Monatsgruß November 2000
 
 
 
  Monatsspruch: Jesaja 57,18 u. 19
  Abschied - Von Baumschulenweg nach Wassenberg
  Antisemitismus ist Sünde gegen Gott und die Menschen
  Friedensdekade
  Wochenende zur neuen Lebensordnung
  Der Steinheilige Ort
  Rüstzeit in Detmold-Pivitsheide
  Quitzöbel - Reise
  Jede Mark zählt!
  Kampagne für ‘Saubere´ Kleidung  im Gottesdienst
  Kein Mensch ist illegal

  Mitteilungen
  Vorschau Dezember


 zur Hauptseite


Monatsspruch
Ihr Gott spricht: “Ich sah, welchen Weg mein Volk ging. Aber ich will es heilen und führen und wiederum trösten, seinen Trauernden
schaffe ich Lob auf den Lippen.
Jesaja 57,18 u. 19


 Traurig und verzagt saßen die Israeliten an den Wassern Babylons. Viel war ihnen kaputtgegangen, die Heimat lag in Schutt und Asche, und sie fristeten ein trostloses Dasein in der Fremde. Wie sollte das noch alles enden? Was hatten sie noch zu befürchten? Oder gab es etwa wieder Hoffnung?
Ja, es gibt Hoffnung für sie. Gott schickt seinen Propheten. Der hat gute Nachrichten für die Verbannten. Schluss mit den Unheilsbotschaften. Gott hat euch büßen lassen. Er war sehr zornig über eure Sünde, eure Habgier. Sein Angesicht hat er verborgen. Von seiner Freundlichkeit war nichts mehr wahrzunehmen.
„Ich sah, welchen Weg mein Volk ging“, heißt es hier bei Jesaja. Gott ist nichts verborgen geblieben. Er hat auch nicht einfach beide Augen zusammengekniffen und weggeschaut. Was Schuld und Sünde ist, muss genannt werden, sonst gibt es keine echte Umkehr. Aber Gott behaftet sein Volk nicht für ewig dabei. „Ich will nicht ewig zürnen“, lesen wir in Vers 16; und in dem Monatsspruch wird das Ganze ins Positive gewendet: „ Ich will heilen und führen und wiederum trösten.“ Das kennen wir auch, daß so manches in unserem Leben zerstört wurde. Beziehungen sind in die Brüche gegangen, Krankheit hat unser Dasein erschwert und der Tod unser Leben so sinnlos gemacht.
Auch im Blick auf die Kirche sind da eher Fragen und Zweifel. Gibt es noch einmal Nachwuchs, oder stirbt mit der jetzigen Elterngeneration Gemeinde in dieser Stadt endgültig aus?
Ich meine, die tröstlichen Zusagen des Jesaja gelten auch uns. Hier spricht kein anderer Gott, als der, der uns in Jesus Christus begegnet. Es ist derselbe, dem auch das alte Gottesvolk vertraut hat. Er will auch in diesem grauen Monat November mit all den trübsinnigen Gedanken und Gefühlen zu uns kommen, mit seinem heilenden Wort, das uns hilft, Trauer und Trostlosigkeit zu überwinden.

Pfarrer Jürgen Huhn Johannisthal


Abschied
Von Baumschulenweg nach Wassenberg
Liebe Gemeinde,
manche wissen es schon, andere erfahren es auf diesem Wege: Ich werde mich von Ihnen verabschieden müssen. Die Evangelische Titus ReinmuthKirchengemeinde Wassenberg hat mich im Oktober zum Pfarrer gewählt. Meine Frau und ich kehren also in „unsere“ rheinische Landeskirche zurück, schon am 1.12. soll der Dienst beginnen. Wo Wassenberg liegt? Da mußten wir auch erst mal den Atlas aufschlagen: Es ist eine wunderschöne Kleinstadt an der holländischen Grenze, westlich von Düsseldorf. Auf uns wartet eine aufgeschlossene Gemeinde, in der v.a. viele junge Familien wohnen.
Über ein Jahr lang habe ich mich auf Pfarrstellen beworben, meist zusammen mit 30-50 anderen KandidatInnen. Nun sind wir froh, daß es geklappt hat. Sie werden verstehen, daß diese Freude jetzt im Vordergrund steht. Wenn wir Berlin dann auch manche Träne nachweinen, so liegt das nicht zuletzt an der guten Zeit in der  Baumschulenweger Gemeinde.
Sie erinnern sich: Im April 1997 hatte ich einen Predigtauftrag übernommen, während ich gleichsam „hauptberuflich“ an einer Doktorarbeit im Fach Altes Testament gearbeitet habe. Natürlich kam ich auch als Gast regelmäßig in den Gemeindekirchenrat, um zu wissen, was in der Gemeinde los ist. So sind mit der Zeit persönliche Kontakte entstanden, so bin ich auch heimisch geworden in dieser Gemeinde. Bald hat mich der GKR dann als ordentliches Mitglied berufen - ein schönes Zeichen. Überhaupt: Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und habe mich sehr wohlgefühlt in dieser Gemeinde. Es ist mir in den letzten Jahren wichtig gewesen, nicht nur in der theologischen Wissenschaft tätig zu sein, sondern mich auch in der Gemeindearbeit zu engagieren. Daß ich dies in Baumschulenweg tun durfte, dafür bin ich sehr dankbar. Als rheinischer Pfarrer über drei Jahre lang ein Stück Arbeit und Leben einer Ost-Berliner Kirchengemeinde teilen zu dürfen - auch das ist ja nicht selbstverständlich. Manche Geschichten haben wir uns erzählt, viele Begegnungen waren für mich eine Bereicherung. Wie es bei einem Predigtauftrag kaum anders sein kann, werde ich v.a.
auch das Miteinander im Gottesdienst in guter Erinnerung behalten. Wenn wir Mitwirkenden uns kurz vor Gottesdienstbeginn eingestimmt haben, dann habe ich immer um den Segen Gottes gebeten nicht nur für Kirchenmusik, Lektorendienst und Verkündigung, sondern auch für alles, was Sie am jeweiligen Sonntag dabei hatten: Ihre Gedanken und Sorgen, Ihre Aufmerksamkeit und Freude, Ihre Fürbitte und Ihr Lied. So haben wir gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Wenn mein Predigtdienst dann auch für Sie eine Bereicherung war, so würde mich das freuen. Diese gemeinsame Zeit geht nun zu Ende. Am Sonntag, dem 5.11., werden wir noch einmal Gelegenheit haben, uns voneinander zu verabschieden. Reinhard Kees und ich werden dann gemeinsam den Gottesdienst leiten, und im Anschluß ist noch Zeit für Gespräche bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen,
Ihr Titus Reinmuth

Zum Abschied von Pastor Reinmuth schreibt Pfr.Kees

Ich war selbst ganz überrascht, als ich in unseren Unterlagen nachgeschaut habe. Mir kam es so vor, als wäre Titus Reinmuth schon viele, viele Jahre in unserer Gemeinde tätig. Doch der erste ausgewiesene Gottesdienst mit ihm war erst im März 1997. Der GKR hatte ihm auf seiner Sitzung am 10.März 1997 für zwei Jahre einen Predigtauftrag erteilt. Er hatte sich auf meinen Hilferuf, den ich nach dem Weggang von Frau Köppen an die Assistenten der theologischen Fakultät der Humboldt-Uni geschickt hatte, gemeldet. Eine Verbindung, die für beide Seiten nützlich war, kam zustande: wir, die Gemeinde, gewann einen Prediger, der regelmäßig einmal im Monat predigte, wenn ich auf Rüstzeit mit Jugendlichen oder anderen Gemeindegruppen war, oder wenn ich eines der wenigen freien Wochenenden hatte, und er behielt als Pfarrer der Rheinischen Kirche während der Zeit, in der er an seiner Dissertation arbeitete, die Rechte aus der Ordination.
Doch die Beziehung wurde mehr als ein Zweckbündnis. Schnell eroberte Pastor Reinmuth die Ohren und die Herzen der Gottesdienstbesucherinnen und –besucher. Seine einfühlsame, liebevolle, nachdenklich-meditierende Art zu predigen, die dabei aber nichts an Deutlichkeit vermissen ließ, war eine enorme Bereicherung unserer Gottesdienste und eine gute Ergänzung zu meiner Art zu predigen. Mir tat es leid, ihn nur so selten hören zu können, denn er war ja meistens dann dran, wenn ich unterwegs war. An die Gottesdienste, die wir zusammen gestaltet haben, kann ich mich sehr gut erinnern, dann habe ich es genossen, seiner Predigt zuzuhören.
Nach den zwei Jahren Predigtdienst hat der Gemeindekirchenrat im Frühjahr 1999 den Auftrag für Titus Reinmuth einstimmig auf unbestimmte Zeit verlängert, ich denke, auch ein deutliches Zeichen. Die generelle Einladung, die an jeden ergeht, der einen offiziellen Predigtauftrag in der Gemeinde hat, an den Sitzungen des Gemeindekirchenrates teilzunehmen, nahm Titus Reinmuth so gewissenhaft wahr, daß er nach der letzten GKR-Wahl zum ordentlichen Mitglied des GKR berufen wurde. So hat er sich nicht nur in die Gottesdienste, sondern auch in die Leitung der Gemeinde eingebracht – freilich, wie es seiner Art entspricht, keineswegs dominant oder gar besserwisserisch, sondern eher manchmal zu zurückhaltend und zu still. Seine – wenigen - Worte im GKR hatten Gewicht und wir werden ihn auch dort vermissen.
Wenn es seine Zeit zuließ, und die Themen in seinen Schwerpunktbereich fielen, haben wir Titus Reinmuth auch über den Gottesdienst hinaus im Gemeindeseminar oder bei Bibelabenden erleben können, an denen er auch hin und wieder teilnahm, wenn er nicht selbst die Leitung hatte. Für alle diese Bereicherungen sind wir dankbar. Wir sind dankbar für die dreieinhalb Jahre Dienst in unserer Gemeinde, dankbar für die Zuverlässigkeit in der Zusammenarbeit, dankbar für das Interesse, das er und auch seine Frau an unserer Situation hier im Osten Berlins zeigten, dankbar für die Erbauung und Wegweisung, die wir durch ihn erfahren haben.
Für mich und meine Frau war es schön, daß wir recht bald über die dienstlichen Belange hinaus, hin und wieder einen herzlichen Kontakt zu Titus und Susanne Reinmuth pflegen konnten, sofern die diversen Terminkalender ein gemeinsames abendliches Essen zuließen.
Wie sehr Titus Reinmuth in unserer Gemeinde aufgenommen war, zeigte sich während seiner schweren Krankheit. So viele haben da nach seinem Geschick gefragt. Viele Gebete und viele gute Wünsche haben ihn da getragen und begleitet. Im Namen der ganzen Gemeinde und in meinem eigenen sage ich Titus und auch Susanne Reinmuth ganz herzlich Dank für alles und wünsche den beiden Gottes Segen zum Start in der Pfarrstelle in Wassenberg – dienstlich und privat.

Pfarrer Reinhard Kees


Abschied und Veränderungen in der Bezirksstelle der Diakonie


Nach 10-jähriger engagierter Tätigkeit in unserer Bezirksstelle haben wir Frau Renate Müller zum Ende Oktober in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Wir bedauern dies sehr, denn mit Frau Müller verliert die Glanzstraße eine zuverlässige, immer um das Wohl der unterschiedlichen Fraktionen bemühte Kollegin. Stets freundlich und zugewandt unterstützte sie einkommensschwache Familien, Alleinerziehende, Einsame, Behinderte, Kranke, Junge und Alte, Einheimische und nichtdeutsche Hilfesuchende durch ihr großes fachliches Wissen, ihre Bereitschaft zum Zuhören, Ermutigen und Trösten sowie durch tatkräftige Hilfe in den verschiedenen sozialen Problemen. Sie hat sich nach der Wende mutig durch den neuen Gesetzesdschungel gearbeitet, kannte sich bestens im Sozialhilferecht aus, wußte bei finanziellen Schwierigkeiten Unterstützungen zu beantragen und war Ansprechpartnerin in manch seelischer Notlage.  In den letzten vier Jahren war Frau Müller neben der Beratungstätigkeit im allgemeinen Sozialdienst auch noch mit einer halben Stelle für das  Jugendgemeinschaftswerk Treptow/Köpenick tätig, hier oblag ihr gemeinsam mit Frau Kramer die Gruppenarbeit mit Spätaussiedlermädchen. Den neu nach Deutschland gekommenen Jugendlichen werden Eingliederungshilfen vermittelt, damit sie hier schnellstmöglich schulischen, sprachlichen und sozialen Anschluß finden. Auch für die Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in den Gemeinden war Frau Müller eine bekannte gute Adresse für Nachfragen bei allen sozialen Fragestellungen. So wird uns allen ihre herzliche Stimme in der Glanzstraße fehlen, doch hoffen wir für Sie, daß sie sich nun endlich mal ein wenig ausruhen können wird, mal in erster Linie eigenen Bedürfnissen und Interessen nachgehen, sich dem geplanten Englischkurs, Sport und ihrem Garten widmen können wird. In der Bezirksstelle hat sich nicht nur durch das Ausscheiden von Frau Müller vieles geändert, auch Frau Rehlinger nimmt schon seit geraumer Zeit nicht ihre frühere Tätigkeit als Sozialarbeiterin im allgemeinen sozialen Dienst dort wahr, sondern ist indessen für die Koordinierung von 9 Projekten des Bereiches Migration/Soziales in unserem regionalen Diakonischen Werk zuständig. Da die Zuwendungen der Senatsverwaltung für die Bezirksstellen in den letzten Jahren massiv gekürzt wurden, konnten die weggefallenen Beratungsstunden bedauerlicherweise nicht ersetzt werden. Ab Oktober übernimmt deshalb Frau Kramer allein die soziale Beratung für die Bezirksstelle. Eine junge neue Kollegin, Frau Kinzel, wird die Leitung des Jugendgemeinschaftswerkes übernehmen. Um Frau Kramer nicht ganz allein mit der Bezirksstellenarbeit zu lassen, haben wir die Zusammenarbeit mit der Caritas-Bezirksstelle Köpenick intensiviert. Voraussichtlich ab November wird Frau Kramer einen Teil ihrer Arbeit in der Borgmannstraße 18 (in den Räumen, die gegenüber der Caritas liegen) in Köpenik einrichten, und nur noch eine Sprechstunde (dienstags) in der Glanzstraße wahrnehmen. Dadurch ergeben sich günstige Vertretungsmöglichkeiten und eine bessere fachliche Zusammenarbeit für den neuen Großbezirk. In der Glanzstraße verbleiben werden Frau Klischewski, Sozialarbeiterin für Mietschuldner aus Treptow, und Frau Rehlinger mit ihrer Koordinierung Tätigkeit und den Aufgaben des Diakoniepfarramtes. Wir hoffen, daß Sie sich trotz dieser Veränderung weiterhin vertrauensvoll an uns wenden werden und wir Ihnen wie bisher wenn möglich mit Rat und Tat zur Seite stehen können.
Unsere Telefonnummer: 534 99 77, Sprechstunden dienstags 10-12 und 15-17 Uhr sowie donnerstags 10-12 Uhr.

Mit herzlichen Grüßen, Ihre Alix Rehlinger
Auch ich möchte mich bei Frau Müller ganz herzlich bedanken und ihr für die kommende Zeit des „Rentnerlebens“ weiterhin guten Mut und Gesundheit wünschen.
Es waren schöne Jahre der Zusammenarbeit mit unserer Gemeinde seit 1993, als die Bezirksstelle der Diakonie aus Köpenick nach Baumschulenweg in die Glanzstraße zog und sich die drei Sozialarbeiterinnen: Frau Müller, Frau Kramer und Frau Rehlinger in unserem GKR mit ihren Projekten vorstellten. Seitdem wurde ich immer herzlich empfangen und bei den unterschiedlichsten Problemen in meinem Umfeld von Frau Müller intensiv beraten. Auch bedauere ich ihren Abschied noch aus einem weiteren Grund; denn seit zwei Jahren war es nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich gelungen, jeweils mit einer Gruppe Aussiedlermädchen den Tschernobylkindern während ihres Ferienaufenthaltes in Hirschluch einem Besuch abzustatten, was uns allen viel Spaß brachte. Wer macht das nun im im nächsten Jahr? Ob die neue Mitarbeiterin, Frau Kinzel, neben ihrer anderen Tätigkeit Gelegenheit findet?
Ich würde es mir wünschen!
Ursula Kaeks


„Antisemitismus ist Sünde gegen Gott und die Menschen“

Dieses eindeutige Wort hat der Ökumenische Weltrat der Kirchen auf seiner Gründungsversammlung 1948 in Amsterdam beschlossen. Auf dieser Grundlage haben unsere Evangelischen Kirchen in Deutschland ihr Verhältnis zum Judentum grundsätzlich neu bedacht und damit jeglichem Antisemitismus eine ganz klare Absage erteilt.
An Stelle eines ausführlichen Berichtes über die beiden Abende zu den christlichen Wurzeln des Antisemitismus und unserer neuen Bestimmung des Verhältnisses zu den Juden nach dem Holocaust geben wir einen Text der Westberliner Synode von 1984 wider, der uns am zweiten Abend beschäftigt hat. Er hat gerade angesichts der jüngsten antisemitischen Übergriffe und des bevorstehenden 9.Novembers und der Demonstration gegen Antisemitismus nichts an Aktualität verloren.
Die Provinzialsynode der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (Berlin West) hat im Jahr 1984 beschlossen:
1. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk steht nach wie vor im Schatten der jahrhundertealten judenfeindlichen Haltung in Kirche und Gesellschaft sowie der Judenverfolgung und des Judenmordes in den Jahren 1933-1945 in Deutschland und in den okkupierten Gebieten. Alle folgenden Generationen haben sich dieser Schuld zu stellen,  wenn ihnen auch keine persönliche Schuld für die Geschehnisse vor ihrer Zeit zuzumessen ist. Der Holocaust bleibt ein Teil der Geschichte unseres Volkes und unserer Kirche. Besonders in der christlichen Gemeinde, deren Glieder durch die Zeiten hin eng verbunden sind, kommt damit der Frage nach dem Umgang mit dieser Schuld besonderes Gewicht zu. Deshalb treten wir jeder Leugnung und Verharmlosung des Holocaust mit unserem Zeugnis der Wahrheit entgegen. Mehr noch sind Lehre, Erziehung und Leben der Kirche nach allem Geschehenen so zu gestalten, daß die Schuldgeschichte keine Fortsetzung findet, sondern daß Umkehr und Erneuerung möglich werden.
2. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk ist bestimmt durch das gemeinsame Erbe des Alten Testaments bzw. des Tenach und durch das Ringen um eine angemessene Auslegung. Dieses Erbe ist die feste gemeinsame Grundlage für Juden und Christen. Das Alte Testament (Tenach) erzählt vom Leben mit dem Gott der Väter und bezeugt die Verheißung dieses Gottes für Israel und die Völker. So schließt es christliche Gemeinde und jüdisches Volk auch durch die gemeinsame Hoffnung auf den Sieg der Herrschaft Gottes zusammen. Das Alte Testament ist deshalb verstärkt als Zeugnis zu lesen und zu hören, das die christliche Gemeinde mit dem Volk Israel teilt. Sie lernt in ihm den Gott der Väter als den Vater Jesu Christi sowie Israel als Volk Gottes kennen.
3. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk ist geprägt durch das Auseinandergehen der Wege von Christen und Juden bereits in früher Zeit. Die gegenseitige Entfremdung hat vielfach den Blick für die lebendige Eigengestalt des anderen verstellt. Deshalb sind die Bemühungen zu verstärken, in Gottesdienst, Lehre und Unterricht auf Lehre und Leben des jüdischen Volkes in Geschichte und Gegenwart verstehend zuzugehen und sie von ihren eigenen Voraussetzungen her darzustellen.
4. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk ist gekennzeichnet durch die Gewißheit der christlichen Gemeinde, daß Jesus Christus sie mit dem Zeugnis des Evangeliums für Israel und die Völker auf jeweils besondere Weise beauftragt hat. Israel selbst weiß sich von Gott desgleichen mit dem Zeugnis für ihn an alle Menschen betraut (Jes. 33,10). Das Zeugnis der Kirche für das jüdische Volk ist freilich in der Geschichte dadurch verzerrt worden, daß Christen es dem Evangelium entgegen nicht als Zeugnis der Liebe gelebt haben. Der Bezeugung des Evangeliums vor Israel dient deshalb heute vor allem ein christliches Leben, das das Ja Gottes zur bleibenden Erwählung Israels erkennen läßt; so kann sich die Gemeinde Jesu Christi als die Gemeinschaft erweisen, die mit dem Israel erwählenden Gott versöhnt ist.
5. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk ist oft mitbestimmt durch die Besorgnis, ein verstehender Zugang auf sein Leben, seine Geschichte und seine Überlieferung könnte die christliche Identität gefährden. Solcher Besorgnis steht aber die Erfahrung gegenüber, daß Kennenlernen und Verstehen biblisch-jüdischen Lebens den christlichen Glauben eher bereichert als einengt. Das Hören und Lernen jüdischer Glaubenstraditionen, zu dem Judenchristen wesentlich beizutragen vermögen, stellt deshalb eine Chance dar, den christlichen Glauben selbst tiefer und reicher zu begreifen.
6. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk steht auch im Zeichen der Gründung und Existenz des Staates Israel in unserer Zeit. Unsere Bejahung der Existenz dieses Staates verbindet sich mit der Sorge um eine Friedenslösung im Nahen Osten, die das Recht auch der arabischen Palästinenser und der Christen unter ihnen einschließt. Nur in dem Maße, in dem die besonderen Umstände der Entstehung des Staates Israel, die Differenziertheit der israelischen Gesellschaft und die Schwierigkeiten eines Urteils von außen im Blick bleiben, werden Diskussionen in christlichen Kreisen bei der politischen Urteilsbildung für die betroffenen Menschen in Israel und im Nahen Osten überhaupt eine Hilfe sein.
7. Unser Verhältnis zum jüdischen Volk ist dadurch gekennzeichnet, daß es in Deutschland nach Judenverfolgung und Judenermordung in der Zeit von 1933-1945 nur noch wenige und kleine jüdische Gemeinden gibt. Um so mehr gehört es deshalb zur Aufgabe der Kirche, den Kontakt zu den jüdischen Gemeinden zu suchen und Begegnungen zwischen Christen und Juden hierzulande und in Israel zu fördern.


Friedensdekade
„Ich träume davon, dass eines Tages der Krieg ein Ende nehmen wird, dass die Männer ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen, dass kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und nicht mehr kriegen lernen wird.“
Dr. Martin Luther King


 In Anlehnung an dieses Gleichnis findet dieses Jahr zum 21.Mal die Friedensdekade statt. Ihre Losung „Frieden stiften“ fordert uns dieses Jahr heraus. Frieden stiften, Frieden bringen, Frieden auf Erden schaffen. Dies scheint ein selbstverständliches Gebot für uns Christen zu sein. Die Engel bei Jesus`Geburt wünschten „Frieden auf Erden“, und „Selig sind die Friedfertigen“ lehrt uns die Bergpredigt. Doch sich aktiv in Streit einmischen, als Vermittler aufzutreten, sich zwischen Streitende und Kämpfende zu stellen oder sogar Friedensverhandlungen zu führen, dies scheint uns weniger selbstverständlich und manchmal auch zu schwierig. Dabei kann jeder von uns die Kunst und Fähigkeit erlernen, den ersten notwendigen Schritt zu tun, um dauerhaften Frieden zu schaffen. Nicht nur die friedliche Gesinnung, sondern die mühevolle Versöhnungsarbeit ist es, die uns glücklich und selig macht, sofern sie denn gelingt.
Im Angesicht des steigenden Gewaltpotentials in unserem Land, sei es verbal oder körperlich, sei es in der Schule oder auf der Straße, ist das Motto „Frieden stiften“ eine Ermutigung. Die seit nunmehr 20 Jahren immer wiederkehrende Mitarbeit der Gemeinden an der Friedensdekade ist ein Teil jener ermutigenden Arbeit und unermüdlichen Beharrlichkeit, ohne die kein Frieden geschaffen werden kann.
Darum möchten wir sie auch dieses Jahr wieder einladen, mit uns zusammen durch die Friedensdekade zu gehen. Vom 12. November bis zum Bußtag am 22. November wollen wir mit Ihnen in kurzen Andachten um den Frieden bitten, Geborgenheit und Unterstützung erfahren, ermutigende Worte hören und Kraft schöpfen, um selbst Frieden stiften zu können. Die Friedensdekade wird am Sonntag, dem 12. November mit einem Gottesdienst in der Tabea-Gemeinde eröffnet. Von Montag bis Mittwoch finden die Andachten in der Tabea-Gemeinde, von Donnerstag bis Samstag in der katholischen Gemeinde St. Anna und Montag und Dienstag in unserer Gemeinde statt, jeweils um 19.00 Uhr. Bei uns wollen wir die Friedensdekade dann am Bußtag um 19.30 Uhr mit einem gemeinsamen Tischabendmahl auch beenden.
„Ich will den Frieden nicht für mich behalten.“
in Anlehnung an das Material zur Friedensdekade 2000,

Bianka Winkler


Wochenende zur neuen Lebensordnung
unserer Kirche 10.11. bis 12.11. in Reitwein
Wer Interesse hat, die neue Lebensordnung unserer Kirche näher kennenzulernen, und von ihr her die Praxis in unserer Gemeinde zu beleuchten, ist herzlich eingeladen, dieses Wochenende, wozu sich der Gemeindekirchenrat verabredet hat, mit seiner Gegenwart zu bereichern. Es sind noch Plätze frei.
Nach einer Grundlegung über die Kirche und ihren Auftrag werden in der neuen Lebensordnung der Gottesdienst, die Taufe, das Abendmahl, die Kirchenmitgliedschaft, Lehren-Lernen-Konfirmation, Ehe und kirchl. Trauung, Bestattung - Sterbe- und Trauerbegleitung, Seelsorge - Beichte, Diakonie, Verantwortung in Politik und Gesellschaft, Mitarbeit in der Gemeinde, Geld - Vermögen und wirtschaftliches Handeln und schließlich Öffentlichkeitsarbeit behandelt.
Sollten Sie an einigen dieser Themen Interesse haben, melden Sie sich an, und geben Sie Ihr Interesse an, damit wir entsprechend auswählen können. Die Kostenbeteiligung, um die Sie gebeten werden beläuft sich
auf 70 DM plus Anreise.


Der Steinheilige Ort
Nun hängt sie, die Ausstellung „Der steinheilige Ort“. 
Am 15. Oktober nach dem schönen Gospelgottesdienst mit dem Johannisthaler Jugendchor haben wir sie eröffnet. Mit wunderbaren spanischen Liedern zur Gitarre, vorgetragen von Anke Sohr, der Schwester des Künstlers, wurde ein festlich, feierlicher Rahmen gesetzt.  Unsere Baumschulenweger Künstlerin, Barbara Kirchner, die uns diese Ausstellung vermittelt hatte, erinnerte an den Bildhauer und Fotografen Torsten Sohr, genannt Clemens: Wie er sich vom Ingenieur (und Armeesoldaten- das sagte sie nicht) zum Künstler entwickelt hatte, wie er gestalten und sehen gelernt hatte, wie er dann begeistert war von jenem Ort in Spanien, dessen Heiligkeit er fühlte, wo ihm die biblischen Geschichten in Stein gestaltet schienen, die Geschichten mit denen er sich übrigens schon während seiner Armeezeit beschäftigte – was ihm, wie man sich denken kann, einmal große Schwierigkeiten bescherte; wie er dann so tragisch und viel zu früh durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, und wie jetzt seine Eltern, die der Eröffnung beiwohnten, seinen Nachlaß verwalten und dafür sorgen, daß die tiefgründigen Bilder
gesehen werden.
 

Die Fotos in ihrer Kombination mit den Texten des Alten Testaments haben eine starke Aussagekraft. Sie begeistern und schaffen einmal einen ganz anderen Zugang zu den Texten der Bibel, als wir es gemeinhin in unserer Gemeinde gewöhnt sind. Der Schockverlag hat aus diesen Fotos und den jeweiligen Bibeltexten in deutsch, spanisch, englisch und italienisch einen sehr ansprechenden Bildband gestaltet, der für 39 DM in unserem Gemeindebüro gekauft oder bei der:
BFI GmbH
Wilhelminenhofstr.83-85,
12459 BERLIN
bestellt werden kann. Lassen Sie sich einladen, die Ausstellung anzuschauen, vielleicht einmal eine halbe Stunde vor oder nach einer Gemeindeveranstaltung.
Es lohnt sich.
R.Kees


    Rüstzeit in Detmold-Pivitsheide vom 2. - 13.10.2000

Nun sind wir wieder zu Hause und blicken zurück auf schöne, erlebnisreiche Tage. Zunächst ein Dank an alle, die dazu beigetragen haben, diese Rüstzeit zu gestalten. Zu berichtigen gibt es vieles:
Am 2. Oktober pünktlich um 8 Uhr saßen alle 28 Teilnehmer der Rüstzeit auf den Plätzen des Reisebusses, der uns sicher zum Ziel steuerte, das zunächst nicht so ganz leicht zu finden war, denn Haus Patmos liegt am Waldrand und die Zufahrt muß man kennen.
Gästehaus Patmos ist etwas ganz Besonderes. Empfohlen von Frau Niekel. Herzliche Gastlichkeit erwartete uns: freundliche Zimmer, Erfüllung individueller Wünsche, Essen wie zu Hause mit vielen liebevollen Überraschungen, Wecken und morgendliche Begrüßung mit Liedern auf der Geige und hauseigene Konzerte. Herr und Frau Grube waren immer für uns da und um unser Wohl besorgt. Sie führten uns durch den schönen Wald, fuhren mit ihrem Auto, diejenigen, die schlecht zu Fuß waren, wieder nach Hause, ermöglichten damit auch den Besuch des Gottesdienstes in der Pivitsheider Kirche, die vom Quartier ca. 30min entfernt lag. Sie gaben Hinweise zu unseren Unternehmungen. Wir haben viel gesehen: am 4. Oktober besuchten wir das Herrmannsdenkmal, am 5. Oktober das Freilichtmuseum, am 9. Oktober das Detmolder Schloss. Am 11. Oktober machten wir eine Tagesfahrt durch das Lipper Land. Wir besuchten die Externsteine, aßen zu Mittag an der Weser und bummelten am Nachmittag durch Hameln. Hervorzuheben ist das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmer dieser Rüstzeit und das Gemeinschaftsgefühl, das sich entwickelte. Jeden Morgen trafen wir uns im schönen Gemeinschaftsraum des Hauses zur Andacht. Frau Böhnke und Herr Meinel gaben viele Anregungen zum Nachdenken über die mögliche Lebensgestaltung im Alter. Herr Müllers Aufnahmen von Andachten aus dem Radio waren wertvolle Beiträge.  Abends trafen wir uns wieder in diesem Raum. Wir haben viel gesungen. Frau Böhnke las lustige Geschichten vor und Herr Wenzel erfreute uns mit seinen gekonnt vorgetragenen humorvollen Beiträgen.  Ein besonderer Höhepunkt wurde der Abschiedsabend. Bei Kerzenschein und Wein, musikalischen Beiträgen unserer Gastgeber, vielen Liedern und lustigen Geschichten verging die Zeit wie im Fluge. Keiner wollte gehen, doch die Heimfahrt wartete auf uns und dafür mußte noch gut geschlafen werden. Am Freitag, dem 13. Oktober, fuhren wir nach Hause, begleitet von den guten Wünschen unserer Gastgeber, die uns mit Musik und Hausfahne verabschiedeten. Wir hatten eine gute Fahrt ohne Hektik und Stau und trafen sogar 1 Stunde früher als vorgesehen in Baumschulenweg ein. Als ich nach Hause kam, schaltete ich das Radio ein. Eine der 1. Meldungen, die ich hörte: ein schwerer Unfall auf der A2 mit großem Stau. Unsere Bitte um gute Fahrt hatte sich erfüllt. Wir danken Gott dafür.

Margot Lemnitz


Quitzöbel - Reise
Unsere Rüste des Kreises Junger Erwachsener führte uns dieses Jahr wieder in das kleine Dorf Quitzöbel. Dieser kleine Ort in einer Gegend, in der sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und Elbe und Havel sich vereinen, hat ein kleines, einfaches Rüstzeitenhaus, das unsere Gruppe von 14 Personen  (4 Kinder) für ein wunderschönes, langes Wochenende (29.9. – 3.10.) beherbergte. Das Wochenende war unter das Thema Dank, Lob und Freude gestellt und wahrlich, zu danken, zu loben und uns zu freuen fanden wir viel Anlass.
In unserem Thema machten wir uns Gedanken zu den Psalmen, den Lob- und Dankgebeten, die so viel Freude ausdrücken. Wir fanden neben eher persönlich bezogenen Psalmen, Texte welche in ganz besonderer Weise den Dank an den Schöpfer des eigenen Lebens und noch universaler, den Dank an den Schöpfer des gesamten Universums ausdrückten.
Gerade die Gedanken dieser Psalmen passten aus zweierlei Gründen besonders gut zur Situation an diesem Wochenende. Erstens stand am Sonntag das Erntedankfest an, welches wir mit dem Gottesdienst in der Havelberger Kirche begingen. Dort wurde uns von der Kindergruppe der Gemeinde vorgeführt, wieviel Anstrengungen der Menschen, und wieviel Wunder nötig sind, damit wir unser täglich Brot genießen können und wieviel zehntausend Körner Getreide ein Brot erst möglich machen. Der zweite Punkt war die so offensichtlich wohltuende Wirkung der Natur. Das entweder letzte Sommersonnenwetter oder die erste Herbstsonne, die uns das ganze Wochenende begleitete, versüßte uns die langen Spaziergänge auf den Deichen am Wasser und in den Wäldern der Umgebung. Eine weite, träge Flusslandschaft mit Hornissennest,Wollhandkrabben und Nebel, der aus den Wiesen aufstieg, entspannte unsere gestressten Stadtgemüter.
Ausflüge in die nähere Umgebung rundeten das Kulturprogramm ab. Wir besichtigten den berühmten Havelberger Dom, dessen wechselvolle Geschichte -, vom bedeutenden Wallfahrtsort des Mittelalters bis zum VEB Havelberger Dom, - uns durch eine Führung höchstlebendig und unterhaltsam vorgestellt wurde. Der Geburtstagsabend von Herrn Pfarrer Kees mit Grillen und Lagerfeuer war ein weiteres Erlebnis. Bratwurst unterm Sternenhimmel.
Montagabend fand ein riesiges Traditionsfeuer auf dem Feld bei Quitzöbel statt, das alle Dorfbewohner und den für die deutschee Gemütlichkeit obligatorischen Bierwagen anlockten. Ein heißes Vergnügen, bei dem sich manch Wagemutige von uns fast Brandblasen holten als sie mit dem Feuer spielten.
Lob, Dank und Freude war also das Thema dieses Wochenendes, und ich glaube, wir waren alle des Lobes voll über diese schöne gemeinsame Zeit und ein besonderer Dank geht von hier aus noch mal an alle die mitgeholfen haben, dass wir ein paar Tage voller Freude und Abenteuer erleben konnten.
Natürlich habe ich noch längst nicht alles erzählt. Nichts von torkelnden Lenkdrachen, von Ritterburgen und den Geschichten von Ritter Schlaubi.
Hier reicht der Platz dafür leider nicht aus, aber ich bin sicher, dass sich die Mitfahrer noch lange dran erinnern werden, zumindest aber bis zur nächsten Rüste des Kreises Junger Erwachsener.
Bis dahin, allen Alles Gute wünscht
Matthias Bauer


Jede Mark zählt!
In diesen Tagen verschicken wir wieder unsere Kirchgeldbriefe und erinnern alle Gemeindeglieder, die nicht über die Lohn- und Einkommenssteuer Kirchensteuer bezahlen und noch nicht Kirchgeld gezahlt haben, an die Kirchgeldzahlung. Darum hier noch ein mal ein paar Informationen: Alle, die nicht über die Lohn- und Einkommenssteuer Kirchensteuer bezahlen, werden mit dem Kirchgeld um ihren finanziellen Beitrag zur Gemeindearbeit und die Unterhaltung der Gebäude gebeten. Diese Regelung war im westlichen Teil unserer Landeskirche fremd. Im Zusammenhang der Harmonisierung zwischen Ost und West wurde das Kirchgeld aber auch in Westberlin eingeführt, jedoch mit der Einschränkung, daß der GKR jeder Gemeinde festlegen kann, ob er Kirchgeld erhebt, oder nicht. Daher rührte in den vorigen Monatsgrüßen die irrige Annahme, das Kirchgeld sei eine freiwillige Gabe.  Richtig ist, daß da, wo der GKR die Erhebung des Kirchgeldes beschlossen hat – und das hat er für unsere Gemeinde - die Kirchgeldzahlungen für die nicht über die Steuer zur Kirchensteuer veranlagten Gemeindeglieder verbindlich ist. Damit es einigermaßen gerecht zugeht, gibt es eine von unserer Landessynode festgesetzte Höhe: 5% des Januareinkommens sind das Kirchgeld für das ganze Jahr. Die Rentnerinnen und Rentner erreichen wir über unsere Gemeindekartei, indem wir einfach nach dem Alter gehen, aber alle anderen, die Einkommen haben, aber keine Steuern bezahlen, erreichen wir nicht. Darum bitten wir auf diesem Wege alle Studenten, Arbeitslosen, Zivildienstleistenden oder auch Bundeswehrsoldaten, Vorruheständler und Mütter bzw. Väter im Erziehungsurlaub: Bitte kommen Sie in unser Büro und zahlen Sie das Kirchgeld. Wir brauchen jede Mark. Während von den Kirchensteuern nur ein gewisser Prozentsatz in der Gemeinde ankommt, können wir das Gemeindekirchgeld ganz behalten. Mit dem Kirchgeld bezahlen wir Strom und Gas, kaufen Bücher und Arbeitsmaterialien, unterstützen Fahrten von Gemeindegliedern - jung und alt - kaufen Papier und zahlen Porto. Darum ist das Gemeindekirchgeld so wichtig für uns. Danken wollen wir allen, die in den vergangenen Jahren treu ihren Teil dazu beigetragen haben, daß unsere Arbeit getan werden kann. Um Entschuldigung bitten wir schon jetzt bei allen, die wir versehentlich angeschrieben haben, weil sie entweder auf Grund von Einkünften zu Kirchensteuer veranlagt sind, oder gar schon Kirchgeld gezahlt haben. Auch unsere Bürokratie ist nicht frei von Fehlern. Immerhin verschicken wir in diesen Tagen über sechshundert Briefe.
Pfarrer Kees


Kampagne für ‘Saubere´ Kleidung  im Gottesdienst am 19.November mit INKOTA
Über 90% aller in Deutschland verkauften Textilien werden in „Freien Exportzonen“ hergestellt. Trotz internationaler Verpflichtungen und der von den Handelshäusern eingegangenen Selbstverpflichtungen gibt es dort massive Verletzungen der Menschenrechte oder der Sozial- und Sicherheitsstandards bei Zulieferfirmen.
Fälle wie die folgenden werden durch das Engagement von Betroffenen immer wieder aufgedeckt:
„Debora G. aus Honduras wurde entführt und 24 Stunden festgehalten, unter Drogen gesetzt und geschlagen, weil ihr Mann gewerkschaftlich aktiv ist.“
Pedro Ortega von der CST/Nicaragua berichtet über sexuelle Belästigungen und Mißhandlungen von Frauen: “Ist eine Frau schwanger, wird sie an eine andere Stelle versetzt, die höhere körperliche Anstrengungen erfordert, damit sie kündigt.“ Es ist normal, dass Textilarbeiterinnen...
zu Überstunden oft ohne Entlohnung gezwungen werden,
10-16 Stunden in schlecht belüfteten Hallen  für nicht einmal den Mindestlohn arbeiten, nur einmal am Tag auf die Toilette gehen können,
kein sauberes Wasser zum Trinken haben,
mit 25 Jahren entlassen werden, weil sie nicht mehr die geforderte Leistung erbringen, sich nicht gewerkschaftlich organisieren dürfen,
angeschrien und geschlagen werden, wenn sie die Norm nicht schaffen,
bei Krankheit oder Schwangerschaft entlassen werden,
sexuellen Übergriffen der Vorarbeiter ausgesetzt sind.
Betroffene wehren sich und bekommen Unterstützung von der Kampagne für ‘Saubere´ Kleidung.
Wir als Konsumenten können etwas verändern! Im Gottesdienst am 19.November können wir erfahren, was wir tun können.

Kein Mensch ist illegal
Kein Mensch ist illegal - so hieß einmal das  Motto  der Woche des ausländischen Mitbürgers. Das ist richtig, und doch leben viele Menschen "illegal" in unserer Stadt. Immerhin, sie ziehen dieses "illegale" Leben der Rückkehr in die "Heimat", in die man sie gerne zurückverfrachten (in Neudeutsch: abschieben) will, vor. Dafür haben sie zumeist gute Gründe, die jedoch von unseren Behörden nicht akzeptiert werden.    Wenn sie mehr über das Schicksal von "Papierlosen" (so nennen die Franzosen solche Menschen) wissen  wollen, lassen Sie sich zu einem Gemeindeabend mit Pfarrer Ziebarth (Seelsorger in der Abschiebehaft Grünauer Str.) und Alix Rehlinger vom DW Neukölln-Oberspree einladen,  zu dem der Kreis Junger Erwachsener auch andere Gemeindeglieder einlädt.
R.Kees

Fürbitte

  Kirchlich bestattet wurden:
        17. Sptember Klara König im Alter von 95 Jahren

Vorschau

  Dezember:
          5. Dezember Geburtstagsfeier für die im November
              geborenen Gemeindeglieder
        13. Dezember 15.00 Uhr Adventsfeier
        14. Dezember 19.00 Uhr abendliche Adventsfeier
        16. Dezember Advents- und Weihnachtsmusik der
              Bläserchöre aus Oberspree
        17. Dezember Messias von Georg Friedrich Händel
        24. Dezember
          15.00 Uhr Christvesper mit Krippenspiel der  Christenlehre
          16.30 Uhr Christvesper mit Krippenspiel der Jungen Gemeinde
          18.00 Uhr Christvesper mit Bläsern
          23.00 Uhr Orthodoxe Chormusik zur Christnacht
 
 

siehe auch Termine

 zur Hauptseitezum Anfang dieser Seite