Monatsgruß November 2001
 
 Monatsspruch
 Ergebnisse der Gemeindekirchenratswahl 2001
 Lieber Besuch aus Emmen
 Geben Sie uns den Rest
 Wort an die Gemeinde zur aktuellen Lage
 Appel für eine nichtmilitärische Lösung
 Schutzzone für die Zivilbevölkerung
 Abrahams Erben - Jg-Rüste in Alt Buchhorst
 Gemeindereise: "Auf den Spuren des Apostel Paulus"
 Konzert zum Ewigkeitssonntag
 Friedensdekade
 Unheiliger Krieg im Heiligen Land
 Krabbelgruppe
 evangelischer Erwachsenenunterricht
 Fürbitte
 Termine

Monatsspruch
GOTT SPRICHT: ICH WILL DAS VERLORENE WIEDER SUCHEN UND DAS VERIRRTE ZURÜCKBRINGEN UND DAS VERWUNDETE VERBINDEN UND DAS SCHWACHE STÄRKEN UND WAS FETT UND STARK IST, BEHÜTEN; ICH WILL SIE WEIDEN WIE ES RECHT IST. HESEKIEL 34,16

Eigentlich müßten wir das „ICH“ unseres Monatsspruches fett drucken. Warum? Nun, weil am Anfang des Kapitels von ganz anderen Hirten die Rede war: Gott spricht ein Wehe aus über allen „Hirten Israels“, über den politisch Verantwortlichen, „die sich selbst weiden!“ Sie ziehen zwar den Nutzen aus ihren Ämtern, - fette Pfründe, saftige Diäten - aber ihrer Aufgabe, zum Wohl des Volkes zu regieren und für den Frieden zwischen den Tieren zu sorgen, werden sie nicht gerecht. „Wehe!“ sagt der Prophet im Namen Gottes zu allem verantwortungslosen politischen Handeln, damals wie heute. Politikerschelte! Da machen wir gern mit: „Ja, ja, die da oben, die sind schuld. Recht so, daß sie mal von Gott ein kräftiges Wort gesagt bekommen.“ Aber der Prophet begnügt sich nicht damit, auf die da oben zu schimpfen: nein auch innerhalb der Herde gilt es zu kritisieren: die Starken schubsen die Schwachen, die Fetten lassen die Mageren nicht an den Trog. Und sie alle zusammen zertreten die Weide, von der andere - und sie selbst - essen sollen, sie trampeln in dem Wasser herum und trüben es, aus dem sie eigentlich trinken sollen.“ Aktuell, höchst aktuell, Gottes Kritik aus dem 6.Jh vor Christus!
Wie gehen wir kleinen Leute miteinander und mit unserer Umwelt um. Unsere Gesellschaft entsolidarisiert sich immer mehr. Nichts gegen Selbstbestimmung und Individualität - wir sind eben keine blöden Schafe, die nur dumpf hinter einem Führer hinterhertrotten - Gott sei Dank -  sind wir wachsam und machen uns unser eigenes Urteil (hoffentlich), aber heißt das gleich, daß der andere mein schärfster Konkurrent ist, oder daß es mir egal sein soll, wie das Land, das uns ernähren soll, aussieht.
Und nun verspricht Gott, selbst einzugreifen: er will denen, die ihre Macht mißbrauchen, die Herde entreißen. Gott will selbst Hirte sein. Er will sich selbst kümmern um die Zerstreuten, Geschundenen und Geschlagenen, die Wehrlosen und Vernachlässigten, aber eben auch um die Starken und Fetten. Ja, das ist eine gute Botschaft für uns, die wir nicht Geschunden und Ausgemergelt sind: Wir müssen nicht erst zu den Verlierern gehören, um Gottes segnendes Handeln erfahren zu dürfen, auch die Starken finden unter seiner Regentschaft Schutz. Nur freilich dürfen sie dann nicht mehr auf Kosten der anderen leben. Und wie will sich Gott kümmern? Nun, der Vers 23 sagt es ganz deutlich: "Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, nämlich meinen Knecht David, der wird sie weiden und ihr Hirte sein.“
Gott setzt einen Hirten ein, den Guten Hirten, den Sohn Davids, der niemanden verlorengab.  Und jeder Mensch, der in Jesu Sinne Verantwortung trägt, ist ein Hirte, ein Pastor - das ist das lateinische Wort für Hirte - und alle, die so handeln, wie Gott es im Monatsspruch sagt, sind seine Hirten, Pastoren im Sinne Gottes. „Gib niemanden verloren“ steht in meiner Ermahnung zur Ordination - die Tragweite dieses Satzes habe ich damals nicht geahnt.
Daß ich und daß wir alle gute Hirten im Auftrage des Guten Hirten sein mögen, darum bitte ich Gott,

Ihr Pastor Kees

Ergebnis der Gemeindekirchen-ratswahl 2001
Am 21.Oktober fand die Wahl unseres Gemeindekirchenrates statt, auf der sechs der 12 Ältesten und die drei Ersatzältesten gewählt wurden.
Im Zeitraum 9 – 18 Uhr, unterbrochen durch den Gottesdienst, haben 256 Gemeindeglieder ihre Ältesten gewählt. Zusätzlich haben 69 Gemeindeglieder die Möglichkeit der Briefwahl genutzt. Damit haben wir eine Wahlbeteiligung von ca. 16 % erreicht, was unter Berliner Verhältnissen schon ein sehr guter Durchschnitt ist.
Es haben zehn Kandidaten, die sich im Oktober-Monatsgruss und während des  Gottesdienstes am 7.Oktober der Gemeinde vorstellten, zur Wahl gestanden.
Nach Abschluss der Wahl erfolgte durch den Wahlvorstand unter Beteiligung weiterer Gemeindeglieder die Auswertung.

Als Älteste wurden gewählt:

Frau Tordis Kober 247 Stimmen
Frau Dr. Anorte Kant 228 Stimmen
Frau Gudrun Fellechner 188 Stimmen
Herr Dieter Pakulat 179 Stimmen
Herr Mathias Ziebarth 173 Stimmen
Frau Margrit Rudolph 172 Stimmen
Als Ersatzälteste wurden gewählt:
Herr Norbert Schulze 165 Stimmen
Herr Dr. Jan Podschus 164 Stimmen
Herr H.-M. Krausmann 149 Stimmen
Wir danken allen Kandidaten für Ihre Bereitschaft zu kandidieren, vor allem auch dem nicht gewählten Lars Mönch,  und gratulieren den gewählten Ältesten und Ersatzältesten.
Für ihre Tätigkeit im Gemeindekirchenrat wünschen wir ihnen Gottes Segen.
Während des Gottesdienstes am 11.November werden die gewählten Ältesten und Ersatzältesten in ihr Amt eingeführt. Gleichzeitig werden die ausscheidenden Ältesten, denen wir für ihre verant-wortungsbewusste Arbeit danken wollen, entlastet.
Am darauffolgenden Wochenende werden sich alle Ältesten, die ausgeschiedenen und die neu gewählten, zu einer gemeinsamen GKR-Rüste in Schönberg bei Neuruppin zusammenfinden. Die organisatorische Vorbereitung der Wahl und ihre Durchführung erforderte viele zusätzliche Arbeiten von den kirchlichen Mitarbeitern und vielen ehrenamtlichen Helfern, denen ich hiermit ganz herzlich danke.
Wilfried Bauer

Partnerschaftstreffen
Lieber  Besuch aus  Emmen
Am Wochenende zum Erntedankfest hatten wir wieder lieben Besuch aus unserer Partnergemeinde Emmen (NL).  Von Donnerstag an hatten wir eine gute Zeit miteinander. Wir unternahmen  Ausflüge nach Brand zur

Cargolifterhalle


Cargolifterhalle bzw. nach Potsdam. Eine Besichtigung des Reichstagsgebäudes  stand genauso auf dem Programm wie die Vorbereitung des Erntedankgottesdienstes und die Feier desselben.

Besuch im Reichstag

Erntedankfest



In diesem Gottesdienst gab es für uns alle, und vor allem für mich eine große Überraschung. Mir standen vor Rührung die Tränen in den Augen, darum lasse ich hier noch einmal unsere liebe Tineke Havemann-Decker zu Wort kommen, um Sie und mich dankbar an jene Überraschung zu erinnern.
Ihr R. Kees


Liebe Gemeinde,
lieber Pfarrer Kees,
Ein Jahr hat viele Farben. Während der Fahrt nach Berlin am vergangenen Donnerstag fielen uns schon wieder die gelben, roten und braunen Herbstfarben auf, in allerhand Schattierungen.
Viele Farben: das gilt auch im besonderen Maße für das Kirchenjahr. Es beginnt am 1. Advent und endet mit dem Samstag nach dem Ewigkeitssonntag. Der Kreislauf des Lebens findet im Kirchenjahr seine Entsprechung.
Farben beeinflussen Stimmungen und Gefühle von Menschen und seit alters her werden durch Farben Situationen und Intentionen ausgedrückt.
Die Farben der Kirchenjahreszeiten sind durch die inhaltliche Füllung der Festtage geprägt.
In vielen Kirchen begegnen uns, wie sie wissen, im Gottesdienst die liturgischen Farben an Altar, Lesepult und Kanzel sowie der Stola des Pfarrers.
Die evangelische Kirche hat sich, ebenso wie die (SoW)-Kirche in Holland, der westlichen Tradition angeschlossen und vier liturgische Farben als generellen Kanon übernommen: Weiss, Rot, Violett und Grün.

Weiss ist die Christusfarbe, die Farbe der Herrlichkeit Gottes und der Auferstehungshoffnung.
Die ganze Weihnachtszeit (bis zum Epiphaniasfest) leuchten Kerzen und Lichter in unseren Kirchen von diesem erhellenden Ereignis. Auch Ostern, in der Osterzeit, am Trinitatisfest, sowie bei Taufen ist deswegen die Kirchenfarbe leuchtendes Weiß.

Rot ist die Farbe des Feuers und der Liebe (des Heiligen Geistes) und des Blutes. Feste der Kirche: Pfingsten, Konfirmation und Ökumene.

Violett ist die Farbe der Sehnsucht nach Licht und Leben, der Besinnung und Umkehr: Advents- und Fastenzeit, Buß- und Bettag und Bitttage.

Grün ist die Farbe des Lebens, der Saat und der Hoffnung. Damit kommt zum Ausdruck: Gott ist der Grund des Lebens in seiner Vielfalt. Gottes Segen begleitet seine Schöpfung im Werden und Vergehen: Erntedankfest (das ist heute), sowie die Zeit im Kirchenjahr ohne kirchliche Feste (zwischen Pfingsten und Advent).
Hier, in der Kirche zum Vaterhaus, hat Pfarrer Kees zum ersten Mal am Pfingstsonntag die rote Stola getragen, sehr festlich auf seinem weißen Talar!

Nur, die rote Stola genügt nicht für das ganze Kirchenjahr. Pfarrer Kees aber, erfinderisch wie er ist, hatte eine Stola gekauft, die nicht nur rot ist, aber die außerdem auch alle Regenbogenfarben erblicken läßt: eine gute Lösung. Dennoch fehlten, wenn es darauf ankommt, die einzelne weiße, violette und grüne Stola. Darum hatten wir erdacht, dass es vielleicht gerade jetzt eine passende Gelegenheit gibt die fehlenden Stola’s zum Geschenk zu geben. Denn heute ist Erntedankfest und in einigen Wochen feiert Ihre Kirchengemeinde das neunzigjährige Bestehen. Wir sind Gott dankbar und möchten Ihnen zu diesem besonderen Ereignis herzlich gratulieren! Und außerdem hat Pfarrer Kees gerade heute Geburtstag!
Kreative und fleißige Frauen in unserer Gemeinde haben die Stola’s entworfen und als Geschenk für die Gemeinde ‘Zum Vaterhaus’ angefertigt. 

stola Stolen

Sie zeigen christliche Symbole wie die Stola’s in Emmen-Oost und so betonen sie die Verbundenheit unserer Kirchengemeinden, die wir so sehr würdigen. Wir hoffen, dass Pfarrer Kees diese Stola’s noch viele Jahre tragen darf. Die weiße und die violette Stola möchte ich ihm jetzt, im Namen der Kirchengemeinde Emmen-Oost, übergeben und Ihm diese grüne Stola auf die Schultern legen.


Geben Sie uns den Rest:
“GO, GO, GO! Münzen der Welt
für “Brot für die Welt”!
Ab 1. Januar 2002 löst der EURO die D-Mark als gesetzliches Zahlungs-mittel ab. Während einer Übergangs-frist bis Februar 2002 wird die Deutsche Mark noch von Banken und dem Einzelhandel akzeptiert. Aber was machen Sie mit Ihren übrigen Liren, Schillingen, Gulden, Peseten, Drachmen, Francs und den anderen Währungen der EURO-Zone, die Sie von Ihrem Urlaub noch übrig haben und in Ihrem nächsten Urlaub nicht mehr nutzen können und die damit für Sie “wertlos” werden?
Spenden Sie Ihr europäisches Restgeld - auch Scheine sind gern gesehen - an “Brot für die Welt” und helfen Sie damit notleidenden Menschen in den armen Ländern des Südens. Die Aktion “Brot für die Welt” sammelt in ganz Deutschland restliches Urlaubsgeld, tauscht es rechtzeitig um und unterstützt damit eine Vielzahl von Hilfsprojekten in der Welt. Dabei kommt es auf jede einzelne Münze und jeden einzelnen Schein an, denn auch noch so kleine Beträge tragen zu mehr Gerechtigkeit in unserer Einen Welt bei. Und je mehr Menschen sich an der Aktion “GO, GO, GO! Jetzt ummünzen!” beteiligen, umso mehr Hilfe kann natürlich geleistet werden. Wenn Sie sich an dieser Aktion beteiligen wollen und Ihr restliches Urlaubsgeld nicht “wertlos” werden soll, dann können Sie dieses Geld im Gemeindebüro in ein großes Sammelglas einwerfen. Eines ist schon fast voll, aber Gläser haben wir genug. Vielen Dank für Ihre Spenden!
Die Menschen in Not zählen auf uns!
Ihr Vikar Steffen Madloch

Wort an die Gemeinden zur aktuellen Lage
von Bischof Dr. Wolfgang Huber:

Aus aktuellem Anlass hat sich unser Bischof  an die Gemeinden der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg gewandt. Das Wort an die Gemeinden wurde in den Gottesdiensten am 7.10., also genau an dem Tag, an dem das Bombardement der USA auf Afghanistan losging,  verlesen. Da diese Verlesung nicht alle gehört haben, und da wir das Wort für sehr klar und gut halten, geben wir den Text hier noch einmal wieder.

Liebe Schwestern und Brüder!
„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Dieses Wort Jesu trifft in unsere Situation. Seit dem 11. September spüren wir die Angst in der Welt neu. Die Terroranschläge in New York und Washington haben in die vermeintliche Selbstverständlichkeit des Lebens tief eingegriffen. Tausende von Menschen wurden getötet; schreckliches Leid ist über viele Menschen gekommen. Ein lange Zeit ungekanntes Maß an Verunsicherung und Angst wurde in die Welt gebracht, auch in unsere Welt. “In der Welt habt ihr Angst aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Dieses Wort Jesu ist ein Trostwort. Gerade heute haben wir den Trost zu hören und weiterzugeben, der von der Treue Gottes in Jesus Christus ausgeht. In vielen Gottesdiensten und Andachten ist in den letzten Wochen die Trauer über verletztes und getötetes Leben vor Gott gebracht worden. Das Gebet um den Frieden erweist sich erneut als eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche.
Hinter den Anschlägen vom 11. September stehen vermutlich Kräfte, die vorgeben, im Namen ihres Gottes einen „heiligen Krieg“ zu führen. Doch das ist Gotteslästerung. Es gibt keinen Glauben an Gott, auf den man sich zur Rechtfertigung solcher Taten berufen kann. Ebenso klar müssen wir aussprechen: Der Islamismus, der aus solchen Aussagen spricht, kann nicht mit dem Islam im Ganzen gleichgesetzt werden. Wir spüren an diesen Vorgängen, dass Religion und persönlicher Glaube keine Privatsache darstellen. Rechenschaft über den eigenen Glauben und Respekt vor anderen Glaubensweisen sind heute genauso notwendig wie die kritische Auseinandersetzung mit der Verkehrung von Religion in eine Quelle des Bösen. Wir brauchen insbesondere ein realistisches Verständnis des Islam - ohne Verteufelung, aber auch ohne Verharmlosung seiner fundamentalistischen Strömungen. Das fängt in Kindergarten und Schule an und setzt sich auf den Straßen und in den Häusern fort. Spätestens jetzt muss jedermann einsehen, wie wichtig ein sachkundiger Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsangebot an unseren Schulen ist. Wir brauchen gerade heute das Gespräch über die Grenzen der Religionen hinweg. Nur durch das Gespräch können wir die gemeinsame Fähigkeit zum Frieden stärken. Auch wenn die Terroranschläge des 11. September von den Tätern und ihren Hintermännern als ein kriegerischer Angriff auf die westlichen Demokratien gemeint waren, dürfen wir uns diese Denkweise nicht zu eigen machen. Die Vorstellung von einem Kampf der Kulturen, von einem Zusammenstoß zwischen der westlichen Zivilisation und der Welt des Islam führt in die Irre. Denn in der einen, zusammenwachsenden Welt muss die Verantwortung für Kultur und Zivilisation gemeinsam getragen werden. Wer sich dieser Verant
wortung verweigert, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Das Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung muss gestärkt werden. In die Trauer über den gewaltsamen Tod, in das Mitleid mit den Gestorbenen und den Hinterbliebenen, in die Solidarität mit denjenigen, die geängstigt und erschüttert sind, mischt sich die Angst vor weiteren Anschlägen und die Sorge um die Bewahrung des Friedens. Nicht Vergeltung ist nötig, sondern die Bestrafung der Täter nach den Regeln des Rechts. Auch der biblische Satz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ rechtfertigt das Streben nach Vergeltung nicht. Er ist vielmehr eine Aufforderung zur Bändigung der Gegenreaktion. Klarheit verschafft vor allem das Wort des Apostels Paulus: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Der Schutz des Lebens und die Durchsetzung des Rechts sind jetzt oberste Pflichten staatlichen Handelns. Die Urheber müssen ausfindig gemacht und vor Gericht gestellt werden. So notwendig ein energisches Einschreiten gegen jede Art von Terrorismus ist, so wenig darf es ungezielte, die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft ziehende, ein ganzes Land ins Unglück stürzende Vergeltungsschläge geben. Auf eine Handlung, die von abgründigem Hass und von Rachsucht geprägt war, darf nicht im selben Geist geantwortet werden. Auch angesichts der Gewalt, deren Zeugen wir alle geworden sind, gilt Jesu Seligpreisung der Friedensstifter. Mit ihr ist freilich nicht nur eine Haltung gemeint, die für sich selbst auf Gewalt verzichtet. Sondern im Blick ist auch ein Handeln, das ein Ende der Gewalt herbeiführt, unter der andere zu leiden haben. Auch dafür gilt der Vorrang der gewaltfreien Mittel vor allen Mitteln der Gewalt. Wer als Reaktion auf die Terroranschläge militärische Gewalt als äußerstes Mittel nicht ausschließt, muss diese Reaktion strikt an den Maßstab der Verhältnismäßigkeit und an die Pflicht zum Schutz der Zivilbevölkerung binden. Tötende Gegengewalt bringt kein einziges Menschenleben zurück. Unser Respekt und unsere Unterstützung, unser Gebet und unsere Hilfe gelten allen, die mit den Mitteln des Rechts Freiheit bewahren und für ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit eintreten.
Die Gemeinden bitte ich in dieser Situation, um den Frieden zu beten und die Hoffnung zu predigen. So wollen wir der Gewalt entgegentreten und dem Geist des Terrors den Raum verweigern. Wir wollen unsere Kirchen auch weiterhin für Menschen öffnen, die Trost und Halt suchen. Alle sind wir aufgerufen, zur Besonnenheit des Redens und Handelns beizutragen. Die Achtung für die Würde und das Leben jedes einzelnen Menschen muss uns gerade jetzt bestimmen.
Es grüßt Sie mit herzlichen Segenswünschen

Ihr gez. Dr. Wolfgang Huber

Appell für eine nichtmilitärische Lösung
Die Kreissynode Lichtenberg-Oberspree hat am  06.10.2001 – also einen Tag bevor die USA  begonnen haben, Afghanistan zu bombardieren - folgende Erklärung mit großer Mehrheit verabschiedet:
Die versammelten Synodalen des evangelischen  Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree in Berlin erklären: Die Terroranschläge von New York und Washington am 11.09.2001 haben Trauer und Leid für viele Menschen zur Folge. Wir verurteilen diese Taten entschieden und drücken unser Mitgefühl mit den Trauernden und all denen aus, die von diesen Anschlägen betroffen sind.
Wir unterstützen das Wort des Bischofs Dr. Huber an die Gemeinden, welches am  Sonntag, dem 07.10.2001 in den Gottesdiensten verlesen wird.
In den Gemeinden und an vielen Orten in unserem Lebensumfeld spüren wir: Seit dem 11.09.2001 machen sich Unsicherheit, Angst und Sorge bei vielen Menschen in unserem Land und in anderen Ländern breit. Die Vorbereitungen der USA auf einen Krieg gegen den Terrorismus lassen die Wahrscheinlichkeit einer viele Staaten einbeziehenden Katastrophe wachsen: das Sterben vieler Menschen, Hunger und wirtschaftliche Not in den ärmsten Ländern, Flüchtlingsströme und neue Formen des Terrors stehen uns jetzt schon vor Augen.  Angesichts der Erklärung der Bundesregierung, dass Deutschland mit allen seinen Möglichkeiten einen Krieg gegen den Terrorismus  unterstützen wird, sind wir mit großer Sorge erfüllt.
Wir drängen die Bundesregierung im Interesse der Menschen, die durch einen Krieg mit Leid überzogen werden, und im Interesse der Bürger Deutschlands, innerhalb des NATO-Bündnisses dafür einzutreten, dass der Kampf gegen den Terrorismus nicht mit militärischen Mitteln geführt  wird. Unser Land muss auf politischer und wirtschaftlicher Ebene mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt schaffen und in wohlüberlegter und auf Langfristigkeit ausgerichteter Weise den Kampf gegen den Terrorismus führen.
Krieg schafft keinen Frieden, sondern neue Bedrohungen und unendliches Leid.
Als Christen vertrauen wir auf das Wort des Apostels Paulus: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem“  (Römerbrief Kapitel 12, Vers 17)
gez. Dr. Kobischke, Präses

Krieg und Frieden
„Schutzzonen für die Zivilbevölkerung in Afghanistan einrichten“
Erklärung des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Manfred Kock 16. Oktober 2001
Millionen Menschen in Afghanistan leiden unter den Folgen eines jahrzehntelangen Krieges und einer Dürreperiode. Sie sind Opfer und Geiseln einer Terrororganisation religiöser Extremisten und ihrer Helfershelfer. Nun fliehen Hunderttausende aus Angst vor den Bomben und weiteren militärischen Aktionen. Mit jeder Bombardierung droht der Bevölkerung noch mehr Not und Elend. Ich bitte deshalb die Bundesregierung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit die Bombardierungen wenigstens so weit eingeschränkt werden, dass vor dem Wintereinbruch sichere und leicht erreichbare Schutzzonen für die Zivilbevölkerung eingerichtet werden können. Statt Lebensmittel planlos aus der Luft abzuwerfen, ist es sinnvoller, den Hilfsorganisationen umgehend einen gefahrlosen Zugang zu den notleidenden Menschen zu verschaffen. Ich bitte alle Menschen in Deutschland, sich für den Schutz der Bevölkerung von Afghanistan einzusetzen. Wir können viele Menschenleben retten, indem wir die Hilfsorganisationen unterstützen, denen es trotz der anhaltenden Bombardierungen mit Hilfe lokaler Partnerorganisationen noch gelingt, Not zu lindern. Auch für die Arbeit in Flüchtlingslagern in Nachbarländern Afghanistans sind Spenden dringend erforderlich. Hannover, den 16. Oktober 2001 Pressestelle der EKD
Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden, Kennwort „Flüchtlingshilfe Afghanistan-Konflikt“: Diakonie Katastrophenhilfe, Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70

"Abrahams Erben"
 JG Rüste in Alt Buchhorst

W enn der Pfarrer ruft, dann kommen alle mit. Diesmal folgten wieder Konfirmanden und JGler aus Treptow, Baum-schulenweg und Johannisthal der Einladung zu einer wunderschönen Herbst-wochen-end-rüste in unser schönes Haus in Alt Buchhorst – mehr als das Haus fassen konnte. Thema war diesmal, aus aktuellem Anlass, die Unterschiede und Ähnlichkeiten der drei abrahamitischen Religionen – Judentum, Islam und Christentum.    Zunächst trugen wir am Samstag Vormittag zusammen, was wir von den Moslems wussten, und das war nicht so sehr viel. Die fünf Säulen im Leben eines Muslims: Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosengeben, Fasten und Wallfahrt – all das kennen freilich in veränderter Form auch wir im Christentum.  Für viele war es neu, dass sich alle drei Religionen auf Abraham als ihren Stammvater berufen. Er war der erste, der den einen unsichtbaren Gott verehrte, der erste „Hanifan Muslimahn“, der erste „wahrhaft Gottergebene“, wie es im Koran heißt. Außerdem waren viele überrascht, dass Allah nicht ein Name Gottes ist, sondern ganz einfach das arabische Wort für Gott ist. Ganz bewusst knüpft der Islam an die jüdisch-christliche Tradition an, Mohammed traf sich bei seiner nächtlichen Himmelfahrt von Jerusalem aus mit Noah, Abraham, Mose und Jesus.
Thema des Nachmittags waren „Abrahams gefallene Kinder“, anhand des gleichnamigen Videos überlegten wir, warum die drei Religionen so leicht fanatisch-funda-mentalistisch missbraucht werden können.  Zur Thematik feierten wir am Sonntag auch den Gottesdienst mit Texten aus dem Alten Testament, dem Neuen Testament und dem Koran. Offen blieb die Frage nach der Rolle der Frau im Islam. Ein Wochenende ist eben nicht nur für die Thematik zu kurz, sondern überhaupt. Auch das Drumherum war schön. Samstagabend aßen wir auf orientalische Weise in der sogenannten Redbox auf Kissen sitzend Abendbrot bei arabischer Musik und saßen dann bei klarem Sternenhimmel stundenlang ums Lagerfeuer.
Wir alle freuen uns schon auf die nächste Rüste.
Stephan-Jakob Kees



Gemeindereise:
 „Auf den Spuren des Apostels Paulus von Antiochien bis Ephesus“

Ein lang gehegter Traum soll Wirklichkeit werden. Wir wollen mit einer Gruppe von etwa 20 - 30 Leuten eine Reise auf den Spuren des Paulus durch Kleinasien machen. 10-12 Personen aus Emmen haben schon ihr Interesse signalisiert, ebensoviele aus unserer Gemeinde. So wird die Reise zweierlei: Bildungsreise und Begegnung mit unseren holländischen Freunden. Und ein drittes kommt dazu: die Begegnung mit Christen in der Türkei, auch wenn deren Zahl nicht groß ist und sie nur in einigen größeren Städten anzutreffen sind.
Beginnen soll die Reise in Antakya, dem alten Antiochien am Orontes, wo die Christen zum ersten mal „Christen“ genannt worden sind. Weiter geht es über die Heimatstadt des Paulus, Tarsus, nach Kappadokien, wo wir Höhlenkirchen mit Fresken aus dem 11.-13.Jh. und „unterirdische Städte“ besichtigen können. Von dort geht die Fahrt über Konya (Ikonium) nach Antalya (Attalium) zur Besichtigung von Side, Perge und Aspendos und evtl. Thermissos in den Bergen. Nächste Station werden die berühmten Kalksinterterrassen von  Pamukkale sein, mit Besichtigung von Hierapolis und Laodicea. Zuletzt besichtigen wir Ephesus.
In der Regel werden wir zwei Nächte an einem Ort bleiben, nur am Ende der Reise übernachten wir zweimal nur eine Nacht. Wir fahren vom 5.4. bis 14.4.2002 - das ist vom Freitag nach unserem Osterfest bis zum darauffolgenden 2.Sonntag nach Ostern.
Der Preis für den Aufenthalt in der Türkei beträgt etwa (inkl. 9 x Halbpension in guten 4-Sterne-Hotels, Busfahrten, Reiseleitung, Eintritt und Steuern) je nach Teilnehmerzahl zwischen 481 und 547 Euro pro Person. Hinzu kommt - wer will - ein Einzelzimmer-Zuschlag von 130 Euro und eine Reiserücktrittsversicherung von ca. 20 Euro.
Leider haben wir noch keine genauen Informationen über die Flugpreise für 2002. Der Flug ab Berlin wird - die heuteigen Informationen hochgerechnet - etwa 450 Euro +/- 10% kosten.
Ab Amsterdam liegen leider noch gar keine Informationen vor.

Alles in allem wird die Reise also bei 21 Teilnehmern etwa 1000 Euro kosten, bei 30 Teilnehmern ca. 70 Euro weniger.
Wer an dieser Reise Interesse hat, melde sich bitte bis Mitte November schriftlich im Gemeindebüro oder bei mir. Alle, die sich melden, bekommen dann genauere Informationen. Ganz verbindliche Anmeldungen mit Anzahlung brauche ich dann ca. Mitte Dezember. Auf das Unternehmen freut sich

Ihr Pfarrer Reinhard Kees



Kirchenmusik
Konzert zum Ewigkeitssonntag
Wolfgang Amadeus MozartRequiem

Sopran: Ada Belidis
Alt: Elvira Dreßen;
Tenor: Norbert Neppin
Bass: Roland Hartmann
Berliner Sinfonietta
Chor der Erlöserkirche
Berlin- Lichtenberg
Leitung: Matthias Elger
Unterstützt durch das
Kulturamt Treptow Köpenick
Eintritt: 15,-DM / ermäßigt 12,-DM

Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart ist eines seiner letzten Werke. Es entstand parallel zu seinen beiden Opern „Titus“ und „Die Zauberflöte“, blieb jedoch im Gegensatz zu diesen unvollendet. Bis zu seinem Tod arbeitete der Komponist trotz seines äußerst schlechten Allgemeinbefindens und ständig abnehmender Kräfte an dem Werk. Viele Passagen wurden nur skizziert; Mozarts Schüler F. Süßmeier, welcher die Komposition aus nächster Nähe miterlebte und darum mit seiner Struktur und den weiteren Absichten des Meisters vertraut war, hat das Requiem nach Mozarts Tod vollendet. So konnte die Partitur dem Auftraggeber (einem Grafen Stuppach aus Wien, der das Werk anonym durch einen Boten bestellt hatte) schließlich übergeben werden.
Von den zwölf Nummern des Requiems hat Mozart nur die erste (Requiem und Kyrie) komplett, d.h. einschließlich der Orchesterfassung, vollendet. Bei den meisten anderen Stücken hat Mozart den Verlauf soweit festgelegt, dass Süßmeier (von ein paar leicht auszubessernden Fehlern der Instrumentation abgesehen) die Sache weitgehend authentisch zu Ende bringen konnte. Von den letzten Stücken Sanctus, Benedictus und Agnus Dei hat Süßmeier behauptet, der alleinige Urheber zu sein. Obwohl dies auf Grund mangelnder Quellen schwer widerlegt werden kann, sind sich seit jeher die Fachleute (die ausübenden Musiker ohnehin) darüber einig, dass auch diese Stücke weitgehend von Mozartscher Qualität sind, dass also Süßmeier hier kein Glauben zu schenken sei. (Die bekannten Süßmeierschen Originalkompo-sitionen bewegen sich weit unterhalb dieses kompositorischen Niveaus.) Überhaupt fällt an dem etwa einstündigen Requiem - trotz seiner komplizierten Entstehungsgeschichte - die musikalische Geschlossenheit auf; die Beliebtheit dieses Werkes rührt wohl nicht zuletzt von seinem ernsten, konzentrierten Tonfall her, der Weitschweifigkeit und Beliebigkeit ausschließt. Das Werk trägt (wie auch die „Zauberflöte“) Züge der Abgeklärtheit; für Mozarts Verhältnisse ist die Musik (freilich auch dem Anlass geschuldet) eher schmucklos, dafür aber von einer Tiefe der Empfindung, welche viele Menschen besonders anspricht. - Dies schließt nicht aus, dass die Musik des Requiems starke Kontraste enthält; weiche, lyrische Partien stehen zwischen solchen von barocker Größe. Der traditionellen Fuge des Kyrie steht unmittelbar das elementare Dies Irae gegenüber, bei welchem Mozart die Schrecken des Jüngsten Gerichtes mit äußerster Heftigkeit und opernhafter Dramatik schildert.

Der Chor der Erlöserkirche Berlin-Lichtenberg existierte bis Anfang der neunziger Jahre als ein reiner Gemeindechor, sowohl was seine Zusammensetzung als auch mehr oder weniger seinen Wirkungskreis betraf. Aufführungen größerer Werke (Weihnachtsoratorium, Schöpfung, Johannes-Passion) waren nur in Kooperation mit den Nachbargemeinden (Karlshorst und Friedrichsfelde) möglich. In den Jahren 1992 und 1993 wuchs die Zahl der Chormitglieder stark an, so dass der Chor in die Lage kam, erstmals aus eigener Kraft ein großes Oratorium in Angriff zu nehmen; die Aufführung des „Messias“ im Oktober 1993 war die Geburtsstunde des „neuen“, großen Erlöserchores.
Seitdem hat der Chor eine ganze Reihe von großen Werken des Standardrepertoires gesungen und sich dabei so etwas wie ein Stammpublikum erworben; die - durchnummerierten! - Plätze der Erlöserkirche sind nicht selten bereits vor einem Konzert zu drei Vierteln verkauft. Durch das Engagement gutklassiger, professioneller Orchester und Gesangssolisten wird ein verläßliches Maß an künstlerischer Qualität gewahrt, welche von den Hörern durchaus bemerkt wird - jedoch auch immer einen großen finanziellen Aufwand erfordert.
Da sowohl die Chorsänger als auch die Hörer der großen Konzerte aus den verschiedensten, zum Teil weit entfernten Stadtbezirken kommen, darf der Chor der Erlöserkirche heute mit Fug und Recht als übergemeindlich bezeichnet werden. Der Chor hat heute über 90 Mitglieder, bei der Aufnahme neuer Sänger wird Chorerfahrung als wünschenswert betrachtet. Zur finanziellen Unter-stüt-zung der Arbeit des Erlöserchores wurde im Herbst diesen Jahres ein Förderverein gegründet. Näheres dazu sowie weitere Informationen über den Chor können im Internet unter www.erloeserchor-berlin.de abgerufen werden.

Matthias Elger

Friedensdekade
Das Motto der diesjährigen  Friedensdekade, die vom 11. Bis 21. November stattfindet, besteht nur aus einem Wort – FREMD – es kann und soll uns zum Nachdenken anregen.
Wir meinen, uns selbst zu kennen – aber sind wir uns nicht manchmal selber fremd?
Auch Gott begegnet uns mitunter in unserem Leben als ein Fremder.
FREMD sind Menschen fast überall, oftmals auch im eigenen Land.
In der bittersten Konsequenz erlebten dies die deutschen Juden, als sie vor 60 Jahren verfolgt und systematisch ausgerottet wurden. FREMD sind heute viele Ausländer in Deutschland, die aus unterschiedlichen Gründen in unserem Land leben wollen oder müssen. Oft begegnet ihnen Misstrauen, sogar Hass uns Gewalt. FREMDE können FREUNDE werden,
wenn sie füreinander offen sind.
Wo FREMDHEIT durch Nächstenliebe überwunden wird, fängt der FRIEDE an. Eröffnet wird die FRIEDENSDEKADE mit einem Abendmahlsgottesdienst am Sonntag, dem 11. November um 10.00 Uhr in der Kirche zum Vaterhaus. In diesem Gottesdienst wollen wir auch daran denken, dass vor 90 Jahren am 12. November 1911 die Kirche eingeweiht wurde.  Die Friedensgebete in der Woche danach halten wir wie in den letzten Jahren in den Kirchen:
Tabea, Sonnenallee Ecke Hänselstraße,
St. Anna, Frauenlobstraße und in unserer Kirche.
Die Friedensdekade schließen wir hier in Baumschulenweg mit einem Gottesdienst mit Tischabendmahl am Bußtag.


Unheiliger Krieg im Heiligen Land
Über Pfarrer Ziebart erreichte uns der folgende Rundbrief von unseren Freunden aus Beit Sahur, Palästina. Der Leiter der evangelischen Schule, Hani Odeh, gibt einen Einblick in die Befindlichkeit der Palästinenser, wie wir ihn sonst nicht hören und lesen. Mehr dazu am 2.Dezember (siehe Vorschau Dezember).

L iebe Freunde!
Ich weiß, dass unsere Angelegenheit schwierig und kompliziert ist. So will ich auch nicht zurück in die Vergangenheit gehen, als der Staat Israel im Jahr 1948 gegründet wurde und tausende Palästinenser von ihrem Land vertrieben wurden. Und  durch den Einfluss der Juden in der Welt, unterstützt durch Kirchen und  europäische Länder, wird der Versuch der Palästinenser, in ihr Land zurückzukehren, als Akte des  Terrorismus dargestellt. Lassen Sie uns trotz all des Elends die Vergangenheit zurücklassen und beginnen wir mit dem Osloer Abkommen von 1993, das sich internationaler Legitimierung  erfreut und in dem die Palästinenser akzeptierten, auf 22% des gesamten Landes von Palästina ihren Staat zu errichten und Seite an Seite mit dem Staat Israel in Frieden zu leben. So gab es eine große Hoffnung, dass sich die Dinge in Richtung auf eine bessere Zukunft für beide Völker entwickeln würden, obwohl auch innerhalb der beiden Parteien das Abkommen abgelehnt wurde. Von Anfang an versuchte Israel,  das Abkommen von Oslo aufzuspalten und Gründe dafür zu schaffen, seine Verwirklichung zu verhindern. Sie fuhren fort, noch mehr Siedlungen zu bauen, das Land zu konfiszieren, neue Zufahrtsstraßen zu den Siedlungen zu bauen. Wegen dieses Verhaltens konnte Oslo den Palästinensern keinen  Frieden bringen. Sie konnten nicht frei in ihren Städten leben, weil die israelischen Soldaten sich zwar aus den Städten zurückzogen, aber nunmehr die Hauptstraßen kontrollierten, die zu diesen Städten führten. Das bedeutet, dass die Zugangskontrolle zu den palästinensischen Städten in den  Händen und der Willkür der israelischen Offiziere lag. Neben dieser unsicheren politischen Situation wurde unsere wirtschaftliche Lage immer schlechter. All  dies führte dazu, dass eine neue Intifada entstand, die dann der  provokatorische Besuch von Herrn Sharon bei der Al Aksa Moschee auslöste. Ich bin gegen das Töten überall in der Welt und ich verstehe  die Ängste der Israelis. Aber warum sollen die Israelis in Sicherheit
leben, während die Palästinenser allen möglichen Formen staatlicher Aggression unterworfen  sind ? Warum  sollen die Siedler friedlich auf dem von ihnen konfiszierten Land wohnen, während  die Palästinenser das nicht können. Wer gab Israel das Recht, die Palästinenser zu morden und ihre Rechte zu missachten?  Hat das Recht  des  Stärkeren zu gelten?  Wo bleibt die Gerechtigkeit in all den Maßnahmen, die gegen die Palästinenser ergriffen werden? Herr Sharon erklärte von Anfang an  und erst recht nach den  Wahlen, dass er nicht bereit ist, den Palästinensern 40% des Westjordan-landes zu überlassen, das seinerseits nur 22% von Gesamtpalästina darstellt, um dort einen palästinensischen Staat zu errichten, weil viele der Siedlungen mitten in das Westjordanland hineingebaut sind. Herr Blair, der Ministerpräsident von Großbritannien erwähnte vor einigen Tagen, dass es ein Gefühl ungerechter Behandlung in der arabischen Welt gibt. Was in den USA geschehen ist, ist brutal und schrecklich, aber es ist ein Indikator für die Ungerechtigkeit in der Welt. Präsident Bush sagte in seiner Rede, dass die Welt den Terrorismus besiegen müsse, um Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Ich weiß nicht, ob in diese Gerechtigkeit auch Palästina einbezogen ist. Hier in Palästina  und besonders in der Umgebung von Bethlehem wurden innerhalb von 2 Tagen 14 Palästinenser getötet (drei von ihnen waren Christen, zwei wurden in ihrem Haus erschossen, einer auf dem Platz vor der Geburtskirche). In unserer Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem konnte am Sonntag kein Gottesdienst stattfinden, weil das Gebiet unter Beschuss lag und die Leute sich fürchteten zum Gottesdienst zu gehen. Viele Leute haben ihre  Häuser verlassen, die in der Nähe der Kampfzone liegen und suchen Schutz in anderen Häusern (auch ich befinde mich unter ihnen).  Bis zu diesem Zeitpunkt stehen israelische Panzer in Bethlehem und machten den Menschen Angst durch Maschinengewehr- und Granatfeuer. All diese  schrecklichen Ereignisse sind schädlich für alle Christen in der Welt, die gemäß der Botschaft Jesu wirken sollen in Richtung auf Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit. Jeden Tag werden Palästinenser getötet und keine Stimme erhebt sich dagegen. Aber wenn ein Jude getötet wird, hören  wir eine Menge von  Verurteilungen. Sind  nicht Juden und Palästinenser in gleicher Weise  Menschen? Wurden nicht beide  nach dem Bilde Gottes geschaffen? Ich will Euch mit meinem Schreiben nicht belästigen, aber die Wut und die Frustration wachsen innerhalb unserer christlichen Gemeinden. Es ist nicht meine Absicht, Ihre Standpunkte zu verändern. Aber ich fühle mich verpflichtet, meine Anliegen als Palästinenser zu verteidigen und als Christ die Gerechtigkeit zu verteidigen. Wenn es den mächtigen Staaten wirklich um den Frieden geht, dann können sie erfolgreich eine Lösung den beiden Parteien auferlegen, damit Gerechtigkeit und Frieden wieder in der Region herrschen  und dem Blutvergießen Einhalt geboten wird.
Danke für Ihr Verständnis und Gott segne Sie!

Ihr gez. Hani Odeh


Krabbelgruppe
Schon seit gut einem Jahr treffen sich Väter und Mütter aus Baumschulenweg und näherer Umgebung mit ihren Kindern bei uns im Gemeindesaal. Montags zwischen 9.30 Uhr und 11.00 Uhr wird dort gesungen, gespielt, gekrabbelt und gebrabbelt. Im Sommer erkunden dann die Kleinen unseren Gemeindegarten. Schon paar mal standen wir Mitarbeiter ganz neidisch vor der Tür und wären am liebsten mit hinterher gekrabbelt.
Es ist schön, dass sich ein neuer Kreis in unserer Gemeinde gebildet hat.
Vielleicht haben ja auch noch andere Väter und Mütter Lust dort mitzumachen.
Informationen erteilen wir Ihnen gerne im Gemeindebüro.
Ihre Tordis Kober

Evangelischer Erwachsenenunterricht
Am 23.Oktober hat ein neuer Kurs Evangelischer Erwachsenenunterricht angefangen.
In vierzehntägigem Rhythmus werden dienstags bis zur Sommerpause 2002 die wichtigsten Grundlagen und Texte des christlichen Glaubens besprochen. Bisher sind wir 8 Erwachsene, die aus unterschiedlichen Motiven an den Grundlagen des Christseins interessiert sind. Weitere Interessenten melden sich bitte im Gemeindebüro oder bei Pfarrer Kees.
Man kann auch das verschüttete Konfirmandenwissen wieder auffrischen!!!


Fürbitten
am 22. Oktober hielten wir die Trauerfeiern für
    Gertrud Reich, die im Alter von 84 Jahren verstorben ist,
    und für Lina Krüger, die im Alter von 92 Jahren verstorben ist,

am 24. Oktober hielten wir die Trauerfeier
    für Eberhard Glos, der im Alter von 62 Jahre verstorben ist.


Siehe auch Termine

zum Anfang dieser Seite