Monatsgruß Oktober 2001
 
 Monatsspruch
 Rüste in Wustrow
 Gedanken nach dem 11.9.2001
 Was vom König übrig blieb
 Rüste des Kreises Junger Erwachsener
 Vorstellung zur GKR-Wahl - Die Kandidaten
 Hospiz- Was ist das?
 Afrikanischer Gottesdienst
 Evangelischer Erwachsenenunterricht
 Fürbitte
 Termine

Monatsspruch
Jesus Christus spricht:
Im Himmel wird mehr Freude herrschen über einen einzigen
Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte.
Lukas 15, 7

Sünder? – Wer ist da gemeint? Verkehrssünder? Die auf die schiefe Bahn Geratenen? In dem vorangehenden Gleichnis erzählt Jesus von einem Schaf, das verlorengegangen ist und vom Schäfer voller Freude wiedergefunden wird. Sünder – das sind die Verlorenen, die Abgeschriebenen. Da fragt man sich: Sind die noch zu retten? Wer kann denen noch helfen?  Sünder, nennt die Bibel die, die sich verlaufen haben. Da fragt sich einer: Wo bin ich eigentlich gelandet? Ist da gleich der Abgrund, in den ich stürzen werde? Ein anderer würde seine Situation so beschreiben: Ich habe mich elend verfitzt im Dickicht dieses Lebens, im Dschungel der Städte. Wer hilft mir da heraus? Wo ist ein Weg aus der Sackgasse, in die ich geraten bin?
Jesus ist der Weg für alle, denen es so ergangen ist, die so suchen und fragen nach Hilfe und Rettung Ausschau haltend. Gott hat ihn gesandt, die verlorenen Schafe zurückzuholen. Es gibt einen Weg zurück zum Ursprung unseres Lebens, zur Quelle, zum eigentlichen Ziel, für das es sich lohnt zu leben, und wenn es denn eines Tages sein muss, auch zu sterben. Jesus – das ist die ausgestreckte Hand Gottes; und gerade mit diesem Wort von der Freude Gottes über einen Sünder, der umkehrt, will er deutlich machen, dass es für Gott eine Herzensangelegenheit ist, den Verlorengegangenen wieder ein Heimatrecht bei sich einzuräumen. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das gleich anschließend erzählt wird, kann das besonders gut veranschaulichen. Der Vater nimmt ihn nicht einfach bloß in Empfang: "Gut, dass du zurückgekehrt bist. Nun mach dich mal gleich an die Arbeit, und versuch auf diese Weise einiges wieder gutzumachen von dem, was du angerichtet hast." Nein, er richtet ein Festmahl her für den Abhandengekommenen und nun zum Vater Zurückgekehrten.
So ist Gott zu uns Menschen, so großzügig, so von Herzen gut. So viel ist ihm an uns gelegen. Der Einsatz seines Sohnes Jesus Christus ist es ihm wert.
Das ist die gute Nachricht für alle, die sich verlaufen haben. Gleichzeitig ergeht hier die Frage an uns: Und wie gehen wir miteinander  um, mit denen, die viele schon abgeschrieben haben? Sollte nicht die Freude Gottes auch uns anstecken und fröhlich machen? Ich wünsche es uns allen.
Jürgen Huhn, Pfarrer in Johannisthal und Niederschöneweide


Rüste in Wustrow

 
Nun war es endlich wieder einmal soweit. Lang ersehnt und viel zu schnell vorüber, wie alle schönen Dinge des Lebens, war die diesjährige Rüste in Wustrow. Diesmal waren es zu Spitzenzeiten sogar 43 Rüstler, die die 4 Tage in dem ehemaligen Betriebsferienlager miteinander verbrachten. Wir alle kamen also in den vollen Genuss, noch einmal hautnah in ostalgischen Zeiten zu schwelgen und das sogar wortwörtlich, denn sogar das Toilettenpapier war noch original aus DDR Zeiten. Doch auch das Rüstenthema war nicht zu verachten. „Nur keinen Streit vermeiden - Streiten ja, aber fair!“ begleitete uns in Form von Gruppenarbeiten und Szenenspielen in den Tagen und bereitete allen viel Spaß. Dabei haben wir gelernt, dass ein Mensch sogar 4 statt 2 Ohren haben kann und dass der Mörder nicht immer der Gärtner ist.

Das Gelernte konnten wir dann gleich beim nachmittäglichen Volley-, Fußball oder dem bretonischen Kontaktspiel anwenden oder beim abendlichen Lagerfeuer, natürlich unter Berücksichtigung der „10 Gebote des Streitens“, diskutieren, streiten oder einfach nur quatschen. Insgesamt war es eine sehr gelungene Rüste, die vielen Möglichkeit gab, alte Freunde wiederzusehen, neue  Spiele zu entdecken, die diesjährige Badesaison im klaren Plättinsee zu beenden oder einfach die Ferien schön ausklingen zu lassen, um gestärkt in ein neues Schul-, Arbeitsjahr oder Semester zu gehen.
Ein riesengroßes Dankeschön an die Teamer Paul-Peter, Steffen und Reinhard für ihre Mühe und ihr Engagement. Wir alle hoffen, dass wir uns nächstes Jahr wiedersehen können.
Lydia Götze, Johannisthal


Niemand gibt uns das Recht, gegen die ärmsten Länder
dieser Welt Krieg zu führen

Von Dipl. Theol. Ulrich Kasparick MdB

Was soll werden nach den furchtbaren Attentaten vom 11. September? Welche Wege finden wir für ein friedliches Zusammenleben der Völker?
Die Amerikaner wollen nun als Antwort auf die Attentate einen “Feldzug“ gegen “die Terroristen“ und “gegen die, die ihnen Unterschlupf gewähren“ führen. Man will keinen Unterschied mehr machen zwischen den Terroristen und denen, die ihnen Unterschlupf gewähren.
Die NATO-Staaten haben den USA dafür wiederholt ihre “uneingeschränkte Solidarität“ ausgesprochen. Man begründet die “uneingeschränkte Solidarität“, die eine “militärische Beteiligung nicht ausschließe“ damit, daß die “Wertegemeinschaft der westlichen Welt“ angegriffen worden sei. Welches sind diese “Werte der westlichen Welt“?

I.
Zunächst: Die universellen Menschenrechte. Sie gilt es zu verteidigen.
Rechtfertigt aber die Achtung der Menschenrechte die drohende Bombardierung eines der ärmsten Länder der Welt?
Rechtfertigt die Achtung der Menschenrechte, daß bei diesen Bombenangriffen eine hohe Zahl unschuldiger Zivilpersonen, Kinder, Greise, Frauen und Männer getötet werden wird?
Nein.
Die westliche Welt würde durch einen solchen Angriff die Menschenrechte selbst nicht mehr achten. Die Terroristen hätten erreicht, daß wir uns von unseren eigenen Werten verabschieden. Deshalb ist ein militärischer Angriff auf eines der ärmsten Länder dieser Welt im Namen der “Bekämpfung des Terrorismus“ kein uns möglicher Weg. Wir würden uns die Instrumente der Auseinandersetzung, nämlich die Instrumente der militärischen Gewalt, von den Terroristen aufzwingen lassen.

Deutschland sollte sich an einer militärischen Unterstützung des von den Amerikanern geplanten “Feldzuges“ nicht beteiligen, sonst hätten die Terroristen gewonnen.

II.
Man begründet den von Präsident Bush angekündigten “harten Militärschlag“ damit, daß die westliche Welt in ihren Grundwerten getroffen worden sei.
Welches sind diese Grundwerte?
Die Marktwirtschaft.
Ist die Verteidigung der Marktwirtschaft
nach westlichem Muster ein wirklich vertretbarer Grund, unschuldige Menschen in den ärmsten Ländern dieser Welt militärisch anzugreifen?
Nein.
Der Lebensstil und die Wirtschaftsform der westlichen Industriestaaten, insbesondere der “american way of life“ haben dazu geführt, daß der Globus in seinen natürlichen Kreisläufen an den Rand des Kollapses geraten ist. Unsere Art zu arbeiten und zu konsumieren, unsere Art, Energie zu verbrauchen und auf der Welt Handel zu treiben auf Kosten der “Dritten Welt“ – diese Art des Lebens hat den Globus an den Rand der Zerstörung getrieben. Die reiche industrialisierte Welt lebt auf Kosten der armen Welt, wir wissen das seit langem. Ist also diese Art des Lebens zu verteidigen ein ausreichender Grund, eines der ärmsten Länder dieser Erde jetzt militärisch anzugreifen?
Nein.
Der Lebensstil der westlichen Industriestaaten kann wegen seines exorbitant hohen Energieverbrauches, wegen seines fast unkontrollierten Ressourcenver-brauches, wegen seiner Ungerechtigkeiten im Welthandel eben nicht Vorbild für die ganze Welt sein.
Unseren westlichen Lebensstil auf die ganze Erde zu übertragen, würde der Globus nicht aushalten. Alle wissen das, von der UNO angefangen bis hin zu den nationalen Regierungen.
Ist also die Verteidigung dieses aggressiven naturverbrauchenden und naturzerstörenden Lebensstils, der Kennzeichen der Marktwirtschaft nach westlichem Muster geworden ist, ein hinreichender Grund, eines der ärmsten Länder dieser Erde militärisch anzugreifen?
Nein.

III.
Die bevorstehenden “Militäraktionen“ werden mit der Verteidigung unserer Werte begründet. Die Demokratie sei angegriffen worden, heißt es. Es gelte jetzt, die Demokratie zu verteidigen.
Ist die Verteidigung der Demokratie westlicher Ausprägung ein ausreichender Grund, eines der ärmsten Länder dieser Welt mit militärischen  Mitteln anzugreifen?
Nein.
Denn wir müssen akzeptieren, daß es Gesellschaften auf dieser Erde gibt, die eben nicht den Weg der westlichen Demokratien gehen, sondern die ihren Weg selbst bestimmen wollen.
Niemand gibt uns das Recht, anderen Gesellschaften unsere Art ein Gemeinwesen zu organisieren, vorzuschreiben.
Die Art, wie westliche Gesellschaften ihr Zusammenleben organisieren, ist eine Möglichkeit, das menschliche Zusammenleben zu organisieren. Es ist nicht die einzige Möglichkeit.
Und niemand gibt uns das Recht, eines der ärmsten Länder dieser Erde militärisch anzugreifen, weil es im Inneren anders organisiert ist, als eine westliche hochindustrialisierte Demokratie.

IV.
Welche Werte also rechtfertigen es, eines der ärmsten Länder dieser Erde militärisch anzugreifen? Ist es das Recht auf ungehinderten Zugang zu den knapper werdenden Ressourcen wie Erdöl und Gas und Wasser? Ist es das Recht auf ungehinderte Verteidigung der eigenen politischen Interessen in der Welt? Die westliche “Wertegemeinschaft“ sei durch die Attentate ins Mark getroffen worden, heißt es. Diese Attentate seien deshalb nicht nur ein Angriff auf die USA, sondern ein “Angriff auf die gesamte zivilisierte Welt“. Die USA haben es verstanden, eine breite politische Allianz zur Bekämpfung des Terrorismus zu bilden: Staaten wie Saudi-Arabien, Indien, Pakistan, Jordanien, Rußland, China und andere versichern die USA ihrer Unterstützung bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

Was jedoch bedeutet diese Solidarität, wenn die Atommacht Pakistan durch diese Solidarisierung mit den USA in einen militärischen Konflikt mit Afghanistan gezogen wird?
Was bedeutet ein solcher Konflikt für die Auseinandersetzungen Pakistans mit Indien? Wie wird sich der Iran verhalten, wenn die westliche Welt im Nachbarland Krieg gegen Afghanistan führt?
Es kann keinen militärischen Sieg in dieser Angelegenheit geben. Es steht vielmehr zu befürchten, daß eine militärische Intervention zur Vergrößerung des Konfliktpotenzials in den Krisenherden dieser Welt führen wird.  Und die Region, um die es nach allem, was wir wissen, zunächst gehen soll, die Region, zu der Afghanistan, Pakistan, der Iran und der Irak gehören, gehört nun wahrhaftig zu den zentralen Krisenregionen dieser Erde.

V.
Es gehe in der bevorstehenden Auseinandersetzung darum, die “Werte der westlichen Welt“ zu verteidigen, heißt es.
Die Auseinandersetzung um die “Werte“ einer Gesellschaft kann nur bestehen, wer um die eigenen Wurzeln weiß.
Zu den wichtigsten Wurzeln der westlichen Welt gehört das Christentum.
Nichts hat die Staaten Europas und die Staaten Amerikas stärker geprägt als das Christentum und seine Wurzel, die jüdische Religion. Dies sollte die Staatengemeinschaft jetzt bedenken.
Unsere, die christliche Tradition, erwartet von uns in dieser überaus schwierigen und komplizierten Situation das Schwerste, das wir zu geben in der Lage sind: Unser eigener Glaube, unsere eigene christliche Tradition erwartet von uns: “Verlaßt Euch nicht auf Gewalt!“ (Ps. 44,7 u.ö; 2. Mose 20, 13; Matthäus 5,38ff.) Das wäre ein zentraler Wert, den es jetzt, angesichts der furchtbaren Attentate in New York und Washington zu verteidigen gälte.
“Verlaßt euch nicht auf Gewalt“ - das wäre zu verteidigen gegen den allzu verführerischen Wunsch, nun mit einem gewaltigen Militärschlag, mit einem “Feldzug gegen das Böse“ den Terrorismus der Welt auszurotten und dabei unzählige unschuldige Menschen in einem der ärmsten Länder dieser Welt in den Tod zu reißen.

VI.
Was sind unsere gemeinsamen Werte in der zivilisierten Welt?
In zivilisierten Gesellschaften gehören Verbrecher vor Gericht. Deutschland sollte sich deshalb durch diplomatische Bemühungen, durch eine bessere Kooperation der Geheimdienste, durch starken wirtschaftlichen Einfluß gemeinsam mit den USA und der internationalen Staatenkoalition darum bemühen, daß die Urheber der Attentate gefunden und vor Gericht gestellt werden. Zu diesen Bemühungen würde es allerdings auch gehören, daß die USA den Internationalen Strafgerichtshof der UNO anerkennen würden.
Deutschland sollte sich darum bemühen, daß die UNO-Vollversammlung die “angekündigte Militäraktion der USA“ auf ihre Tagesordnung setzt.
Deutschland sollte alles versuchen, um einen militärischen Eingriff der USA zu verhindern.
Deutschland sollte sich schließlich darum bemühen, daß die Gründe für den Terrorismus beseitigt werden.
“Was haben wir getan, daß ihr uns so sehr haßt?“ Diese Frage ist gestern in den Gottesdiensten zum Gedenken an die Opfer des Attentates in Richtung der Attentäter gefragt worden.
Was sind die Gründe, weshalb ihr uns mit solch barbarischen Mitteln angreift?
Über die möglichen Gründe für die Attentate müssen wir jetzt vorurteilsfrei und offen sprechen.
Deutschland sollte alle seine politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Möglichkeiten nutzen, um die Ursachen für den internationalen Terrorismus zu bekämpfen.

VII.
Unsere eigenen Werte, unsere eigenen Wurzeln, unsere eigene religiöse Tradition mahnt:
“Verlaßt Euch nicht auf Gewalt“.
Deutschland darf jetzt keine eigenen Soldaten in eines der ärmsten Länder dieser Erde schicken im Glauben, auf diese Weise den internationalen Terrorismus dauerhaft bekämpfen zu können.
Deutschland darf sich nicht beteiligen am geplanten militärischen “Feldzug“.
Ein militärischer “Gegenschlag“ der westlichen Welt gegen eines der ärmsten Länder dieser Erde ist nicht die “angemessene Antwort“ auf die furchtbaren Attentate vom 11. September.
Wir dürfen uns von den Terroristen dieser Welt nicht unserer eigenen Werte berauben lassen. Wir dürfen uns von ihnen nicht vorschreiben lassen, wie wir zu reagieren haben!
Es gibt keine ausreichenden Gründe, eines der ärmsten Länder dieser Welt mit militärischen Mitteln anzugreifen und das Leben ungezählter unschuldiger Zivilisten zu zerstören. Wenn wir das tun, dann haben die Terroristen dieser Welt wirklich gewonnen.


“Was vom König übrigblieb”
            Ausstellung im Gemeindesaal
Vom 7. Oktober an werden unter obengenanntem Titel in unserem Gemeindesaal Bilder auf Leinwand und Papier von Susanne Hampe  (Baumschulenweg) zu sehen sein.
Was ist vom Menschen – dem “König” der Schöpfung - in unserer Zeit noch übrig? Die Auflösung traditioneller Rollen, Bindungen und Sicherheiten drängt zur Neuordnung. Kleinere und größere Königreiche entstehen. Die Karten sind schon  gemischt aber noch nicht verteilt. Was also blieb? Eine endgültige Antwort wird hier auch nicht geliefert – dem Betrachter bleibt allerdings die Möglichkeit, die Bilder Schicht für Schicht freizulegen und aus der Unbestimmtheit einer Vielzahl von Alternativen zu wählen.
Die Ausstellung wird am 7. Oktober im Anschluß an den Gottesdienst eröffnet. Sehen sie selbst nach, was von König übrigblieb
Nähere Informationen im vergangenen Monatsgruß.


Rüste des Kreises Junger Erwachsener
Selig sind die Frieden schaffen -
oder: Streiten ja, aber fair!

Vom 21. 9 . bis 23.9.2001 lud uns der kleine Ort Wanzka bei Neustrelitz zu einer Rüste ein. Dieser schön gelegene Ort besticht durch seine wunderschöne Lage oberhalb von zwei kleinen Seen, die keine direkte Verbindung zu den in der Nähe liegenden der Mecklenburger Seenplatte haben. Dadurch strahlen sie noch mehr Ruhe aus, als die vom Tourismus frequentierten Seen in der näheren Umgebung. Das Pfarrhaus gehört durch die vollzogene Fusion der Kirchenkreise nun auch uns Oberspreeern und wir können es nutzen. Und dieses Nutzen gestaltet sich sehr angenehm. Ausgestattet mit mehreren Familienzimmern und  weiteren 2- bis 3-Bett Räumen  kann es viele Gäste aufnehmen. Wir waren ein Gruppe von  20 Personen, die das Haus nicht voll ausfüllte. Selbst bei Regenwetter, das wir kaum hatten, könnte man sich in dem Gebäude gut aufhalten. Aber nach dem Schwärmen für Natur und Haus, das übrigens auch in Sichtweite des Sees lag, nun zu dem was wir sahen, fühlten und spielten. Schon zu Beginn der Rüste trudelten alle Beteiligten mehr oder weniger pünktlich ein und  Familie Mönch hatte Glück, dass der Dorffunk funktionierte, ohne dass man ihn anrief. Eine gute Seele des Dorfes, die sich auch liebevoll um das Haus kümmert, schloss auf  und alles begann. Die Familien belegten die Zimmer und immer wieder fielen die Blicke auf unseren “Jüngsten”. Der kleine Marten  (6 Monate) zog alle in seinen Bann und bereitete uns wunderschöne Augenblicke.
Schon am ersten Abend wurde deutlich, dass wir eine Gruppe waren, die alles gemeinsam machen kann. Am späten Abend wurde mit der üblichen Müdigkeit gekämpft und die “Absacker” in Form von Rotwein und Bier wurden genossen.
Nach einem guten Frühstück begannen wir mit dem “Streiten”. Wir versuchten, die goldenen Regeln des Streitens zu erarbeiten. Das gelang uns auch und wir spürten, diese Rüste “bringt” uns etwas. Der Grund dafür lag in den verschiedenen Erfahrungen mit dem Streiten und auch in der unterschiedlich ausgeprägten Lust am Streiten. Ziemlich einhellig stellte man letztlich auch fest, dass es sehr wichtig sei, neben den Regeln des Streitens auch zu berücksichtigen, ob sich der Streit überhaupt lohnt. Wenn man das beachtet, kann man das Streiten auf ein notwendiges Maß beschränken und somit auch seine begrenzte Energie effektiv einsetzen. Übrigens fiel mir auf, dass alle Teilnehmer in dieser Runde sich um Kleinigkeiten stritten, aber ohne Erinnern auch die Regeln einhielten. Das war sehr angenehm und sprach für die gesamte Runde. Es fiel auch auf, dass keiner das Thema ignorierte oder sich als nicht betroffen ansah. Es ist ein Thema, das alle angeht und es lohnt sich, darüber  zu streiten.
Nach einem mittlerweile ritualisierten Bohneneintopf machten wir einen Spaziergang durch den kleinen Ort und genossen die wunderbare Luft und die herrliche Aussicht auf die Seen.
Mit der Stärkung durch Kaffee, Tee und Kuchen konnte Reinhard uns noch mit einem sehr unterhaltsamen Rollenspiel begeistern. Fünf Personen bekamen eine Geschichte zu lesen, sollten sich streiten und darüber kommunizieren, wie eine eingeforderte Lösung gefunden werden kann. Das Ganze auch noch unter Beobachtung, ob man denn auch die Regeln einhält. Die Regeln hielten wir ein und der Mörder war nicht der Gärtner, sondern der Schmied.
Neben der thematischen Arbeit war auch für die Kinder reichlich gesorgt. Der Spielplatz wurde unsicher gemacht, Kartoffeldruck ausprobiert und der große Garten durchforstet. Für frische Luft war gesorgt  und dem Bewegungsdrang Genüge getan. Daneben hatten die größeren Kinder große Freude am Bearbeiten von Specksteinen.
Am Sonntag wurde der Wunsch geäußert, die schöne Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters von Innen zu besichtigen. Und das war ein Volltreffer. Die lichtdurchflutete Kirche bot einen wunderschönen Raum für unsere Andacht.
Mit Kaffee und Kuchen verabschiedeten wir uns und waren der Auffassung, dass Wanzka auch zukünftig eine Reise Wert sei.
Lars Mönch

Wer die Berichte über die beiden Rüsten aufmerksam gelesen hat, wird bemerkt haben, daß ich mich wieder einmal als Recycling-Pfarrer bewährt habe. Ein Thema für zwei verschiedene Gruppen!

R.Kees


Hospiz- Was ist das? Was mit Sterben doch wohl!
    Nein, Danke!!!
Vielleicht haben Sie unser Heftchen zur 4. Hospizwoche in den Händen gehalten oder das Plakat dazu gesehen. Was werden Sie gedacht haben? Vielleicht: Hospiz? Das hat doch was mit Sterben zu tun. O Gott! Muss das sein? Das ganze Elend ist doch schon schlimm genug! Daran will ich nicht denken. Das betrifft mich doch nicht! Oder: Das kann ich nicht! Dafür gibt es ausgebildete Leute.
Wollen wir unsere Sterbenden und Kranken den dafür „Zuständigen“ überlassen, die das leisten sollen, wovor wir Angst haben?
Katharina Gutknecht- Referentin an der Artaban- Schule für künstlerische Therapie- will in ihrem Vortrag mit Dia-Beispielen zeigen, wie Kunst als Mittel emotionaler Ausdrucksform in krisenhaften Krankheitssituationen genutzt werden kann. Ein sehr eindrucksvoller Beweis dafür, daß Schwerstkranke und Sterbende noch sehr lebendig sind, und somit wie alle Menschen soziale Kontakte und unser Mitfühlen brauchen.
Ort: Gemeindesaal Baumschulenweg
Zeit: Donnerstag, 18.10.01    18.00 bis 20.00 Uhr
Sicherlich denken Sie: So düstere Bilder sind nichts für mich. Da verdirbt man sich ja den ganzen Abend! Sie werden erstaunt sein, über die Vielfalt!
Die Regionalgruppe der IGSL e.V. hat ihr Beratungsbüro ganz in Ihrer Nähe. Schauen Sie ruhig bei uns vorbei. Wir setzen uns dafür ein, dass die Hospizidee- ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt verbreitet wird, kontra der Diskussionen um aktive Sterbehilfe.
Helfen Sie mit in „Gedanken oder Worten oder Werken“, dass Schwerstkranke und Sterbende in unserer Gesellschaft nicht ausgegrenzt werden. Es kann jeden von uns jederzeit erwischen. Möchten Sie dann allein gelassen sein?
Frau Fuß, IGSL e.V.


Afrikanischer Gottesdienst „Zu Besuch in Mocambique“

Am 28.10.01, 10.00 findet ein spezieller Gottesdienst statt. Frau Jutta Pfistner, von der ev.freikirchlichen Gemeinde der Baptisten in Köpenick, nimmt uns mit und läßt uns teilnehmen an ihren Besuchen in Maputo, der Hauptstadt Mocambiques. Dort leitet sie seit Jahren Workcamps, bei denen Deutsche von 20 - 65 Jahren gemeinsam mit den afrikanischen Geschwistern z.B.eine Schule für 1000 Kinder, Häuser für Flutopfer und ein Zentrum für Straßenkinder gebaut haben. Außer der Arbeit am Vormittag kommt natürlich für die Teilnehmenden dieser Workcamps die Erholung am Nachmittag und Wochenende nicht zu kurz, im Zentrum der Stadt, am Indischen Ozean, am Wasserfall und beim Besuch afrikanischer Gottesdienste voller Musik und Lebensfreude.


Evangelischer Erwachsenenunterricht

Am 23.Oktober soll wieder ein neuer Kurs Evangelischer Erwachsenenunterricht starten. In vierzehntägigem Rhythmus werden dienstags bis zur Sommerpause 2002 die wichtigsten Grundlagen und Texte des christlichen Glaubens besprochen. Interessenten melden sich bitte im Gemeindebüro oder bei Pfarrer Kees.
Man kann auch das verschüttete Konfirmandenwissen wieder auffrischen!!!


Fürbitte
Kirchlich bestattet wurden:

am 10.09. Karl-Heinz Handtke, im Alter von  61  Jahren

am 12.09. Erna Wenzel, im Alter von 78 Jahren

am 13.09. Gerhard Stümpfle, im Alter von 67 Jahren

am 14.09. Elly Lange, im Alter von 95 Jahren

am 24.09. Johanna Voigt, im Alter von 87 Jahren


 
Siehe auch Termine
 
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