusammen leben können.


Wie Sie konkret helfen können -
Kollektenzweck der 15 Uhr Christvesper

"Dar - al Kalima" d.h. "Das Haus des Wortes" ist eine der vier evang.- lutherischen Schulen in Palästina und Jordanien. Im Jahr 2000 wurde diese Schule in Bethlehem gegründet, mit dem Ziel eine der herausragendsten Bildungseinrichtungeen im Heiligen Land zu werden. Sie liegt auf dem bezaubernden "Murier- Berg" und bietet eine Aussicht auf Bethlehem und die angrenzende Wüste. Die Schule ist für alle offen: Mädchen und Jungen, Muslime und Christen, Arme und Reiche. Sie ist sich ihrer Rolle ganz klar bewußt. Es geht darum, den Kindern beizustehen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen aufzugreifen, sie zu bewältigen. Dazu werden neben den Unterrichtsstunden - wenn diese stattfinden können - Projekte angeboten, in denen die Kinder im Rollenspiel, mit Malen und Gestalten die Probleme bearbeiten können. Auch sozialpädagogische Arbeit mit den Eltern ist inbegriffen. Diese Arbeit ist nur möglich, wenn sie von uns unterstützt wird - mit guten Gedanken, Gebeten und mit der Kollekte der Christvesper um 15.00 Uhr.


Benefizkonzert in unserer Kirche
7. Dezember 2002 16.00 Uhr Konzert

Es singen und musizieren Schüler, Chöre
und Ensemble der Musikschule Treptow-Köpenick
Gitarre: Doreen Langer
Orgel: Johannes Raudszus
Leitung: Claudia Aust

Das kleine Königreich Swaziland im Nordosten von Südafrika hat eine der höchsten AIDS-Rate in unserer Welt. Jeder vierte Mensch ist mit dem HIV-Virus infiziert. In der Gruppe der 15 - 30 Jährigen liegt der Anteil der Erkrankten besonders hoch. Was das langfristig für Folgen hat, ist noch nicht absehbar. Aber heute schon leiden Tausende Kinder unter den Folgen dieser Epedemie, denn sie haben ihre Eltern durch AIDS verloren. Die Evangelisch-lutherische Kirche, mit der wir eine langjährige Partnerschaft haben, bemüht sich um Aufklärung und Hilfe. Ein Waisenhaus für AIDS-Waisen soll auf dem Kirchengelände in der Hauptstadt entstehen. Das wollen wir mit Ihrer Hilfe durch die Kollekte dieses Benefiz-Konzertes unterstützen. Wir danken der Mörike-Apotheke, die die Werbe- und Honorarkosten dieses Konzerts trägt und damit uns hilft, den Betroffenen im Swaziland zu helfen.





Adventsfeiern in unserer Gemeinde - und in der Abschiebehaft,
wie gehören die zusammen?

Wir laden Sie herzlich ein zu den Adventsfeiern.
Mittwoch: 11. 12. 15.00 Uhr
Donnerstag: 12. 12. 19.30 Uhr
Für die nicht mehr arbeitendenden Gemeindeglieder, die sich abends nicht mehr raustrauen, bieten wir eine Feier nachmittags an - wie immer zusammen mit Frauenkreis und Bibelstunde - und für die anderen eine am Abend - wieder zusammen mit dem Kreis Junger Erwachsener. Wir hoffen auf rege Beteiligung. Wir sammeln wie immer für die Adventsfeiern in der Abschiebehaft in Köpenick, Grünauer Strasse.



Weihnachtskonzert
Antonio Vivaldi "Gloria"
Camille Saint-Saens "Oratorio de Noel"


am Sonntag,
dem 15. Dezember 17 Uhr
in der Kirche Zum Vaterhaus


Es musizieren:
Claudia Aust, Petra Koerdt,
Ines Muschka, Thomas Kober,
Andeas Neher sowie
die Kirchenchöre von Treptow, Baumschulenweg und Johannisthal,
das Schmöckwitzer Kammerorchester
unter der Leitung von Martin Fehlandt und Evelies Langhoff


Wie wird's sein? Was wird bleiben? Wer wird bleiben?
Theologisches Wochenende über Tod, Auferstehung und ewiges Leben

Vom 24.1. bis 26.1.2003 wollen wir in Lobetal über diese letzten Dinge nachdenken. Wir haben es nach dem Gottesdienst am Buß- und Bettag festgelegt. Wer sich also für diese Thematik interessiert, ist herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich ab sofort verbindlich im Gemeindebüro an. Die Teilnahme kostet im Doppelzimmer 70 Euro oder im Paul Braune Haus 60 Euro und im Einzelzimmer 90 Euro pro Person. Wer mit diesen Preisen Schwierigkeiten hat, kann sich vertrauensvoll an mich wenden. Achtung, der Termin mußte noch einmal verschoben werden, weil am eigentlich geplanten und im letzten Monatsgruß veröffentlichen Termin die Landessynode sich konstituiert und ich für unseren Kirchenkreis in der neuen Landessynode mitarbeite. Ich freue mich auf Ihr Kommen
R.Kees, ebenso Herr Hoppe


Ausstellung von Architektur- und Landschaftszeichnungen und Aquarellen
von Ingeborg Voss

Karlsgasse Am 2.Advent nach dem Gottesdienst werden wir eine neue Ausstellung in unseren Gemeinderäumen eröffnen. Wir zeigen bis zur Passionszeit Bilder von unserem Gemeindeglied Ingeborg Voss. Zu ihr schreibt die Kunstwissenschaftlerin Sibylle Badstübner-Gröger, die auch zur Eröffnung sprechen wird, in einem Katalog (leicht gekürzt) folgendes:

Schon früh lenkte der Vater auf seinen Spaziergängen den Blick der Tochter Ingeborg auf die Architektur vergangener Jahrhunderte... Bis heute hat sich Ingeborg Voss diesen Blick bewahrt und ihn durch kunsthistorisches Wissen vertieft. Im Laufe der Jahre hat sie sich ihren Geburtsort Neustrelitz mit Schloß- und Parklandschaft mit der Zeichenfeder ebenso erobert, wie das Berliner Straßenbild oder die Potsdamer Schlösserlandschaft. Aber auch die mittelalterliche Backsteinarchitektur norddeutscher Städte hat sie gezeichnet. Längere Studienreisen führten sie nach Rußland, Polen und nach Mittelasien, nach Tschechien und Rumänien. Dort entstanden die Blätter mit den prächtigen Kuppeln russischer Kirchen oder Minaretten und Moscheen mittelasiatischer Städte und jene mit den einfachen rumänische oder slowakischen Holzhäusern. Aber auch auf Kurzreisen nach 1989 sei nach London, Amsterdam, Paris oder Zürich begleitete sie stets der Skizzenblock, aber nie stand ihr soviel Zeit zur Verfügung wie einst für das barocke Prag oder für die Gotik und Renaissance in Krakau. Stets bedarf die Suche nach dem geeigneten Standort und Blickpunkt die längste Zeit. Ist der Ort jedoch einmal gefunden, dann entstehen die Skizzen von Fassaden und Türmen, von Dächern und Balustraden und von der stadträumlichen Situation mit Leichtigkeit und Lockerheit in schneller Folge. ... Dabei geht Ingeborg Voss immer vom unmittelbaren Erlebnis aus, nur selten zeichnet sie aus der Erinnerung oder nach einer spontanen Skizze. Mit vehementem Strich, ohne Korrektur, vermag Ingeborg Voss Gebautes in einen lebendigen Organismus zu verwandeln. Nur selten ist ihr Blick dabei auf das menschliche Treiben in den Städten gerichtet, es kommt kaum auf ihren Blättern vor. Die mitunter farbigen Ergänzungen der mit schwarzer Feder ausgeführten Zeichnungen entstehen erst im Nachhinein. Kürzel und Andeutungen des Striches vermögen im Betrachter immer ein Gesamtbild zu evozieren. So, wie sich Ingeborg Voss mit Hingabe auf das Theaterspiel einläßt..., so vermag sie auch mit gleicher Intensität in die Verschiedenheit von Landschaftsstrukturen einzudringen. Ohne Vorzeichnung entstehen die Landschaftsaquarelle direkt vor Ort, sei es auf der Insel Hiddensee am offenen Meer oder an den Ufern des Boddens, an den Mecklenburger Seen oder den weiten Feld- und Wiesenlandschaften, im märkischen Umland Berlins oder in den gestalteten Parklandschaften von Potsdam und Mecklenburg-Strelitz. Die Aquarelle scheinen von Ruhe und Stille getragen zu sein, obwohl das Aquarellieren selbst auch Schnelligkeit erfordert und auch in der Landschaft sich rasch wechselnde Licht- und Farbimpressionen vollziehen. Ingeborg Voss läßt sich von diesen unmittelbaren Schatten- und Lichteindrücken, die Farbe verändern und Landschaft in Bewegung versetzen, zwar anregen, filtert sie jedoch zu einer mehr allgemeingültigen atmosphärischen Stimmung.... Vor allem trägt die delikate Farbigkeit der Aquarelle, obwohl vom unmittelbaren Eindruck hergeleitet, zu einer harmonischen und ausgewogenen Bildgestalt bei, die sich von der Realität entfernt.


Die Reise des Arbeitskreises "Kinder von Tschernobyl" nach Weißrußland beschreiben Frau Feldmann und Frau Kaeks
Wenn man sich in einem Land aufhält, dessen Sprache man nicht beherrscht, verlässt man sich mehr auf die Augen. Meine Erinnerungen an unsere Reise nach Weißrußland sind Bilder: Das strahlende Gesicht einer Mutter eines schwerstbehinderten Jungen, der nur liegt. An den Wochentagen betreut sie ihn, während ihr Mann arbeitet. Er ist ihr zweiter Mann. Der Vater des Jungen hat die Familie verlassen. Am Wochenende geht sie arbeiten und der Mann versorgt den Jungen. Sie wohnen in einer dunklen und feuchten Parterrewohnung, aber sie lassen sich nicht niederdrücken von ihrem Geschick. Oder der fröhliche 15jährige Junge, der nur mit Gehhilfen gehen kann, aber beim Behindertensport eine Medaille gewonnen hat, auf die die ganze Familie stolz ist. Auch das Bild der beiden jungen Frauen, deren gesunde Kinder in Hirschluch waren und die sich bei uns mit einem festlichen Mittagessen revanchierten. Nicht alle Familien, die wir besuchten, haben solch einen optimistischen Eindruck gemacht. Wir haben auch junge Frauen gesehen, die resigniert wirkten, als ob sie vom Leben nichts anderes mehr erwarten als Arbeit und Sorgen oder über denen wie ein Damoklesschwert die Frage hing: Was wird, wenn die Großmutter nicht mehr helfen kann? Die Ohren kamen aber auch zu ihrem Recht, z.B. bei einem Treffen mit den Familien, deren Kinder in den vergangenen Jahren in Hirschluch waren. Sie hatten uns zur Freude eine Volkskunstgruppe eingeladen, die uns in traditionellen Kostümen russischen Volkslieder vorsangen - mit so ausdrucksvoller Mimik uns Gestik, dass man sie auch ohne Sprachkenntnisse verstehen konnte. Unser Besuch hat uns deutlich gemacht, dass unsere Aktionen den Menschen in Gomel Hilfe und Ermutigung im Lebenskampf bedeuten. Das bestärkt uns darin weiterzumachen.
S. Feldmann


Nachdem wir bereits seit 11 Jahren die Kinder von Tschernobyl in den Ferien bei uns zu Gast hatten und schon oft eingeladen waren, fuhr eine kleine Gruppe von 6 Personen unseres Aktionskreises im Oktober für einige Tage nach Weißrußland. Mit vielen Geschenken beladen, da wir jeder für die zu besuchenden Familien Nahrungsmittel "Aus dem Westen" dabei hatten, die wir dann vor Ort in 14 etwa gleichwertige Päckchen verpackten. Außerdem erhielt jede Familie noch einen Geldbetrag von unserem Aktionskreis, der dies auch Dank Ihrer Spenden ermöglichen konnte.Da Familie Feldmann und ich zum ersten Mal nach Weißrußland fuhren, wurden wir besonders stark berührt von den zum Teil katastrophalen Wohnverhältnissen dem großen Elend und den erschreckend stark behinderten Kindern, die alle in den Familien gepflegt werden. Es fehlt vor allem an vielen Medikamenten und Hilfsmitteln zur Pflege und wir bekamen eine lange Liste mit und versuchen von hier aus, die Not ein wenig zu lindern. In den 3 Tagen unseres Dortseins hatten wir ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Wir wohnten in Gomel im Zentrum für die Behandlung von Strahlenkrankheiten, welches Mitte der 90-er Jahre von einer Schweizer Firma errichtet wurde was lag also näher, als daß wir zunächst durch dieses Zentrum geführt wurden. 60 Fachkräfte betreuen dort etwa 600 Kinder allerdings überwiegend ambulant, doch es gibt auch Möglichkeiten für den zeitweiligen Aufenthalt.Wir sahen den Turnsaal, das Sprachzentrum, die Heilkultur und erlebten eine Mikroschallbehandlung in der Physiotherapie. Der Orthopäde sprach über fehlende Informationen z. B. über die Handhabung von Gipsbinden. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, ihn hier in Deutschland damit vertraut zu machen. Die Ergotherapeutin Tatjana begleitet bereits seit mehreren Jahren unsere Ferienkinder nach Deutschland. Sie bemüht sich, die kranken Kinder für das zukünftige Leben vorzubereiten, indem sie Essen und Stehen lernen. Im Vorjahr fertigten 120 Kinder Tonarbeiten, denn Ton wärmt Hände und Seele. Eine Feinpädagogin näht, stickt und strickt mit den Kindern. Vor vielen Jahren hatten sich Eltern der kranken Kinder zu einer Assoziation zusammengeschlossen, um ihre Kinder nicht in Heime abzuschieben. Sie bildeten ein Verein und betreuen inzwischen 314 Familien mit 318 Kindern von 10-20 Jahren. Sie haben zwar keine Fachleute, denn psychologische, pädagogische und medizinische Pflege gibt es nur im Zentrum, doch die Assoziation bietet Gelegenheit, sich gegenseitig zu helfen, sie veranstalten Diskotheken, Bezirks- und Sportfeste sowie Ausstellungen mit Korb-, Holz- und Stroharbeiten. Es besteht inzwischen eine gute Zusammenarbeit zwischen der Assoziation und der Leitung vom Zentrum und so saßen wir nach der Besichtigung alle zusammen und berichteten über unsere Arbeit und unsere Wünsche für die Zukunft. Die Assoziation hatte sich eine Musikanlage gewünscht, die wir die wir auf dem Herbstball der Jugendlichen bereits im Einsatz erlebten, an das Zentrum übergaben wir 3 große Gymnastikbälle. Auch gegen Ende unserer Reise saßen wir noch einmal zusammen sprachen über das Geschehene und Erlebte und nahmen mehrere große Bitten heim: Die erste ließ sich relativ leicht erfüllen, es ging um warme Kleidung für den Winter, am 21. November bereits können wir ein Transport mit 153 Säcken abschicken, von denen sehr viele auch aus unserer Gemeinde gefüllt wurden. -Herzlichen Dank dafür!Als zweites wurde der Wunsch nach Weihnachtspäckchen für die 318 kranken Kinder der Assoziation geäußert. Wir versuchen, auch dieser Bitte nachzukommen.Doch der 3. Wunsch scheint zunächst unerfüllbar. Sie möchten, daß auch Mütter der kranken Kinder Gelegenheit erhalten, einmal nach Deutschland zu kommen.- Vielleicht in einzelnen Familien? Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, geben Sie uns bitte Bescheid. Auf Ihre Ideen freut sich im Namen unseres Aktionskreises
U. Kaeks

Zur Versteigerung des Vereins "Berliner Grafikfreunde e. V." für die Aktion "Kinder von Tschernobyl" am Freitag dem 6. Dezember um 19.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses Lichtenberg (10367 Berlin, Möllendorfstr. 6) laden wir Sie recht herzlich ein.

Gott kommt zu uns.
Wir müssen nicht mehr zweifelnd nach ihm fragen. Gott kommt zu uns, um seine Gnade allen anzusagen. Gott kommt zu uns und läßt uns wieder hoffen. Sein großes Herz ist für uns alle offen. Gott kommt zu uns.